William Haandrikman, Chef des neuen Vienna Sofitel Stephansdom taucht ab

William Haandrikman, Chef des neuen Sofitel Vienna Stephansdom, geht gerne auf Tauchstation und schwimmt mit weißen Haien um die Wette. Seine liebsten Meeresbewohner aber sind Seepferdchen.

William Johann Haandrikman, 41, ist unkompliziert, umgänglich und offen. Ein Holländer, wie er im Buche steht. Im Kopf seines Curriculum Vitae steht unter „Work“ seine Firmenadresse, unter „Home“ seine vollständige Privatadresse samt privater Telefonnummer. Eine Sitte, die in Österreich nicht wirklich üblich ist. Doch der General Manager des neuen Sofitel Vienna Stephansdom erklärt lachend, dass er sich mit den hiesigen Gebräuchen erst vertraut machen muss.

Seine Offenheit will sich der Kosmopolit trotzdem bewahren, und Wien gefällt Haandrikman jedenfalls ausnehmend gut: „Eine sehr interessante Stadt, die es geschafft hat, eine Brücke zwischen Kaiserin Sisi und der Moderne zu schlagen“, erklärt er. Obwohl, in den nächsten Wochen wird der Touristiker die Vorzüge der Bundeshauptstadt nicht viel genießen können, da die Eröffnung des Luxushotels am Donaukanal kurz bevorsteht.

Ab 14. Dezember herrscht Hochbetrieb in dem vom Pritzker-Preisträger Jean Nouvel entworfenen Hochhaus. Das europäische Sofitel-Flagship ist gut gebucht, das Restaurant „Le Loft“ samt Bar im 18. und letzten Stock bis Mitte Jänner vorreserviert. Haandrikman wird alle Hände voll zu tun haben im neuen 5-Sterne-Haus. Ein Arbeitstag hat für den Manager dann gut und gerne 16 Stunden. „Das ist ganz normal“, winkt er ab, „ich wohne in den ersten Wochen einer Neueröffnung selbst im Hotel und arbeite meist sieben Tage die Woche.“ Das geht auch ganz gut, weil Haandrikman in seinem Job voll aufgeht.

Eigentlich wollte der Manager eine Karriere als Koch anstreben, doch das „viele Stehen und die ständige Hitze“ haben ihm rasch die Lust am Kochen genommen. Er orientierte sich um und heuerte Anfang der 90er in der Accor-Hotelgruppe an, zu der unter anderen auch die Luxusmarke Sofitel gehört, absolvierte dort die Hotelfachschule und nahm an sämtlichen Weiterbildungsveranstaltungen teil. Begonnen hat Haandrikman als Nacht-Manager im Brüsseler Novotel und wechselte danach alle zwei bis drei Jahre, in verschiedenen Funktionen, Land und Hotel innerhalb der Accor-Gruppe: Nach Berlin folgten Moskau, Amsterdam, New York und Den Haag, und zuletzt managte er das Sofitel Paris.

Immer und überall zuhause

Die vielen Umzüge meistert der Manager mit links. „Wir Holländer haben einen Vorteil, wir fühlen uns gleich zuhause, wo immer wir auch sind. Wir sind wie rollende Steine, dort, wo ich meinen Kopf hinlege, bin ich zuhause“, beschreibt er sein Zigeunerleben. Sein Trick dabei: Haandrikman und seine Frau Anastassia übersiedeln immer mit ihren Möbeln. „So müssen wir uns nie neu eingewöhnen, fühlen uns in jedem Land gleich zuhause.“

Doch auch ein Workaholic aus Leidenschaft muss ab und an mal ausspannen. Haandrikman: „Das kann ich am besten unter Wasser.“

Das kühle Nass hat den Holländer immer schon fasziniert, und so hat er gemeinsam mit seiner Frau vor zehn Jahren den Tauchsport entdeckt. „Das erste Mal waren wir auf der Karibikinsel St. Barth Probe tauchen. Das war für mich von der ersten Sekunde an eine große Faszination“, erzählt der Hotelmanager begeistert. Das Ehepaar machte sämtliche Tauchscheine und bildet sich nach wie vor in dieser Sportdisziplin weiter. 40 bis 50 Meter tiefe Tauchgänge sind für beide kein Problem.

Mit Mola Mola auf Augenhöhe

Bevorzugte Reviere des Ehepaars sind Asien und die Karibik. Haandrikman hat sich freilich auch schon in kühleren Gewässern wie etwa im Taucherparadies vor Marseille getummelt. „Das war mir aber trotz neun Millimeter starkem Neoprenanzug zu kalt“, gestand er. Seine Leidenschaft gehört ohnedies den kleinen Tierchen, wie beispielsweise den Seepferdchen. Die lichtet er dann mit Leidenschaft ab.

Die großen Meeresbewohner hat Haandrikman schon zur Genüge gesehen. „In Indonesien bin ich einem Mola Mola, dem größten Knochenfisch der Welt, begegnet, in Belize schwamm ich im Great Blue Hole neben weißen und schwarzen Haien, und in Sipadan begegnete ich einem Schwarm von Napoleon-Lippfischen“, beschreibt der furchtlose Mann seine Erlebnisse. „Angst? Wovor? Ich verlasse mich immer auf meinen Buddy, und das ist immer meine Frau. Wir gehen sicher kein Risiko ein.“

Eine neue sportliche Herausforderung ist für Haandrikman das Skifahren. Dieser Disziplin widmet sich der Sportler erst seit fünf Jahren. „Schwarze Pisten fahre ich nicht, Mugeln mag ich auch nicht, aber auf roten Pisten bin ich gut unterwegs“, erzählt der Anfänger. In Österreich hat er ja nun genug Möglichkeiten, sich zu verbessern.

Obwohl der Winter noch nicht einmal begonnen hat, kann es der Mann kaum erwarten, dass es Frühling wird, denn im April steht der nächste Tauchurlaub an. „Das hat Tradition bei uns, denn in diesen Monat fällt unser Hochzeitstag, und den begehen wir immer unter Wasser“, verrät Haandrikman.

– Gabriela Schnabel

Body & Soul

Raiffeisen-Holding Generaldirektor Klaus Buchleitner - der virtuose Problemlöser

Doris Felber gab nie klein bei. Jetzt feiert sie - und gleichzeitig die Bäckerei - ein Jubiläum.
 

Body & Soul

"Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen"

Zum Abschied gibts noch eine große Party im Wiener Odeon Theater.
 

body and soul

Hermann Becker, Grandseigneur der
Porsche-Holding, geht in Pension