Zurück zum Ursprung: Andreas Jernej, Chef von Berndorf Besteck mag es bodenständig

Andreas Jernej, Geschäftsführer der Traditionsmarke Berndorf Besteck, mag es gerne bodenständig: Er bestellt den Bauernhof in Kärnten, klettert auf Berge und ist ein passionierter Hobbykoch.

Andreas Jernej, 49, passt eigentlich in keine Schublade, eher schon in mehrere: erst Landwirt, dann Politiker, Filmproduzent, Unternehmensberater, Lektor und last, but not least seit zwei Jahren Geschäftsführer der Traditionsmarke Berndorf Besteck. Seine Hobbys beschreibt er so: „Ich tu gern bergwandern, Ski fahren und träumen. Aber am allerliebsten koche ich.“ Man fragt sich nur wann, denn der Mann ist im Schnitt 230 Tage im Jahr unterwegs. Gemäß seinem Lebensmotto „Geht nicht gibt’s nicht“ kriegt der Tausendsassa aber offenbar alles auf die Reihe. Er schafft es sogar, noch täglich Rad zu fahren, wenn auch nur vier Kilometer. Zwei von der Wohnung am Donaukanal ins Büro und abends das Ganze wieder retour.

Bauernbub geht in die Politik

Jernej, der Bauernbub aus Kärnten, wuchs am elterlichen Hof in Proboj in der Gemeinde Sittersdorf auf. Motiviert vom Vater, besuchte er die landwirtschaftliche Mittelschule in Salzburg und machte dann seinen Abschluss als Agrar ingenieur in Ursprung-Elixhausen.

Mit 22 Jahren zog es den geprüften Landwirt in die Politik. Er wurde Bezirksparteisekretär, was dem Jungspund sichtlich Spaß machte. „Es war höchst spannend und lehrreich, herauszufinden, wie man als junger Mensch andere dazu bewegen kann, etwas zu tun“, erinnert er sich.

Nach seinem Politdebüt gab er ein zweijähriges Gastspiel als Kurdirektor in Maria Wörth, bevor er sich mit der Film- und Videoproduktionsfirma Intermedia selbständig machte und dann als Unternehmensberater im Bereich Personalentwicklung Fuß fasste. Als solcher begleitete er den Henkel- Konzern bei dessen Expansion nach Osteuropa und baute dort die Indoor Academy auf – für 8.000 Mitarbeiter in 27 Ländern. Zusätzlich gibt er sein Wissen noch an der Fachhochschule Wien weiter. Mit der 168 Jahre alten Besteckfabrik Berndorf hat Jernej große Pläne. Dafür ist er jetzt zwei Drittel des Jahres auf Achse.

Umso wichtiger ist ihm der soziale Akt Essen. „Ernährung hat viel mit Konsequenz zu tun. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit für mich. Und da ich meistens um siebzehn Uhr das Büro verlasse, kann ich mir auch ein Abendessen zubereiten.“

Ernährung ist für den Mann neben der gesellschaftlichen Komponente auch das Gesundhalten des Körpers. Moderne Menschen würden sagen, Jernej kocht nach den Fünf Elementen. Für Jernej selbst ist diese Art der Ernährung eine Selbstverständlichkeit. „Ich nehme in der Kochfolge immer das, was mir die Natur anbietet, und nur das, was saisonal vorhanden ist. Das habe ich schon von meiner Mutter gelernt.“

Speck, in Marmelade getunkt

Der Körper braucht verschiedene Substanzen, um sich wohl zu fühlen, und Jernej hört eben in seinen Körper hinein. Die wichtigste Regel für ihn: „slow down“. Allein für das Frühstück nimmt sich der Mann gut 45 Minuten täglich Zeit. „Das ist für mich Aufwachen.“ Und auf den Tisch kommt – wie schon erwähnt –, wonach der Körper verlangt: Mal ist es die Hardcore-Variante mit Speck und Ei und Topfen, dann wiederum Rindsuppe mit Hühnerinnereien (seine Lieblingsbrühe), oder aber Jernej taucht weißen Speck in Marmelade. „Das lustvolle Gustieren ist ein Traum“, so der Hobbykoch.

Seine Passion lebt der Besteck-Manager sowohl in Wien als auch auf seinem Kärntner Bauernhof in Proboj aus. Dort bestellt er die Gärten, schneidet die Obstbäume und pflegt den Wald mit dem Vater. „Wir machen den Osterschinken und auch den Speck selbst“, erzählt der Selbstversorger. Freilich wird auch Schnaps gebrannt, allerdings nur für den Eigenbedarf.

Doch keine Angst, Jernej ist kein Wunderwuzzi und kocht auch nur mit Wasser. Vor allem aber bereitet er am liebsten „leichte“ Dinge im Wok oder im Backrohr zu. Zu seinen Leibgerichten zählen Steak oder Hühnerschenkel mit Gemüse der Saison, dazu Kartoffeln, gehackte Kräuter, „und die Sache ist erledigt“. Kochen ist für den Berndorf-Manager eben wie Malerei, und Malerei ist für ihn Experimentieren. Übrigens: Malen tut Jernej auch. Der Mann ist schließlich ein Tausendsassa.

– Gabriela Schnabel

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