Hoch hinaus bei Mobilfunker Orange: Petra Jakob lädt ihre Akkus bei Gipfelsiegen

Petra Jakob, die Kommunikationsmanagerin des Mobilfunkers Orange, ist ein Bergfex. Schon als Kind kletterte die Tochter von Hüttenwirten auf 3.000er. Heute wagt sie sich in noch viel höhere Sphären.

Das Telefon mag nicht stillstehen. Kaum hat Petra Jakob, 43, die Kommunikationschefin des Mobilfunkers Orange Austria, einen Anruf entgegengenommen, meldet das Display, dass schon der Nächste in der Warteschleife hängt. Seit das Geheimnis gelüftet ist, dass das dünnste Smartphone der Welt, das iPhone 4, in Österreich kurz vor der Markteinführung steht, sind die Begehrlichkeiten groß. Wie sieht es aus? Ist die Display-Auflösung wirklich so gestochen scharf? Was wird es kosten? Gibt es schon Testgeräte? Kann man unter der Hand schon eines haben? Fragen über Fragen. Jakob bleibt dennoch gelassen. Gibt Antworten in ihrer ruhigen Art, mit tirolerischem Akzent.

Kommunikationstalent

Stress ist sie gewohnt, und sie kann auch ganz gut damit umgehen. Jakob ist nicht nur für interne und externe Kommunikation von Orange zuständig, sondern managt auch noch die persönliche ­Öffentlichkeitsarbeit für ihren CEO Michael Krammer. Aber die Powerfrau hat gelernt, eine Trennlinie zwischen Job und Freizeit zu ziehen. „Ich bin ein großer Anhänger von Work-Life-Balance“, erzählt sie. „Ich arbeite täglich gut zehn Stunden und versuche, bis spätes­tens 19 Uhr das Büro zu verlassen, wenn geht, auch früher“, gibt sie ohne Umschweife zu. Ihr Credo: Nur wer entsprechend Energie tankt, ist auch fit im Job.

Kraftstoffgemisch Chlorophyll und Oxygen

Ihren Kraftstoff holt sich die Managerin beim Sport. „Ich muss dreimal die Woche laufen gehen, sonst bin ich grantig“, gesteht sie. Das heißt in jedem Fall raus in die Natur, in den Wald, rauf auf die Berge. Die im Tiroler Telfs aufgewachsene Frau lebt schon seit 16 Jahren in Wien, und sie findet die Bundeshauptstadt in der Tat „lebenswert, mit viel Grün“. Mächtige Berge gibt es hier zwar keine, aber für kleinere Touren tun es die Rax und der Schneeberg zur Not auch. „Ich habe schon als Baby Höhenluft geschnuppert. Ich bin in den Bergen aufgewachsen“, erzählt sie. Als Petra Jakob ein Kleinkind war, lebten ihre Eltern als Hüttenwirte auf 2.500 Meter Höhe im Ötztal. Später zog die Familie dann auf 1.600 Meter talwärts und betrieb dort 15 Jahre lang beim Obernberger See einen Gasthof. „I bin a richtige Wirtstochter“, betont Jakob in kernigem Dialekt. Mit ihrem Vater und den deutschen Urlaubsgästen ist sie damals sehr viel gewandert.

Extreme sind ihr fremd

Sie sei aber keine Extremkletterin, meint sie. Das kann man so und so sehen. Den Grand Couloir, den Jakob im Vorjahr bei ihrer Besteigung des Mont Blanc überquerte, würden viele als Wagnis betrachten, bei dem ihnen schon alleine beim Hinschauen schwindlig wird. Bei der Querung durch den 45 Grad steilen Grand Couloir kommt es auch immer wieder zu schweren Unfällen. Für Jakob fällt diese Art des Adrenalinanstiegs eher unter Meditation. „Man setzt einen Schritt vor den anderen und muss schon mal die Hände aus dem Hosensack nehmen, aber das geht ganz gut“, scherzt sie. Jakob ist zwar, seit sie stehen kann, auf den Bergen trittsicher unterwegs. Doch dass sie jetzt die Her­ausforderung auf Fünf- und Sechstausendern sucht, diese Leidenschaft hat sie erst vor ein paar Jahren entdeckt. Vorher gab es in der Wiener Stadt viel zu viel Entertainment für das Landmädel zu entdecken. Um fit zu bleiben, lief Jakob zwischendurch mal zwei Marathons.

'Nur auf 6.000 Meter gekommen'

Vor zwei Jahren stand dann Südamerika auf ihrem Plan. Ziel war, fünf Gipfel in Ecuador zu erklimmen. Erst nahm sich die Wandersfrau den 5.248 hohen Illiniza, einen nicht mehr aktiven Vulkan, vor. Dann folgte die Besteigung des 5.897 Meter hohen Cotopaxy, eines der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Und last, but not least versuchte die Orange-Sprecherin den mit 6.300 Metern höchsten Berg Ecuadors, den Chimborazo, zu bezwingen. „Leider bin ich nur bis auf 6.000 Meter gekommen. Wir sind stundenlang in der Finsternis gegangen. Je näher der Tag kam, desto schlechter wurde die Sicht“, erinnert sie sich.

Grenzerfahrungen in jeder Hinsicht

Bei diesem Trek hat Jakob auch einige Grenzerfahrungen gemacht. „Du bist komplett aus dem Rhythmus, gehst um 16 Uhr schlafen, nächtigst in grausigen Hütten und teilst mit zwanzig anderen Menschen die Schlafstatt. Die hygienischen Bedingungen spare ich hier aus“, umschreibt sie ihre diesbezügliche Erfahrung. „Man reduziert sich auf das Wesentliche, besinnt sich, kommt schluss­endlich gänzlich ohne Luxus aus.“ Aber auch für den vollen Datenspeicher im Hirn sind Jakobs Naturerlebnisse von Vorteil: „Mein Hirn wird quasi wie ein Computer wieder neu aufgesetzt.“ Dass man freilich auch mit der dünnen Luft in der Höhe kämpft, ist eine zusätzliche Herausforderung.

Aufwachen und Einschlafen mit der Natur

Nun hat Jakob erneut Höhenluft geschnuppert. Zwischen Weihnachten und Neujahr stand Kolumbien auf dem Reiseplan. Die Tour führte die Lady in die Sierra Nevada del Cocuy, wo sie eine Woche lang immer in einer Höhe von 4.200 bis 5.300 Metern eine Hochlandtrekking-Runde ging. „Übernachtet wurde in einfachen Zelten, ein einziges Highlight war der ständig wunderschöne Ausblick, das tolle Hochgebirgsmassiv und die vielen schönen Moospolster“, schwärmt Jakob noch jetzt. Nicht einmal einem Duzend Menschen ist sie in dieser Zeit begegnet. Ein Spaziergang war das trotzdem nicht. Tägliche Märsche von bis zu sieben Stunden mit 15 Kilogramm Marschgepäck auf dem Rücken standen auf der Tagsordnung. „In Kolumbien war nicht der Gipfel das Ziel, sondern das Aufwachen und das Einschlafen mit der Natur.“

Aber Kolumbien ist schon weit, weit weg. Jetzt freut sich Petra Jakob schon auf das nächste Abenteuer in drei Wochen. Da heißt es, Seil, Pickel und Wanderschuhe packen – und es geht ab nach Peru und Bolivien. Gemeinsam mit ihrem Freund Werner Trichtl wird Jakob dann drei Sechstausender besteigen.

Viel Glück und Berg Heil!

Gabriela Schnabel

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