Männer unter sich: Baumfällen und Baggern mit Klaus Schierhackl und Sohnemann

Klaus Schierhackl, Vorstandsdirektor der Asfinag, hat ein eigenwilliges Hobby: Er fährt am liebsten Traktor im eigenen Wald. Und mit Sohn Niklas unternimmt er schon mal längere Reisen – selbstverständlich mit dem Trecker.

Kleine Jungen spielen gerne mit Traktoren, Anhängern und anderen interessanten technischen Fahrzeugen. Große Jungen auch. Ein solcher ist Klaus Schierhackl, 41, Vorstandsdirektor der Asfinag (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG). „Schon als Kind haben mich Holzschlägerungs- und Forsterntemaschinen interessiert“, erzählt der sympathische, hemdsärmelige Mann. Der Vater war Förster in Klausen-Leopoldsdorf, Niederösterreich, die ­Mutter Tankstellenbetreiberin. Schierhackl selbst bewirtschaftet in seiner Freizeit heute einen Wald und bedient sich dabei großer Maschinen, die für Forstarbeiten notwendig sind. „Ich mache null Sport, mähe dafür, schneide Rosen, fälle Bäume oder bin mit dem Bagger am Graben“, erläutert Schierhackl mit einem breiten Grinsen. Seine Berufung kommt also nicht von ungefähr. „Wenn ich auf einem Autobahnparkplatz aussteige, ist das wie mein Zuhause. Hier spielt sich das wirkliche Leben ab, von der Geburt bis zum Tod“, schildert er. Er ­kenne aufgrund seines Jobs in Österreich jeden Landeshauptmann, alle ­Baudirektoren, Chefs von Hilfsorganisationen und Automobil-Clubs.

Steckenpferd Straßenverkehr
Die Leidenschaft für den Job nimmt man dem Manager zu hundert Prozent ab. Denn seit seiner Jugend tendierte er klar Richtung Technik und Verkehr. Nach seiner HTL-Ausbildung zum Maschinenbauingenieur studierte Schierhackl Betriebswirtschaft an der WU und arbeitete anschließend am Institut für Transportwirtschaft. Zwischendurch dissertierte er zum Thema „Ermittlung erforderlicher Förderungsbeträ­ge für den Fall einer kostenmäßigen Gleichstellung des Kombinierten Verkehrs mit dem konventionellen Straßengüterverkehr“. Nach einem zweijährigem Intermezzo bei MAN in München wechselte der gebürtige Niederösterreicher zur ASFINAG. Dort war er maßgeblich für das Projekt Lkw-Maut in Österreich zuständig und hat sich dabei einen exzellenten Ruf in der Branche erworben. Das tägliche Prozedere von Schierhackl ist immer das ­gleiche: Um 5.30 Uhr springt er aus den Federn und fährt von seiner Heimat­gemeinde Klausen-Leopoldsdorf etwa 40 Minuten in sein Büro in der Wiener Innenstadt. Ausnahme ist Freitag: Da bringt der Manger Sohn Niklas, 3, in den Kindergarten. Ein Zwölfstundentag ist das Normale. „Aber um 21.30 Uhr möchte ich gerne nachhause fahren, denn meine Frau wartet nur bis 23 Uhr auf mich“, scherzt er.

Im Wald von Maria Theresia
Die Fahrt nachhause ist bereits Erholung für den Mann. „Ich wohne dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, beschreibt Schierhackl die Idylle seines Orts mit leicht bayerischem Akzent. „Der kommt daher, dass von 1850 bis 1900 bayerische Forstarbeiter in Klausen-Leopoldsdorf gearbeitet haben.“ Fernsehen tut der Manager so gut wie nie. Die Ausnahme sind sechs Bildschirme im Büro, auf denen er die aktuelle Straßenlage auf den österreichischen Autobahnen verfolgen kann. Ansonsten widmet er sich in der Freizeit der manuellen Arbeit im Wald. „Es gibt 30 alte Häuser in Alland, deren Besitzer haben einst von Maria Theresia etwa 200 Hektar Wald bekommen, und der muss bewirtschaftet werden“, erzählt Schierhackl. Und das tut er mit ­Leiden­schaft. Sein großer Stolz sind ein Forstanhänger mit Kran und ein Knickschlepper. Bitte was? „Die Vorzüge dieses Gerätes kommen vor allem in schwierigem Gelände zum Tragen“, erläutert ­Schierhackl, „durch die enorme Zugkraft, den permanen­ten Allradantrieb und die Knicklenkung kann das Gerät enge Wenderadien im Wald fahren.“ Und last, but noch least besitzt der Hobby-Waldarbeiter noch einen „sensationellen“ Rasenmäher aus den USA mit einem 1,40 Meter breiten Mähwerk, der gar auf dem Stand drehen kann. Wow!

Wie der Vater so der Sohn
Niklas ist von den Arbeitsmaschinen ebenso begeistert wie sein Papa. Für den Knirps hat Schierhackl eigens einen Kindersitz mit Gurten am Traktor montiert. Ab und an werden mit dem großrädrigen Monster auch längere Touren unternommen. Im Sommer machten Vater und Sohn einen Ausflug nach Fischbach in der Steiermark. Immerhin mussten die beiden 150 Kilometer auf einer Strecke zurücklegen. „Letztlich waren wir bis Mitternacht unterwegs“, ist Schierhackl auf die Ausdauer seines Filius stolz. Er hat dem Jungen zwar angeboten, mit dem Pkw zurückzufahren, doch der meinte nur: „Und wer holt dann den Traktor ab?“ Sprach’s und blieb auf dem Kinder-Sozius. Das nächste Abenteuer haben Vater und Sohn schon im Visier. Die Aufgabe: eine Hackschnitzelheizung zu bauen. Da muss freilich zuvor noch kräftig umgebaggert werden, um einen Bunker für die Holz­lagerung zu errichten. Na dann: Viel Spaß beim Graben!

Von Gabriela Schnabel

Body & Soul

Raiffeisen-Holding Generaldirektor Klaus Buchleitner - der virtuose Problemlöser

Doris Felber gab nie klein bei. Jetzt feiert sie - und gleichzeitig die Bäckerei - ein Jubiläum.
 

Body & Soul

"Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen"

Zum Abschied gibts noch eine große Party im Wiener Odeon Theater.
 

body and soul

Hermann Becker, Grandseigneur der
Porsche-Holding, geht in Pension