Immer am Beat: Starbucks-Manager Frank Wubben auf der Suche nach einer Band

Frank Wubben, Manager für Starbucks Coffee Österreich und Schweiz, erlernte in der Musikschule das Trommeln. Als Student wechselte er zum Schlagzeug, das bis heute seine Passion geblieben ist.

Als echter Wiener ist man geneigt, sogenannte Coffeeshops argwöhnisch zu betrachten. Noch dazu solche, die aus Ländern kommen, wo Kaffee als durchsichtige braune Brühe serviert wird – weit entfernt von Bohnenkaffee. Doch Frank Wubben, 40, Manager für Starbucks in Österreich und der Schweiz, schafft es in einer Viertelstunde, diese Meinung schlagartig zu ändern. „Haben Sie schon einen Coffee-Test bei uns gemacht? Nein? Dann tun wir das doch.“ Zu den diversen Kaffeesorten, die allesamt nur aus hochwertigen Arabica-Bohnen bestehen, wird Zitronenkuchen gereicht. Und, welch ein Wunder, der Kaffee schmeckt tatsächlich sehr gut. Der Preis pro Becher ist mit 3,50 Euro auch sehr weit oben angesiedelt. „Unser Ziel ist es, gute Preise zu zahlen, damit die Kaffeefarmer und ihre Familien Gewinne erzielen“, so Wubben. Im Jahresschnitt zahlt Starbucks gut 30 Prozent über dem übli­chen Marktpreis.

Auf dem Weg von Wien nach Zürich
Mag sein, dass sich die charismatische Art von Wubben ein wenig auf das Aroma niederschlägt. Der Mann mit der Basketballspielergröße von 204 Zentimetern erzählt im lockeren Plauderton über sein Heimatland Holland, seine Karriere, seine Familie und seine schlagende Leidenschaft. Dabei hat der gebürtige Holländer nur knapp eine Stunde Zeit, um den City Airport Train zum Wiener Flughafen zu erreichen. „Der ist schneller und billiger als ein Taxi“, erklärt er. Chauffeur gibt’s sowieso keinen, und First-Class-Tickets zahlt das Unternehmen mit Firmensitz in Seattle, USA, für Kurzstreckenflüge wie von Wien nach Zürich schon gar nicht.

Suche dringend Haus und Band
Wubben ist auf dem Weg nachhause zu seiner Familie. Seine Frau Chantal und die drei Kinder Sem, 5, Carice, 3, und der ein­jährige Jurriaan leben in Genf, zwei, drei Autostunden von seinem Schweizer Büro in Volketswil/Zürich entfernt. Eigentlich sollte die junge Familie schon längst zusammen wohnen, doch bislang haben sie noch kein geeignetes Haus gefunden. Wubben, der als Starbucks-Chef erst seit April tätig ist, hat durch den Job- und Wohnungswechsel auch seiner geliebten Band als Schlagzeuger ade sagen müssen. „In einer Band zu spielen bedeutet Kontinuität, unter der Woche üben und am Wochenende spielen“, erklärt Wubben. „Die Band fehlt mir sehr, irgendwann in nächs­ter Zeit werde ich sicher wieder in einer Gruppe spielten, Drummer werden immer gesucht“, zeigt sich der Kaffee-Manager zuversichtlich.

Österreich verträgt noch mehr US-Kaffeekultur
Während der hoffentlich kurzen Drummer-Abstinenz widmet sich Wubben umso intensiver der Expansion der Firma Starbucks, die in Österreich und in der Schweiz 700 Mitarbeiter in 56 Stores beschäftigt. Die derzeit zwölf Wiener Shops möchte der Holländer noch verdoppeln. Insgesamt verträgt Österreich 50 bis 100 solcher Läden, ist Wubben überzeugt. Essen und Trinken ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Bis Ende 2008 war er bei der Delifrance Schweiz AG als General Manager tätig. Zuvor arbeitete er vier Jahre als Commercial Director im Management von Delifrance Niederlande. Davor war Frank Wubben bei Masterfoods in den Niederlanden und für Brands wie Pizza Hut und Kentucky Fried Chicken tätig.

Erstes Schlagzeug mit sechs Jahren
Der Mann ist Absolvent der Hotelfachschule Den Haag, wo er übrigens auch seine Frau Chantal kennen lernte. Beide haben eben denselben Geschmack, nicht nur was das Essen betrifft sondern auch im musikalischen Sinn. Chantal spielte Piano, Wubben Schlagzeug, und das passte prima. Instrumentalmusik begleitet Wubben schon seit seiner frühen Kindheit. Erst lernte er wie so viele drei Jahre lang Flöte spielen. Doch schon mit sechs Jahren bekam er sein erstes Schlagzeug. Später besuchte er die Musikschule in Delft, einer Universitätsstadt in Südholland, wo die Mitglieder der königlichen Familie in der Gruft der Nieuwe Kerk bestattet werden und wo Wubben auch seine Kindheit verbrachte. „Ich musste leider in der Schule auf einer Trommel spielen, doch das war mir zu seriös“, erzählt er. Mehr Spaß machte es ihm, als Student als Drummer in diversen Bands zu spielen.

Vorlieben von Rock bis Funk
Als er zwanzig Jahre alt war, durfte er sogar bei der Hermes House Band mitspielen. „Das war eine superbekannte Band“, schwärmt er. Die damalige Studentenband aus Rotterdam hat sich mittlerweile zu einer der bekanntesten Partybands der Welt entwickelt. Die Bandbreite von Wubbens Musikgeschmack reicht von Rock bis Funk, er hört aber auch gerne „Jazziges“ und ein bisserl etwas für die „Power“. Vor drei Wochen machte sich der Starbucks-Manager selbst eine Freude und besuchte das Bruce-Springsteen-Konzert in Bern. Besonders faszinierte ihn der erst 18 Jahre alte Drummer Jay Weinberg, der während der Tournee ab und zu für seinen Vater Max – dieser spielt schon seit 25 Jahren bei Springsteen – einspringen darf. „Das ist super, der junge Mann darf vor 60.000 Menschen spielen. Ich bin beeindruckt.“

Die Frau freispielen
Doch damit kein falscher Eindruck entsteht: Wubben ist nicht nur Workaholic und zieht wochenends mit seiner Band durch die Lande. Priorität hat nach wie vor seine junge Familie. „Geschäft ist schön und wichtig, doch man lebt nur einmal, und da muss das Sozialleben in einer guten Balance sein. Ich bin ein Familienmensch und profitiere viel von den Kindern“, so Wubben. In seiner Freizeit ist er auch für den derzeit 1.500 Quadratmeter großen Garten zuständig. Und da gibt es genug zu tun. „Wir haben viele Obstbäume und einen kleinen Gemüsegarten, das ist mein Part. Ebenso wie das Einkaufen am Wochenende, damit ich meine Frau freispiele“, erzählt er. „Und glauben Sie mir, mit drei kleinen Kindern shoppen zu gehen, das ist nicht immer einfach.“ Tja, da spricht er wohl so mancher Mutter aus der Seele. Wobei sich das Ehepaar ebenfalls ergänzt, sind Einladungen für Freunde. Die Spezialitäten der beiden: Zarzuela, ein spanisches Fischgericht, und Filet Wellington. Und wenn der Starbucks-Manager gut drauf ist, gibt er seinen Freunden eine Sondervorstellung auf dem Schlagzeug. Bald, so hofft er, wird er wieder in einer Band spielen. So kann sich eine größere Schar an seinem Beat erfreuen.

Von Gabriela Schnabel

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