Ausbildung: WU Wien schafft den Spagat zwischen Massen-Uni und Eliteschmiede

Phänomen WU: Trotz Massenbetrieb zählt die Wiener WU laut renommierten Rankings zu Europas allerbesten Business Schools. Ein Blick hinter die Kulissen der Kaderschmiede.

Mit bis zu 5.000 Studienanfängern rechnet Chris­toph Badelt, Rektor der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU), allein im heurigen Wintersemester. Als erster Eindruck wird vielen der Riesenandrang und der Kampf um die besten Hörsaalplätze bei der Einführungsveranstaltung für Erstsemestrige bleiben. Tatsächlich ist die WU mit ihren rund 25.000 Hörern eine Massenuni – sogar die größte wirtschaftswissenschaftliche Hochschule in ganz Europa. Zugleich, und das ist Studienanfängern wohl weniger bewusst, ist sie aber auch eine international anerkannte Eliteuni – nicht nur, was die Effizienz bei der Abwicklung von Lehrveranstaltungen für Tausende von Studenten betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Ausbildungsqualität.

Führend in Rankings
„Es ist gut, in Österreich die Nummer eins zu sein, aber nicht ausreichend. Gerade in den Wirtschaftswissenschaften sind Studierende und wissenschaftliches Personal sehr international orientiert. Daher sind internationale Akkreditierungen und Rankings für uns wichtig“, merkt Rektor Badelt dazu an. Die Spitzen­position in Österreich bestätigt auch das FORMAT-Uni-Ranking , international wurde der WU vor zwei Jahren als erster heimischer Universität das Qualitätsgütesiegel EQUIS (European Quality Improvement System) verliehen, das weltweit nur 115 Business Schools führen. Im Ranking der „Financial Times“ zählt das Betriebswirtschaftsstudium zu den besten 25 Ausbildungsgängen in ganz Europa.

Erlesene Alumni, effizientes Studium
Als weiteres Qualitätsmerkmal darf die Liste von Unternehmern und Topmanagern gelten, die an der WU ihre Wirtschaftsausbildung erhielten: Nestlé-Boss Peter Brabeck-Letmathé zählt ebenso dazu wie Siemens-Chef Peter Löscher, Dietrich Mateschitz und Hans Peter Haselsteiner. Sie sind der WU nach wie vor durch den Alumni-Club verbunden und teilen ihre wertvollen Erfahrungen wiederum mit der aktuellen Studentengeneration – so wie Siemens-Vorstandsvorsitzender Löscher, vor 30 Jahren Student der Handelswissenschaften. „Es war die interdisziplinäre Prägung, die ich aus Wien auf meinen weiteren Weg mitgenommen habe“, erinnerte er sich anlässlich eines Vortrags an seiner alten Uni.

Nur 30 Prozent schaffen den Abschluss
Zu den Erfolgsgeheimnissen, warum gerade der WU der Spagat zwischen Massenuni und Eliteschmiede so gut gelingt, zählt sicher der Umstand, dass Management hier nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt wird. Das werden die Erstsemestrigen am eigenen Leib in der Studieneingangsphase erfahren, durch die sie in zwei Semestern höchst effizient das Rüstzeug für ihr weiteres Studium erhalten sollen. „Diese Studieneingangsphase hat stark selektiven Charakter“, hält Rektor Badelt unmissverständlich fest. Letztlich, das besagen alle bisherigen Statistiken, werden höchstens 30 Prozent der Anfänger die Uni mit einem akademischen Titel verlassen.

Absolventen sollen schneller ins Berufsleben
Wenn schon Drop-outs, dann so früh wie möglich, damit angesichts knapper Ressourcen zumindest in späteren Studien­phasen eine intensivere Betreuung möglich wird – das ist letztlich die unausgesprochene Strategie hinter dem System WU. Auch im Hinblick auf das neue Bologna-System (Bachelor/Master), das als ein vordringliches Ziel hat, Akademiker schneller ins Arbeitsleben zu bringen, ist die WU aus Sicht von Wissenschaftsminis­ter Johannes Hahn vorbildlich unterwegs: Nur wenige, dafür inhaltlich eher breite Bachelor-Studienangebote, dafür ein differenziertes Angebot an Master-Studien mit vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten – an dessen weiterem Ausbau intensiv gearbeitet wird.

Perspektiven: Internationalisierung und Neubau
„Die Hälfte der Master-Programme wird mittelfristig in Englisch angeboten“, kündigt Badelt an. Damit soll seine Hochschule für Studierende aus aller Herren Länder noch attraktiver werden. Schon heute haben 25 Prozent der WU-Studenten einen internationalen Hintergrund. Im Post-Graduate-Bereich verfügt die WU mit ihrer Executive Academy ebenfalls über eine höchst international orientierte und anerkannte Einrichtung.
In wenigen Wochen erfolgt zudem der Spatenstich für ein Projekt, das Badelt als „Jahrhundertchance“ sieht: Die Uni bekommt mit dem WU-Campus zwischen Messe und Prater einen völlig neuen, hochmodernen Standort mit 88.000 Quadratmeter Gesamtfläche. Die Baukosen des von der BIG errichteten Campus sollen 250 Millionen Euro betragen. Die Übersiedlung ist für das Wintersemester 2013 geplant. Badelt, ganz im Sinne effizienten Studierens: „Die aktuellen Erst­semestrigen sollten schon im Master-Studium sein, wenn sie dorthin kommen.

Von Michael Schmid

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