Hannes Steinmetz, Geschäftsführer von Bundy Bundy auf Tauchstation

Für Hannes Steinmetz, Geschäftsführer und Schwiegersohn der Friseur-Dynastie Bundy Bundy, fängt der Tag um 5.30 Uhr an. Die Salons haben immer geöffnet, außer am Sonntag. Entspannung sucht Steinmetz am liebsten unter Wasser.

Die Nachfolge in Familienunternehmen ist oft ein schwieriges Unterfangen. Aber nicht, wenn Zufall und Liebe zuhilfe kommen wie bei den Friseurweltmeister-Brüdern Hans und Georg Bundy. Vanessa, der Tochter von Hans Bundy, kam einst der Stylist abhanden, weil der zum Bundesheer musste. Also nahm sich Hannes Steinmetz, damals Lehrling bei Bundy und selbst Spross einer angesehenen Wiener Friseur-Dynastie, der Haarpflege von Vanessa an. Das war vor 18 Jahren. Heute leitet Steinmetz, 36, gemeinsam mit den Seniorchefs und seiner Ehefrau Vanessa einen der ältesten Familienbetriebe Wiens.

Den ersten Salon eröffneten die Bundys 1919. Inzwischen betreibt man 13 „Style-in“-Friseurgeschäfte, die sich auf All-inclusive-Service spezialisiert haben, und vier „Exklusiv Salons“ mit maßgeschneiderten Lösungen für den gehobenen Anspruch. Jeder der vier Chefs hat sein eigenes Terrain: Hans Bundy kümmert sich um Ausbildungs- und Personalentwicklung, sein Bruder Georg ist für Expansion zuständig und Produktionsleiter des Stylingteams. Für den kreativen Part zeichnet Steinmetz verantwortlich – seine Ehefrau Vanessa als Handelswissenschaftlerin für alles, „was nicht Haare ist“. Juniorchef Steinmetz beschreibt die Zusammenarbeit im Family-Business: „Wir ergänzen uns wunderbar, vor und hinter dem Vorhang.“

Das Herz ist der Flagshipstore in der Wallnerstraße, wo Steinmetz jeden Tag spätestens um viertel nach acht anzutreffen ist. „Arbeit im High-End-Bereich erfordert einen hohen Einsatz. So ein Betrieb kann nur mit einem guten Vorbild funktionieren“, ist der Haarkünstler felsenfest überzeugt.

Geschlossen haben die Friseurläden nur am Sonntag. Ansonsten ist bei Bundy das ganze Jahr über geöffnet. Die Freizeit wird deshalb minutiös geplant, die Urlaube gut ein Jahr im Vorhinein. Steinmetz geht täglich um 5.30 Uhr laufen. „Ich brauche diesen regelmäßigen Ausgleich, wie auch im Winter das Skilaufen“, erzählt er.

Im Sommer zieht es den Haarbändiger weit weg, in die Tiefen des Meeres. Das erste Mal ging Steinmetz bereits im Alter von zwölf Jahren auf Tauchstation. Gemeinsam mit den Eltern absolvierte er den ersten Unterwasserkurs in den Ferien. Während es die Steinmetz-Eltern beim Schnuppern beließen, fand der Filius Gefallen an der farbenfrohen Welt unter Wasser. Später steckte der Hobbytaucher auch seine Frau Vanessa mit seiner Leidenschaft an. Er schenkte ihr zum Geburtstag einen Grundkurs. Seither hat das Ehepaar gemeinsam 45 Tauchgänge absolviert. Ihr Lieblingsrevier sind die Malediven. „Ich mag die Ruhe und den visuellen Genuss, wenn ich in den Lebensraum von Spitzhaien und Wasserschildkröten eintauchen kann“, schwärmt der Friseurmeister.

Da die Zeit meist knapp budgetiert ist, erkunden die beiden die Unterwasserwelt immer mit einem Guide. „Das ist wie bei einer Skitour, wenn ich was erleben will, nehme ich mir einen Bergführer oder schließe mich einer Gruppe an“, sagt Steinmetz.

Und er hatte in der Tat schon spannende Erlebnisse: In 20 Meter Tiefe ging dem Hobbytaucher im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus. Schuld war eine defekte Anzeige. „Dann läuft plötzlich das Thema ab, das du schon hundertmal geübt hast. Du bist auf den Oktopus, den zweiten Atemregler deines Tauchpartners, gestellt, damit du wieder heil nach oben kommst.“ Dieses Malheur passierte ihm ausgerechnet beim ersten gemeinsamen Tauchgang mit seiner Frau. Die dachte damals allerdings, dass er den Vorfall nur aus Jux und Tollerei inszenierte, um ihr einen Actionkick zu bieten.

Die Sache ging glimpflich aus, und beide haben den Spaß am Tauchen nicht verloren. Bei der nächsten Reise wird ihr Sohn Sebastian in die Geheimnisse des Meeres eingeweiht. Und der hat schon große Lust, es den Eltern gleichzutun.

– Gabriela Schnabel

Body & Soul

Raiffeisen-Holding Generaldirektor Klaus Buchleitner - der virtuose Problemlöser

Doris Felber gab nie klein bei. Jetzt feiert sie - und gleichzeitig die Bäckerei - ein Jubiläum.
 

Body & Soul

"Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen"

Zum Abschied gibts noch eine große Party im Wiener Odeon Theater.
 

body and soul

Hermann Becker, Grandseigneur der
Porsche-Holding, geht in Pension