Auf zur Topkarriere: Zwei High Potentials beginnen ihr Traineeprogramm bei Orange

FORMAT begleitet zwei junge High Potentials, die sich für das exklusive Traineeprogramm des Mobilfunkers Orange qualifiziert haben, bei ihrem Berufsstart. Der Einstieg: intensivster Kundenkontakt im Handyshop und im Call-Center.

Der Weg nach oben kann – insbesondere auf den ersten Metern – ganz schön steinig sein. Das war Sabrina Schüller (im Bild) und Florian Klug durchaus bewusst, als sie am 1. August dieses Jahres ihr Traineeprogramm beim Mobilfunkanbieter Orange begannen. Immerhin hatten beide schon während ihrer Fachhochschulstudien ausgiebige Berufs- und Praktikumserfahrung in der Wirtschaft gesammelt – was mit ein Grund dafür war, dass sie sich aus anfangs rund 200 Bewerbern für das in Österreich wohl einzigartige Traineeprogramm qualifizieren konnten.
Dass sie keine abgehobenen, theorie­lastigen Highflyer, sondern sozial kompetente, zupackende Kommunikationstalente als künftige Führungskräfte gewinnen wollten, hatten Orange-Chef Michael Krammer und Finanzvorstand Christian Fuchs schon vor der Endauswahl der Kandidaten deutlich gemacht (siehe Artikel ) .

Ran an den Kunden
Und genau diese Fähigkeiten von Schüller und Klug wurden gleich bei der ersten Station ihres Programms hart auf die Probe gestellt: Nach einer ebenso kurzen wie intensiven Produktschulung sah sich Florian Klug als Kundenberater in einem Orange-Shop mit alltäglichen und ausgefalleneren Problemen und Wünschen von Handy-Nutzern konfrontiert; Sabrina Schüller fand sich mit umgeschnalltem Headset als Customer-Care-Mitarbeiterin an der Kundenhotline im Call-Center ein. „Ich bin 25, hatte immer ein Handy und dachte: Was soll passieren – ich kenne mich aus“, beschreibt Klug seine Einstellung vor dem Start im Shop. Ein Trugschluss, wie sich zeigte. „Ich habe die Komplexität des Produkts unterschätzt. Allein bei den Kombinationsmöglichkeiten von Tarifen, Geräten und Services gibt es Sachen, an die ich nie gedacht hätte“, gesteht er freimütig. Gelernt hat der Marketing-&-Sales-Absolvent auch über Kaufentscheidungen in der Praxis: „Ich war erstaunt, wie emotional getrieben Kunden agieren. Besonders beim iPhone, einem echten Renner, wurde sehr impulsiv entschieden.“

Quer durch alle Unternehmensbereiche
Sabrina Schüller hörte im Call-Center zunächst einmal erfahrenen Kollegen gut zu. Doch der erste „echte“ Call war trotz guter Vorbereitung ein Sprung ins kalte Wasser. „Der Kunde wollte eine Paybox-Info. Dazu musste ich selbst erst nachschauen“, erinnert sie sich. Mittlerweile hat sie die gesamte Bandbreite der am Telefon vorgebrachten Kundenprobleme kennen gelernt: „Das reicht vom Opa, der seine erste SMS bekommen hat und fragt, warum er ein Briefsymbol am Display hat, bis zu Bluetooth-Installation und Laptop-Einstellung für das Internet.“ Während Klug das Traineeprogramm nun im Controlling fortsetzt und seine frische Praxiserfahrung gleich bei der Shop-Budgetierung einsetzen kann, geht es für Schüller als nächste Station direkt vor Ort zu den Kunden. „Gerade zur rechten Zeit, um unsere Shop-Mitarbeiter im intensiven Weihnachtsgeschäft zu unterstützen“, kommentiert Orange-Personalchefin Elisabeth Rettl augenzwinkernd. Sie bespricht mit den Trainees im Zweiwochenrhythmus den Fortgang des Programms, ihre Erfahrungen und nimmt auch deren Anregungen auf. „Sie haben sich auf ihren ersten Stationen so intensiv in Projekte hineingearbeitet, dass die vorgesehene Zeit in den Abteilungen fast zu kurz geworden ist“, lobt Rettl. Während des zweijährigen Programms werden Schüller und Klug alle Unternehmensbereiche durchlaufen – zunächst die kundennahen Abteilungen, dann Technik, B2B, Finanzen, Einkauf und schließlich Marketing.

Betreuung durch Top-Management
Das Ziel ist klar formuliert: Führungsverantwortung. Am Ende des Programms werden Schüller und Klug eine operative Managementfunktion bei Orange übernehmen – das war von vornherein der Hintergrund des harten Ausleseprozesses und die Intention des Ausbildungsplans. Um sie dafür fit zu machen, genießen die Trainees neben der laufenden Betreuung durch die Leiter der Fachbereiche auch Mentoring durch die Top-Manager Krammer und Fuchs sowie regelmäßigen Gedankenaustausch mit der obersten Führungsebene. Beim Strategietag der Führungskräfte sind sie ebenso dabei wie bei den regelmäßigen Meetings der Bereichsleiter mit Krammer und Fuchs. „Nächstes Jahr erhalten sie neben dem inhaltlichen Input auch Skills-Schulungen von Präsentationstechnik bis zur Führung von Konfliktgesprächen“, verrät Personalchefin Rettl. Dass das Profil der beiden Trainees recht ähnlich aussieht – beide sind Fachhochschulabsolventen, haben mit Marketing beziehungsweise Kommunikation inhaltlich relativ nah verwandte Studiengänge absolviert und schon während des Studiums ausgiebig Praxiserfahrung gesammelt –, ist für Rettl teils zufällig, teils anforderungsbedingt: „Wir haben das Programm offen für Uni- und Fachhochschulabsolventen ausgeschrieben. Wichtig war, dass Kandidaten mehr zu bieten haben als nur die Ausbildung.“

Auswahl auf Orange maßgeschneidert
Andreas Landgrebe, Managing Director beim internationalen Headhunter Boyden Global Executive Search, der an Programm und Auswahlverfahren mitgearbeitet hat, beschreibt, was aus seiner Sicht die entscheidenden Kriterien waren: „Orange hat dieses Programm und das Auswahlverfahren für sich und seine Unternehmenskultur maßgeschneidert. Geradlinigkeit sowie authentisches und offenes Auftreten hatten daher einen noch größeren Stellenwert als in klassischen Auswahlverfahren.“ Sowohl Schüller als auch Klug hätten mit ihrer intensiven Arbeitserfahrung und ihrem pragmatisch zupackenden Ansatz überzeugt, so Landgrebe. Einen wichtigen Hinweis hat der erfahrene Headhunter für die Trainees. „Es ist sehr ungewöhnlich, dass Berufseinsteiger das Ohr der Letztverantwortlichen haben“, analysiert er ihre Sonderstellung im Unternehmen, „und der Umgang mit dem Durchbrechen der typischen Hierarchie­ebenen erfordert eine sehr hohe soziale Intelligenz.“ Wie Schüller und Klug mit dieser Herausforderung umgehen, lesen Sie im Rahmen der weiteren Berichterstattung über den Fortgang des Traineeprogramms in loser Folge in FORMAT.

Von Michael Schmid

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