Unternehmensberater Mautner Markhof liebt zeitgenössiche Kunst und fördert Nachwuchs

Unternehmensberater Christian Mautner Markhof fördert junge zeitgenössi­sche Künstler. Sein Credo: Gute Kunst muss nicht teuer sein.

Kunst kommt ja bekanntlich von können. Doch nicht ­jeder Künstler wird seinem Können entsprechend in einer Galerie vermarktet. Junge Kreative können also wählen zwischen „bitte warten“ oder mit ein bisschen Glück „entdeckt“ werden. Eben genau aus diesem Grund hat sich Unternehmens­berater und Handelsagent Christian Mautner Markhof, 53, vor drei Jahren entschlos­sen, begabte Kreative zu fördern. Das ­Familien­mitglied aus der „Georg-Linie“ der Senf- und Essigdynastie der Mautner Markhofs ist allerdings kein Mäzen im herkömmlichen Sinne, sondern organisiert Gruppenbesuche in den Ateliers von bildenden Künstlern in Wien.

Liebhaber zeitgenössischer Kunst
Warum er das tut? „Weil sich Kunst ­jeder leisten können soll und die meisten Künstler auch leistbar sind.“ Erst der Aufschlag – meist 50 Prozent und mehr – in den Galerien macht Bilder und Skulpturen teuer und damit für die meisten Menschen unerschwinglich, ist Mautner Markhof überzeugt. Sein Kunstinteresse wurde schon von den Eltern geschärft. Die sammelten allerdings „eher Antiquitäten“. Filius Christian interessiert sich vorwiegend für zeitgenössische Kunst. Die soll auch zur Geltung kommen, ob als Gebrauchsgegenstand wie die Bar von Stiletto, ein Bild von Attersee oder eine Lichtinstallation von Ingo Maurer. „Alles Dinge, die mich täglich in meinen vier Wänden erfreuen. Ich hänge und stelle meine Kunstwerke, anstatt sie in dunklen Räumen zu verstauen“, so seine Philosophie.

Mautners Bilder werden ausgestellt
Ebenso wie er sollen sich auch „andere Leute an schönen Dingen, die gut, aber preislich erschwinglich sind, erfreuen können“. Etwa fünfmal im Jahr organisiert Mautner Markhof deshalb in diversen Ateliers Ausstellungen. „Wir bieten Interessierten die Möglichkeit an, sich an aktueller Gegenwartskunst zu freuen und die Künstler und ihre Werke ohne Druck und ohne Zwang kennen zu lernen“, erklärt der Unternehmer. „Und die Nachwuchskünstler sehen das als Chance, überhaupt etwas zu verkaufen.“ Für seine Veranstaltungen wählt Mautner Markhof stets unterschiedliche Orte mit Charakter (Gugging, Haus Wittgenstein, Kammerhof Museum Bad Aussee) passend zu den Künstlern und ihrer Kunst, vorwiegend aber die eigenen Ateliers der Künstler. Seine bisherigen Günstlinge sind Kreative, die in ihrem Beruf schon Fuß gefasst haben, wie Klaus Mosettig, der bei Bruno Gironcoli studierte, (Walter Koschatzky Kunst-Preis), der Bregenzer Christoph Luger (Geist-und-Form-Preis), Nitsch-Schüler Ludwig Gerstacker, der Amstettner Helmut Swoboda (Sandoz-Kunstpreis) oder Ulrich Moroder, der Bruder des berühmten Komponisten Giorgio. „Verkauft wird bei den Ausstellungen wie bei Billa. Jedes Kunstwerk ist ausgepreist, und der Kunde muss nicht, wie in Galerien meist üblich, zum Feilschen anfangen.“

Schöne Rente
Mit seinem Hobby kann der Abkömmling der Senfdynastie freilich kein Geld verdienen, muss er auch nicht. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit als Internationaler Marketingmanager bei L’Oréal und Geschäftsführer der gleichnamigen Luxusmarkendivision in Österreich hat er sich ein wenig Bares auf die Seite legen können. Sein damaliges Jahresbrutto gibt er mit 160.000 Euro an. Außerdem wurde er „mit achtzig Prozent seines ­Letztbezuges schön abgefertigt“. Heute verdient Mautner Markhof sein täglich Brot, indem er neue Marken ­aufbaut. Der erste Kunde vor vier Jahren war die Horn-Schmuck-Designerin Anita Münz, Schwester eines bekannten Sozialwissenschaftlers. Jetzt baut er gerade eine Pflegeserienmarke für einen französischen Konzern auf. Mehr wird noch nicht verraten. Wie gestaltet sich sein Gehalt prinzipiell? „Ich verdiene nur, wenn ich für meinen Kunden Umsatz lukriere“, erklärt er. Ob er nicht auch vom Vermögen der Familie zehrt? Mautner Markhof verneint. Sein Vater Karlmann war „nur“ Direktor der Stadlauer Malzfabrik. Ansonsten habe er mit denen von Mautner Markhof heute keine geschäftliche Verbindung mehr. Ein Grund dafür, dass er sich mit der ganzen Familie gut verstehe. Eigentlich eine eigene Kunst. Denn die „Georgianer“, die für die Produktions­bereiche Senf und Essig zuständig waren, haben sich mit den „Manfredianern“ – die mit den Bier-Aktivitäten – fast bis aufs Messer bekriegt.

Von Gabriela Schnabel

Body & Soul

Raiffeisen-Holding Generaldirektor Klaus Buchleitner - der virtuose Problemlöser

Doris Felber gab nie klein bei. Jetzt feiert sie - und gleichzeitig die Bäckerei - ein Jubiläum.
 

Body & Soul

"Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen"

Zum Abschied gibts noch eine große Party im Wiener Odeon Theater.
 

body and soul

Hermann Becker, Grandseigneur der
Porsche-Holding, geht in Pension