Step by Step: Günther Göschl, Finanzchef von Oracle Österreich

Günther Göschl, Finanzchef von Oracle Österreich, wird „Running Captain“ genannt. Er trainiert mit Geschäftspartnern im Fitnesscenter und trimmt sich für den Marathon.

Günther Göschl, 52, Finanzchef von ­Oracle Österreich, ist bei Gott kein Hardcore-Sportler, sondern vielmehr ein Durchschnittsmensch, bei dem wie bei so vielen anderen das Essen gleich anschlägt. Also hat sich der Mann eine Strategie überlegt, wie er seinen Körper überlisten kann. Und die lautet folgendermaßen: „Ich verzichte zwei- bis dreimal die Woche auf den Businesslunch und frage den einen oder anderen Geschäftspartner: ‚Wollen Sie mit mir stattdessen fitnessen gehen?‘“

Was so viel bedeutet, dass Göschl in das neben ­Oracle gelegene Fitnesscenter Holmes Place in Wien-Donaustadt wechselt und seine Besprechungen am Crosstrainer abhält. Eine prima Idee, findet der Hobby­sportler. „Während andere mittags zulegen, verbrenne ich 700 Kilokalorien und erledige dabei gleich auch meine Arbeit.“ Einmal die Woche legt Göschl ein Zirkeltraining an den Geräten ein, damit die Muskeln „nicht einschlafen“. Auch auf Dienstreisen bevorzugt der Mann Hotels mit angeschlossenem Fitnesscenter. Sein Training absolviert er meist vor dem Frühstück.

Umdenken am Tulbinger Kogel

Aber so konditionsstark war der Manager nicht immer. Rückblende ins Jahr 1988: Göschl macht ein paar Aufwärmübungen, um fit für den Lauf auf den Tul­binger Kogel nordwestlich von Wien zu sein. ­Dabei hat er 450 Höhenmeter zu überwinden. Als er am Ziel ankommt, ringt er schwer nach Luft, während seine 50-jährigen Mitstreiter noch immer topfit zu sein scheinen. Das war vor 23 Jahren – und hat bei Göschl ein echtes Umdenken bewirkt. „So etwas sollte mir nicht mehr passieren, sagte ich mir – und so habe ich damals mit dem Laufsport begonnen“, erinnert sich der Sportsmann zurück. Den Halbmarathon läuft er heute in zwei Stunden. Und in der Österreich-Niederlassung der von Larry Ellison gegründeten Softwarefirma nennt man ihn „Running Captain“.

Next step: Vollmarathon

Als Nächstes hat sich der Wiener einen Vollmarathon vorgenommen, denn „man braucht immer ein Ziel“. Am liebsten spult der Absolvent der Wirtschaftsuni seine Kilometer im Wiener Prater herunter: Erstens laufe er „lieber auf weichem Boden“, und zweitens sei „das die beste Umgebung, um über neue Konzepte nachzudenken und den Kopf frei zu bekommen“.
Bei Oracle wird Sport generell großgeschrieben.

So gibt es sieben verschiedene Sportsektionen im ­Unternehmen. Und dieses Jahr ist geplant, den Groß­glockner zu bezwingen. Zudem ist die Internetcom­pany Mitglied bei Holmes Place. Gut 130 Mit­arbeiter machen von diesem Angebot Gebrauch. Einmal im Jahr gibt es den bereits traditionellen Stiegenlauf im IZD Tower, der Homebase von Oracle; die Belegschaft stellt auch das größte Team, wenn es um die Be­wältigung der 34 Stockwerke geht. „Jedes Mal denke ich mir, das war das letzte Mal, wenn ich dann am Ziel fünf Minuten lang nach Luft ringe“, hadert Göschl.

Im freien Fall mit 90 Stundenkilometern

Aber trotzdem überwindet Göschl immer wieder seinen inneren Schweinehund. Das tat er auch, als er sich erstmals zum Bungeejumpen aus 152 Meter Höhe vom Wiener Donauturm überreden ließ. „Ich habe drei Monate gebraucht, um mich zu entschließen. Aber letztendlich war es ein Hochgefühl, das ich nicht missen möchte“, zeigt sich der Manager noch immer begeistert. Göschl zählte rückwärts: „Drei, zwei, eins, null“, dann ließ er sich fallen. „Ich erreichte im freien Fall eine Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern – und plötzlich spürte ich, wie mich das Bungee wieder hinaufschleuderte“, schildert er sein Erlebnis. Von seinem Bürofenster aus sieht Göschl täglich zum Donauturm hinüber. Und ab und zu juckt es ihn schon, das Gefühl des freien Falles wieder zu erleben.

– Gabriela Schnabel

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