"Oben stehen und obeschaun": Salamander-
Chef Klaus Magele folgt dem Ruf der Berge

Salamander-Geschäftsführer Klaus Magele liebt Wandern und Mountainbiken. Und war schon als Kind ganz schön erfindungsreich: Er bastelte sich für sein Rad Schneeketten aus Büroklammern.

Klaus Magele, 41, ist ein Aufsteiger, im wahrsten Sinne des Wortes. Ob es seine berufliche Karriere betrifft oder seine sportlichen Aktivitäten, der Geschäftsführer von Salamander Österreich mag gerne hoch hinaus. „Das Schönste ist für mich oben stehen und obeschaun“, umreißt der Sportsmann seine Liebe zu den Bergen. Die erklimmt er zu Fuß ebenso wie mit dem Mountainbike. Am liebsten in Begleitung von seiner Frau Barbara und Filius Niki.

Verantwortung in jungen Jahren
Aufgewachsen ist der Schuhhandelsmanager in der grünen Steiermark. Nach seiner kaufmännischen Lehre bei der damaligen Einkaufsgenossenschaft Ring-Schuh wechselte er kurzzeitig das Fach und jobbte als Producer bei einer Werbeagentur. Eine Fehlentscheidung: „Ich war ständig der Reibepunkt zwischen dem Kunden, den Lieferanten und den Grafikern, das war eine Katastrophe“, erinnert sich Magele an das eine Jahr seines Sidesteps zurück. Mit 21 Jahren fand er quasi seinen ersten Traumjob: Fredi Herzl, damaliger Chef der Schuhhandelskette Stiefelkönig, holte den jungen Mann als Einkäufer. „Ich war damals in alter Währung immerhin für zweihundertfünzig Millionen Schilling verantwortlich“, verweist Magele darauf, in welcher Vertrauensposition er schon in jungen Jahren tätig war.

Von Graz nach Taipeh
Doch Graz wurde dem Jungmanager irgendwann zu eng. Außerdem reizte den Karrieristen der Weg in die Selbständigkeit und in die weite Welt. Auf dem Programm stand Asien. Dort ließ Magele auf eigene Rechnung Schneeschuhe produzieren. Er war vom Entwurf bis hin zum Prototyp alleinverantwortlich. „Du zeichnest, suchst das Material aus, erteilst den Auftrag, fliegst dann heim und wartest darauf, was passiert“. Passiert ist nix. Alles ist gut gegangen. Nur die lange Trennung von seiner damaligen Freundin und jetzigen Frau Barbara dauerte ihm viel zu lange. Es gab nur einen Flug in der Woche von Taipeh/Taiwan über Frankfurt nach Österreich. Mobiltelefone waren noch eine Rarität. Der Zufall verhalf Magele dazu, sich alsbald wieder in Österreich jobmäßig zu verdingen. „Beim Billa in Liesing lief mir ein Puma-Vertreter über den Weg und erzählte, dass Salamander einen Einkaufsleiter sucht. Drei Wochen später hatte ich den Job“, erzählt Magele. 2007 übernahm er die Geschäftsleitung für Salamander in Ungarn und seit kurzem zeichnet er auch für Österreich verantwortlich.

Heimweh nach Österreich
In Taipeh vermisste der Schuhmanager nicht nur seine Familie, sondern auch die heimischen Berge. „Wir haben in Österreich unzählige Dreitausender, da brauche ich keinen Yushan (Anm.: höchster Berg Taiwans, 3952 m) “, so Magele. Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike, beides ist dem Bergfex recht. Während der Woche konzentriert Magele seine Sinne auf die Arbeit und abends auf sportliche Tätigkeiten im Flachland. Fixpunkt ist Sohn Niki, den er täglich zur Schule fährt. „Das ist die einzige Zeit, wo ich meinen Sohn für mich alleine habe.“ Auf dem Weg zur Arbeit von Stammersdorf in die Salamander-CEE-Zentrale in Meidling nutzt der Manager die Zeit für Telefonate. Und wenn es die Zeit erlaubt, schwingt sich Magele abends aufs Rad und fährt entlang der Donau. Kürzlich unternahm er mit seinem Vater eine Radtour von Amstetten nach Wien: Das ist eine Distanz von zweimal 120 Kilometern, die die beiden Herren durchgefahren sind. „Ich war beeindruckt, welche Kondition mein Vater mit 71 Jahren noch hat. Dabei war das für ihn nur eine Kurzstrecke. Der alte Herr schafft auch 1.000 Kilometer in der Woche.“ Die Sportlichkeit liegt bei den Mageles in der Familie. Mit seinem zehnjährigen Sohn Niki unternimmt der spritzige Manager Mountainbike-Touren auf den Bisamberg.

Schneeketten aus Büroklammern
Schon als Kind war Magele mit dem Radl am Berg unterwegs. Und zwar am Plabutsch, einem im Nordwesten von Graz liegenden Berg, mit 754 Metern der höchste Berg von der Stadt mit dem Uhrturm. „Meistens bin ich vom Plabutsch zum Thalersee geradelt“, erzählt der Manager. Dem Drahtesel der Marke Puch Maxi gönnte der kleine Magele auch im Winter keine Ruhe. „Damit ich auch im Schnee rutschsicher war, bastelte ich mir aus Büroklammern Schneeketten.“ Der Berg, das Wandern und das Radfahren führen auch heute noch die Lieblingssportarten des Salamander-Mannes an. „Mindestens einen Tag am Wochenende bin ich mit meiner Familie wandern oder mit dem Rad im Gelände unterwegs.“ Das gilt auch für den Urlaub. „Ich kann am besten abschalten, wenn ich mich bewege, ob beim Wandern, Mountainbiken, Segeln, Radfahren oder Laufen“, erklärt der Manager.

Mit dem Kat in die Abenddämmerung
Die Sommerferien werden meist in In- und Auslandsurlaub geteilt. Seit Sohn Niki auf der Welt ist, verbringt die Familie immer eine Woche auf dem sonnigen Mallorca: „Das ist ganz simpel. Wir sind jedes Jahr im selben Hotel, im selben Zimmer in Alcúdia. Dort gibt es elf Kilometer weißen Strand und gute Lokale. Mehr brauchen wir nicht“, meint Magele. Das heiß geliebte Bike wird in Spanien gegen einen sportlichen Katamaran getauscht. „Es gibt nichts Schöneres am Meer, als mit dem Kat in die Abenddämmerung zu segeln“, schwärmt Magele. Wenn die Familie in Wien weilt, frönt sie dem Segelsport am Neusiedler See. Den zweiten Teil des heurigen Sommerurlaubs verbrachten die Mageles im August am Hochkönig im Salzburger Land. „Vom Arthur-Haus wandert man in leichtem Auf und Ab gemütlich unterhalb der Mandlwände von einer kleinen Alm zur nächsten und genießt dabei die wunderbare Aussicht auf den mächtigen Hochkönig. Eine irre Landschaft über der Baumgrenze“, beschreibt Magele. „Wie schon gesagt: Das Schönste ist für mich oben stehen und obeschaun.“

Von Gabriela Schnabel

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