Starvisagist und Bruce-Willis-Lookalike Andreas Lackner über sein Reiseverhalten

Andreas Lackner schminkte und frisierte früher Models. Heute gibt seine Agentur Perfect Props dem Life Ball und der Fête Impériale ein schönes Gesicht. Entspannen tut der Bruce-Willis-Verschnitt auf Reisen, im Bett und beim Kochen.

Andreas Lackner, 52, sieht sich weder als Eventguru noch als Starstylist. Dabei ist beides wahrscheinlich ziemlich treffend. Der Abgänger der Modeschule Hetzendorf schminkte und frisierte früher Models und professionalisierte die Stylingszene Österreichs. Er ging für sechs Jahre nach Mailand, verschönerte eine Cindy Crawford für das Magazin „Amica“, als sie noch 20 Kilo schwerer war, produzierte Shootings mit dem mittlerweile verstorbenen Peter Baumann für „Playboy“ und jobbte mit Peter Tschepka an der Bar im Wiener Szenelokal Motto. Heute kennt Tschepka jeder als Modedesigner Helmut Lang. Und Lackner verschönert noch immer Menschen – aber auch jedes Fest. Mit seiner Agentur Perfect Props gibt er dem Life Ball oder der Fête Impériale ein Gesicht, veranstaltet aber auch feine Events für die Kultmarke Diesel oder richtet Hochzeitsfestivitäten – etwa jene von Hotelerbin Bettina Steigenberger – aus.

Der Inspirationsaufsauger

Lackner liebt seinen Job. Gerade deshalb fällt es ihm nicht ganz leicht, Beruf und Privatleben zu trennen. Fast könnte man meinen, er hat Facettenaugen wie eine Fliege, da er alles um sich wahrnimmt und sofort in einer seiner vielen Schubladen im Hirn abspeichert. Denn wer weiß – das gerade Gesehene könnte man ja beim nächsten Event umsetzen … Lackner bezeichnet sich als „Inspirationsaufsauger“ – mit Vorliebe in Europa und ab und zu in Asien.

In Paris holt er sich Ideen im Kristallmuseum Baccarat. Kopenhagen gefällt ihm vor allem wegen der „vielen jungen Menschen, aber auch wegen des Zusammentreffens von Tradition und Moderne“. Diese Kombination war auch eine seiner Aufgabenstellungen bei der nächste Woche stattfindenden Fête Impériale, die er als Kreativdirektor für Elisabeth Gürtler bereits zum zweiten Mal ausrichten darf. Dieses Jahr holte er sich seine Farbinspiration für Wiens elegantesten Sommerball auf der Insel Capri. „Zum mediterranen wie imperialen Colour-Blocking in Türkis und Lime werden klassisches Schwarz und Weiß kombiniert. Die Kreativität gibt mir die meiste Kraft, nimmt sie mir aber gleichzeitig wieder, weil ich sie gleich umsetzen muss“, versucht der Schöngeist seinen Energiequell zu skizzieren.

Doch auch ein Quecksilber wie Lackner macht mal Pause. Und das meist auf ganz simple Art. „In Wahrheit bin ich gerne zuhause – im Sinne von niemanden sehen“, gesteht er. Zuhause sein und einfach lange schlafen oder für seine Freunde kochen. Der Hetzendorf-Schüler liebt auch Bücher und Modemagazine. Doch er gesteht, dass er „eher ein Blätterer“ denn ein Leser ist. Seine „Vogue“-Sammlung reicht bis in die frühen 1980er zurück.

Entspannen tut der Bruce-Willis-Verschnitt freilich gerne auf Reisen. Doch seine Entspannung fängt erst an, wenn er „dort ist“. Das liegt daran, dass Lackner früher beruflich viel reisen musste – das sei „irrsinnig anstrengend“ gewesen; und „sehen tust auch nie was“, erinnert er sich. Heute teilt er seine Urlaube in Städtereisen – quasi als Inspiration für seinen Veranstalterjob – und in sogenannte Wellnessreisen. Seine Absteigen wählt er je nach Land und Umgebung. „In Rom brauche ich ein schrulliges Hotel, in Miami ein witziges, spleeniges, und in Bangkok wohne ich meist im Mandarin Oriental“, erzählt Lackner. Bisher stand Brasilien ganz oben auf seiner Reiseliste. Er liebe den Karneval, an dem er oft teilgenommen hat – das Lernen der Sambatexte und der korrekten Tanzschritte inklusive.

Jetzt mag er es ein wenig beschaulicher, quasi körperbewusster. Zumindest in der stillen Jahreszeit fährt er gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Andreas Oberkanins zur Ayurveda-Kur nach Sri Lanka. Das heißt für die beiden dann: Tagwache um sechs Uhr, viele Ayurveda-Behandlungen – und Faulenzen. „Und um 21 Uhr ist Bettruhe angesagt, das ist herrlich“, erzählt Lackner. „Wir gehen vielleicht einmal ins Dorf, verlassen aber das Resort ansonsten überhaupt nicht.“ Zum Abschluss dieses vierwöchigen Urlaubs gibt’s, so Lackner, das Highlight: Dann wird für fünf Tage in das luxuriöse Amanresort auf Sri Lanka übersiedelt. Und hier wird der gute Mann dann auch wieder auf das echte Leben vorbereitet.

Doch bis Weihnachten ist es noch lange hin. Und neben den vielen Events arbeitet der Schönmacher gerade an einem 360-Seiten-Buch über Eventgestaltung. Quasi eine Vorher-nachher-Dokumentation von Locations in Wien. Lackner ist es wichtig, zu dokumentieren, was alles möglich ist – wie man beispielsweise „in ein altes Palais einen modernden Twist reinbringt“. In between tankt er dann doch ein paar Tage Sonne, gesteht er. Und wohin geht der Kurztrip? „Direkt nach Ibiza. Aber nicht das Party-Ibiza“, wehrt Lackner ab, „sondern zu meinem Freund Bernd Schlacher.“ Wer den Szene-Caterer und Motto-Chef allerdings kennt, weiß, dass das sicherlich ein Wellness urlaub erster Sahne wird.

– Gabriela Schnabel

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