VAV-General Norbert Griesmayr hat
spät die Liebe zu Oldtimern entdeckt

Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherung, hat spät die Liebe zu den alten Zeitzeugen auf vier Rädern entdeckt – dafür umso intensiver. Am liebsten fährt er Classic-Rallyes.

Manche Menschen haben einen Kindheitstraum, den sie sich irgendwann einmal erfüllen. Andere erfüllen sich einen Wunsch und werden durch die Realisierung desselben in ihre Kindheit zurückversetzt. Dazu zählt Norbert Griesmayr, 54, Generaldirektor der VAV Versicherung, deren Kerngeschäft die Autoversicherung ist.

Der gebürtige Amstettner ist im Besitz eines Oldtimers der Marke Mercedes 220 Sb, Baujahr 1959. Und das Bewegen dieses Wagens zählt heute zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Zwei- bis dreimal im Jahr nimmt Griesmayr mit dem Autoveteranen an Wettbewerben teil. Aber auch im Winter wird der Mercedes alle zwei bis drei Wochen gefahren. „Ich glaube, dass das dem Wagen guttut und er sich freut, wenn er bewegt wird“, erzählt der Mann, der vor seiner Managerkarriere Sekretär des damaligen Vizekanzlers Alois Mock war.

Der Einstieg ins sportliche Fach erfolgte im Jahr 2008. Damals wurde Griesmayr von einem Freund, dem Unternehmensberater Ferdinand Baumgartner, eingeladen, mit ihm die Sachsen Classic zu fahren. Die Sache war geritzt: Griesmayr saß am Volant, Baumgartner las das Road-Book. Die Tour führte die beiden 620 Kilometer durch den Osten Deutschlands – neben den zu absolvierenden Wertungsprüfungen musste der Blick stets auf den Zeitmesser gerichtet sein, um die geforderte Genauigkeit möglichst auf die Hundertstelsekunde zu erreichen.

Gestartet wurde in Zwickau, nach drei Tagen endete die Tour in Dresden. Die Eindrücke von damals sind noch heute präsent. „Wir sind durch schöne Städte und Landschaften gefahren“, schwärmt Griesmayr. „Und bei der letzten Tagesetappe waren wir unter den Top Ten von 200 Teilnehmern“, erinnert sich der damalige Newcomer im Oldtimersport.

Beeindruckt von dem Ereignis, versprach der Versicherungsmanager seinem Co-Piloten: „Wenn wir beim Gesamtergebnis unter den ersten 10 landen, dann lade ich dich das nächste Mal zur Sachsen Classic ein.“ Die beiden Piloten eroberten tatsächlich Platz 6. Griesmayr musste also sein Versprechen einlösen. So begab sich der Mann noch im August 2008 im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Auto.

Relativ bald kam Norbert Griesmayr auf den Mercedes. „Ich bin weder Techniker noch Mechaniker – also brauchte ich ein Auto, das eine gewisse Qualität hat und mit dem man nicht ständig steht“, so der Versicherungsmanager.

Der Wagen gefiel auch Griesmayrs Frau auf Anhieb. Er hatte erst 55.000 Kilometer auf dem Tacho, war noch nie restauriert, sondern nur gut gepflegt worden – war also im Originalzustand bis hin zu den Fußmatten. „Außerdem hat der Wagen eine berührende Geschichte“, erinnert sich Griesmayr. Angeschafft wurde das Auto mit dem Stern und der Sonderlackierung von einem Hotelier am Faaker See. Doch noch bevor die Limousine ausgeliefert wurde, verstarb der Mann. Im Andenken an ihren Mann behielt die Witwe den Wagen, obwohl sie keinen Führerschein besaß. Ein- bis zweimal im Jahr ließ sie sich um den See chauffieren. „Das machte mir zusätzlich Freude, dass hinter diesem Auto eine solche Liebesgeschichte steht“, erzählt Griesmayr.

Aber auch ihn verbindet eine persönliche Lovestory mit dem Gefährt: Das „K“ im Kennzeichen steht für Karin und ist seiner Ehefrau gewidmet.

Bislang machte Griesmayr nur positive Erfahrungen mit dem Schlitten im sympathischen Karibikgrün, ob im normalen Straßenverkehr oder bei Classic-Fahrten. Bei einer neuen Nobelkarrosse – etwa bei Mercedes, Porsche oder Maserati – würden ihm die häufig neidvollen Blicke nicht behagen. Bei einem Oldtimer hingegen, so meint Griesmayr, ernte man ehrliche, freundschaftliche Bewunderung. „Alte Autos sind Zeitzeugen und damit auch in einem gewissen Maße ein Kulturgut. Und mit dem Besitz eines alten Autos macht man den Menschen eine wirkliche Freude“, ist er überzeugt. Das merkt er ganz deutlich bei Classic-Bewerben, „wenn die Leute Spalier stehen und den Veteranen zuwinken“. Bislang hat er schon an der Eifel Classic, der Sachsen- und der Höllental-Classic teilgenommen.

Und auch diese Saison freut sich der Oldtimerpilot wieder auf ein paar Bewerbe. Erstmals wird er gemeinsam mit seinem Co-Piloten Baumgartner die Ennstal-Rallye bestreiten, aber auch an der Paul Pietsch Classic in Deutschland teilnehmen. Ein sicherlich historisches Ereignis im wahrsten Sinne des Wortes, denn: Paul Pietsch, der Gründer des Magazins „Auto Motor und Sport“, ist der letzte noch lebende Rennfahrer aus der Ära der legendären Silberpfeile. Und: Er feiert am 20. Juni – einen Tag nach Abschluss der nach ihm benannten Veteranenrallye – seinen 100. Geburtstag. Eine Geschichte mehr, die Griesmayr dann seinen Oldtimerfreunden erzählen kann.

– Gabriela Schnabel

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