Schiff ahoi! Wien-Holding-Geschäftsführer Peter Hanke sticht am Neusiedlersee in See

Das Element von Wien-Holding-Chef Peter Hanke ist das Wasser. Mit Filius Philipp walkt er im Schnellschritt an der Alten Donau. Am Neusiedler See hisst er die Segel seiner „Sunrise“.

Peter Hanke, 45, ist Geschäftsführer der Wien Holding. Nennt man seinen Namen, sind oft Verwechslungen programmiert. Auch die Suchmaschine Google spuckt bei der Eingabe von „Peter Hanke“ als erstes Ergebnis den Eintrag „Peter Handke“ auf Wikipedia aus.

Umsatzstarke Holding
Doch es gibt Schlimmeres, als mit einem der erfolgreichsten österreichischen Schriftsteller verwechselt zu werden. Hanke ist in seinem Metier nicht minder erfolgreich. Und damit hält der Manager auch gar nicht hinter dem Berg. „Es ist ein Mythos, dass Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand nicht profitabel, erfolgreich und zukunftsorientiert wirtschaften können. Die Wien Holding ist ein überzeugender Beweis dafür, dass sich volkswirtschaftliches und privatwirtschaftliches Denken nicht widersprechen müssen“, wehrt sich Hanke präventiv auf seiner Homepage gegen jene, die meinen, staatsnahe Unternehmen seien nicht fähig, ordentlich zu wirtschaften. Die Unternehmen der Wien Holding (u. a. die Vereinigten Bühnen, der Wiener Hafen, Kabel TV und große Immobilienprojekte wie „Neu Stadlau“) erzielten im Vorjahr einen Umsatz von 350 Millionen Euro. Zur Wertschöpfung in Wien trägt das Unternehmen rund eine Milliarde Euro bei und sichert so direkt und indirekt rund 15.000 Arbeitsplätze.

Frischluftwalks und Segeltörns
Langeweile kommt bei Hanke, der nebenbei noch in gut einem Dutzend Aufsichtsräten sitzt, jedenfalls keine auf. „Montag bis Freitag habe ich einen satten Terminplan, der wenig Freizeit vermittelt“, erzählt er. Doch das Wochenende hat er für seine Familie geblockt. Mit dem ältesten Sohn Matthias, 17, geht das Favoritner Urgestein auf den Fußballplatz. „Ich bin ein großer Austria-Fan“, outet er sich. Tochter Carina, 13, skatet mit Papi gerne auf der Donauinsel. Und mit dem erst sechs Monate alte Philipp unternimmt Hanke eineinhalbstündige „Frischluftwalks im flotten Schritt“ an der Alten Donau. Das Wasser ist ohnedies Hankes Element. Schon als 15-Jähriger absolvierte er in Weiden am Neusiedler See den sogenannten A-Schein, der ihn befähigt, auf allen österreichischen Binnengewässern ein Boot zu steuern. „Segeln ist ein Natur­erlebnis für mich, unabhängig vom aktuellen Wetter“, beschreibt Hanke seine Leidenschaft.

40 Quadratmeter Segelfläche
Vor ein paar Jahren hat sich der Manager deshalb einen Motorsegler der Marke MacGregor angeschafft und ihn auf den Namen „Sunrise“ getauft. Das Boot mit einer Segelfläche von 40 Quadratmetern liegt in Rust vor Anker. Dort hat die Familie Hanke auch ein kleines Apartment, das meist am Wochenende genutzt wird. „Das Bootfahren ist ein Spaß für alle. Entweder segeln wir gemeinsam, oder die Kinder lassen sich vom Boot hintennachziehen.“ Der Wien-Holding-Chef segelt auch gerne einmal ganz alleine. „Für mich ist das eine gute Art abzuschalten“, erzählt er. Warum er gerade am Neusiedler See vor Anker liegt, erklärt er mit der Nähe zu Wien, außerdem gilt der einzige Steppensee Europas mit seinem breiten Schilfgürtel als das beste Segelrevier Öster­reichs.

Wasserrettung musste ausrücken
Zwei Winde beherrschen das Geschehen am Neusiedler See. Der freundliche Südwind bei 26 Grad und Sonnenschein ist das Nonplusultra für Segler. Der Nordwestwind bringt allerdings schon Windstärken von 4 bis 7 Beaufort, und an schwülen, gewittrigen Sommertagen können Sturmböen kurzzeitig 10 bis 12 erreichen. Gepaart mit Blitzschlag, ergibt das durchaus gefährliche Situationen. Aufgrund der geringen Wassertiefe ist die Wellenbildung kurz und sehr steil und für die Boote sehr unangenehm. Diese Erfahrung hat auch Hanke schon gemacht. „Wir wollten Purbach ansteuern und mussten wegen dem starken Wind aufkreuzen (im Zickzack gegen den Wind segeln). Bei Windstärke sechs war das Boot schließlich manövrierunfähig. Wir sind im wahrs­ten Sinne des Wortes im Gatsch stecken geblieben. Die Wasserrettung muss­te ausrücken“, erinnert sich Hanke.

Meerluft an der Adria geschnuppert
Doch solche Situationen gehören zum Erlebnis am Wasser dazu. Viel mehr fürchtet der Manager, dass, wie es in diversen Studien heißt, der Neusiedler See bald komplett austrocknen könnte. Davon ist jedenfalls in dieser Sommersaison nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Der Wasserstand des Sees steigt unaufhörlich. Derzeit ist er so hoch wie zuletzt vor neun Jahren. Doch auch für den Worst Case hat Hanke in Gedanken bereits vorgesorgt. „Dann werde ich wohl oder übel das Küstenpatent machen und meine Segelleidenschaft auf das sogenannte Blauwasser (steht für die Farbe des Meeres, Anm.) verlegen müssen.“ Ein wenig Meer hat der Wien-Holding-Chef ja schon geschnuppert: „Wir sind mit einer Segelyacht von Portoroz, einem Kurort im slowenischen Istrien, nach Grado ­gesegelt. Das war sehr beschaulich.“ Und wenn alle Leinen reißen, kann Hanke ja noch immer mit dem Twin City Liner der Wien Holding zwischen dem Schwedenplatz und Bratislava Schifferl fahren.

Im Bild: Peter Hanke auf ­seiner „Sunrise“, die am Neusiedler See in Rust vor Anker liegt.

Von Gabriela Schnabel

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