Major Golob: "Ich singe gratis, mache das aus Freundschaft und Freude am Singen"

Major Golob, Pressechef der Bundespolizeidirektion Wien, ist ein Original. Der Mann swingt wie Dean Martin und rockt wie Elvis. Seine Auftritte sind legendär. Die mit Teddy Podgorski ebenso wie die beim Mostheurigen.

Hätten mehr Polizisten das Gemüt von Major Johann Golob, 46, die Sympathiewerte für die Wiener Exekutive würden auf der Beliebtheitsskala steil nach oben schnellen. Greift der Neo-Pressechef der Bundespolizeidirektion Wien mit Gardemaß und stattlicher Figur auch noch zum Mikro und rockt wie einst Elvis Presley, hat er auch die letzten Zweifler auf seiner Seite.

Der Polizist als Freund und Helfer
Der Spruch „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ war stets oberste Prämisse des Majors. Er galt für alle und überall: Kaum in Amt und Würden und Uniform, stellte Golob seine Dienste im Zentrum Wiens der Polizeigewerkschaft zur Verfügung. Jahre später engagierte er sich in Wien-Donaustadt als Senioren-Kontaktbeamter. Und nachdem er nach Wien-Döbling versetzt worden war, initiierte er dort die Sicherheitspartnerschaft Oberdöbling ( www.sicherheitspartnerschaft-oberdoebling.at ), eine Zusammenarbeit von Polizei und ­Bewohnern, um die Sicherheit im Grätzl Pantzergasse zu steigern. „Der Vorteil dieser Initiative ist, dass nicht bei jeder kleinen Störung ein Polizeieinsatz notwendig wird. Die Menschen helfen ein­ander gegenseitig“, so Golob. Dieses Projekt sei vorbildhaft für alle Wiener Gemeindebezirke. Der neue Wiener ­Polizei-Pressechef hält es mit Aristoteles: Das Herz sei Sitz von Wahrnehmung und Empfindung. „Ich komme aus einer sehr sozia­len Familie“, erzählt er stolz, „meine solidarische Erziehung bringe ich in meinen Beruf ein.“

Die eigene Existenz sichern
Eigentlich wollte Golob ja Anwalt werden, der Drang zum Polizeiberuf kam spontan. „Ich hatte immer ein friktionsfreies Verhältnis zur Exekutive, hinzu kam der Wunsch, eigenständig rasch Geld zu verdienen. Bei der Polizei wurden mir rasch Perspektiven und Aufstiegschancen geboten“, erzählt Golob. Aufgewachsen ist er in St. Aegyd am Neuwalde in Niederösterreich. Die Eltern arbeiteten beide in den Vereinigten Edelstahlwerken, die später in der Voest aufgingen. Dort hatte der Major auch seine ersten musikalischen Auftritte: als Trompetenspieler bei der Werkskapelle. Musik war in der Familie überhaupt eine Selbstverständlichkeit. „Die Mutter sang und spielte Zither, Vater zupfte die Geige und spielte Gitarre. Und der Großvater war ohnehin ein Universalgenie, ­sowohl singend als auch mehrere Instrumente beherrschend“, erzählt Golob, der in der Mittelschule dazu noch die hohe Kunst des Klavierspiels erlernte. „Ein paar Hadern am Klavier kann ich auch heute noch.“

Pfeifende Kommunikation, musikalische Amtshandlung
Mobiltelefon gab es ­damals ja noch keines. Also verständigte sich die Familie Golob anders, wenn sie etwas mitzuteilen hatte: „Wenn er Mutter brauchte, pfiff Vater die achte Sinfonie von Beethoven, wollte er mich erreichen, trällerte er das zweite Mozart-Hornkonzert“, erinnert sich der frischgebackene Öffentlichkeitsarbeiter. Seine Liebe zu Wien entdeckte er, als er nach Abschluss der Polizeischule seinen ersten Dienst „Am Hof“ in der Wiener Innenstadt versah. „Damals habe ich das Innenstadtlokal Gutruf, Treffpunkt und Heimat namhafter Wiener Künstlerlegenden wie Helmut Qualtinger und Carl Merz, kennen gelernt.“ Von daher rührt auch Golobs Freundschaft zu Ex-ORF-Generalintendant Thaddäus Podgorski, mit dem er dann und wann, etwa am Theater in der Josefstadt, gemeinsam auftritt. „Der Teddy erzählt Wiener G’schichten, und ich komm auf die Bühne und sing den ‚Jailhouse Rock‘ von Elvis.“

Echtheitstest für Buchbinder
Dass der Herr Major eine musikalische Ader hat, sprach sich im Döblinger Dis­trikt rasch herum. Eines Tages meldete sich Konzertpianist Rudolf Buchbinder telefonisch bei Golob am Revier: „Ich habe ein Problem. Ich muss einen Steinway-Flügel in meine Villa liefern, werde jedoch von parkenden Autos behindert.“ – „Das müssen Sie erst beweisen, dass Sie der Buchbinder sind. Ich pfeife Ihnen ein Stück vor, und Sie sagen mir, von wem es ist“, schlug Golob vor. Er stimmte ein paar Takte von Beethovens fünftem Klavierkonzert an, für Buchbinder wohlbekannte Töne. „Bestanden, wir kommen“, antwortete Golob lachend. Der Major ist – wäre er nicht niederösterreichstämmig – ein echtes Wiener Original. Golob singt weiter zum Spaß, meist im Freundeskreis oder beim Mostheurigen. Da heißt es nur: „Komm, Hansi, sing ma ein bisserl.“ Am liebsten interpretiert der Herr Major Dean Martin, Elvis Presley sowie Country-and-Western-Musiker. „Wir musizieren spontan, einfach wie es sich ergibt.“ Das nächste Mal ergibt es sich übrigens im April. Da swingt Herr Major Golob wieder gemeinsam mit Teddy Podgorski im Theater in der Walfischgasse.

Von Gabriela Schnabel

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