Saubere Töne: Herrscher über 'La Prairie' wäre beinahe Berufsmusiker geworden

Dirk Trappmann, 48, CEO des Kosmetikkonzerns Juvena, spielte zwölf Jahre in der Band „The Hurricans“. Heute geht er seiner Passion in Form von Hausmusik mit der Familie oder Freunden nach.

Die Weisheit der Tante Jolesch, „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus!“, teilt Dirk Trappmann, 48, keinesfalls. Ohne einen prüfenden Blick in den Spiegel zu werfen, lässt sich der CEO des Kosmetikkonzerns Juvena International jedenfalls nicht vom Fotografen ablichten. Trappmann steht zu seiner Eitelkeit. „Ich benötige morgens die gleiche Zeit im Bad wie meine Frau Ilona.“ Und: Er greift mindestens zu vier, fünf Tiegelchen und Tuben, damit sein Teint rosig-frisch strahlt. Der Manager, weltweit zuständig für die Prestigemarken der Gruppe mit La Prairie, Juvena of Switzerland, Marlies Möller Beauty Hair Care und SBT Skin Biology Therapy, hätte sich früher nie träumen ­lassen, dass er mal im Beauty- und Pflegesektor landen würde.

Traumjob Musiker
Der Sohn eines Bundesgrenzschutzbeamten und einer Hausfrau, aufgewachsen mit drei Brüdern in der Eisenbahnerstadt Bebra an der Grenze zur damaligen DDR, wollte eigentlich Musiker werden. Zusammen mit fünf Kollegen bildete der Trompeter und Gitarrist in jungen Jahren die Band „The Hurricans“, die gut zwölf Jahre lang mit Veranstaltungen und Tanzwettbewerben in Deutschland für Stimmung sorgte. „Wir haben gutes Geld verdient. So kam ich auch super durch mein Betriebswirtschaftsstu­dium“, erzählt er. Die Liebe zur Musik hat der Manager quasi mit der Muttermilch mitbekommen. Der Vater war begeisterter Schlagzeuger, und seine Brüder spielen Saxofon, Klari­nette und Keyboard. „Wir haben oft Hausmusik gemacht“, erinnert er sich zurück. Während seines Studiums verdiente er sich sein erstes Geld in der Volkshochschule als Musiklehrer.

Vom Bandleader zum Junior-Manager
Trappmann, der nicht nur Bandmitglied der Hurricans war, sondern auch als Manager die Geschäfte der Combo regelte, musste sich nach seinem Studium entscheiden, ob er der Musikbranche treu bleibt oder einen gescheiten Brotberuf ergreift. „Wir waren echt gut und am Sprung zu Profimusikern“, erzählt der passionierte Trompeter und Gitarrist, „ab und zu haben die heute international ­bekannten Wildecker Herzbuben (‚Herzilein‘) bei uns in der Band ausgeholfen. Die haben Karriere gemacht.“ In letzter Konsequenz entschied sich der Rolling-Stones-Fan dann doch für einen „seriösen“ Beruf.

Asien gegen Österreich
Trappmann heuerte 1986 bei Procter&Gamble an und stieg die Karriereleiter rasant empor. Innerhalb von sechs Jahren hatte er fünf verschiedene Jobs. 1992 wechselte er zum Beiersdorf-Konzern nach Hamburg. Und fing nochmals ganz unten an, als Junior in der Marketingabteilung. 2000 zeichnete er als Managing Director für Thailand verantwortlich, blieb dort fünf Jahre, bevor er seinen heutigen Job bei ­Juvena mit Headquarter in der Schweiz ­antrat. „Leicht ist meiner Familie und mir der Kulturwechsel nicht gefallen. Asien ist eine absolute Dienstleistungsgesellschaft, da wird einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen.“ Trappmann ist nicht abergläubisch. Seinem Jobwechsel ging jedoch ein schicksalhaftes Ereignis voraus. „Meine Frau besuchte in Thailand einen Kochkurs mit Schwerpunkt Schweizer Spezialitäten. Zwei Wochen später stand fest, dass wir in die Schweiz übersiedeln werden. Ein komischer Zufall, oder?“

Tochter Chantal, die Singende
Mittlerweile lebt der Manager samt Frau und der achtjährigen Tochter ganz gerne in Uetikon im Kanton Zürich. Seine Musikleidenschaft lebt er nicht mehr so intensiv aus, Zeit dafür nimmt er sich schon. „Meine Frau spielt Klarinette, und meine Tochter lernt gerade Klavier. Außerdem singt sie gerne, und Chantal bedeutet ja so viel wie ‚die Singende‘“, freut sich Trappmann über die gelungene Namensgebung. Ab und zu machen die drei Hausmusik. Doch wer die Hälfte seiner Arbeitszeit auf Reisen ist und so viel im Flieger sitzt wie der Juvena-Manager, braucht eine zusätzliche Work-Life-Ba­lance: Das ist das Laufen. Seit Weihnachten trainiert der Beauty-Man wieder intensiv. Er legt pro Woche gut 100 Kilometer zurück. „Das tut ganz gut, wenn der Körper wieder auf Fettverbrennung umschaltet. Da kann man essen, was man will, da bleibt kein Fett hängen“, zeigt sich Trappmann erfreut.

Allzeit bereit
Die Laufschuhe hat er immer mit im ­Gepäck. Am Mittwoch hatte er zu viele geschäftliche Termine, doch am Donnerstag zog er einige Fett verbrennende Runden in Wien. Und auf welche Rezepte setzt der körperbewusste Manager noch, um fit zu bleiben? „Ich trinke mindestens drei Liter Flüssigkeit pro Tag, mäßig Alkohol, habe eine ausgewogene Ernährung und rauche nicht.“ In seiner besten Zeit hatte er einen Fettanteil von zwölf Prozent, heute dürfte der Endvierziger nicht weit drüber liegen. Hat Tante Jolesch doch Recht? Und damit seine Gesichtskonturen mit dem sportlich-straffen Körper mithalten können, hat der Mann eine neue Rezeptur erfunden. Ab April gibt es „Juvena Neu“, eine Pflege­serie, die auf der Skin-Nova-Technologie von Professorin Odile Damour begründet ist und die den Hauterneuerungsprozess stark fördert. „Kurzum, wir kreieren frische, neue Haut. Und sollte das alles nichts nutzen, macht es auch nichts, denn wer keine Fältchen hat, der hat nicht gelebt“, lacht Trappmann.

Gabriela Schnabel

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