Eine Art Lebensstil: Gitta Lambsdorff frönt der Kunst im Beruf und in ihrer Freizeit

Gitta Lambsdorff, die Chefin von Tiffany Österreich und Deutschland, mag schöne Künste. Egal ob in darstellender oder musikalischer Form.

Gitta Gräfin Lambsdorff, 50, liebt die schönen Seiten des Lebens. Nun, wer tut das nicht? Aber die Tiffany-Geschäftsführerin für Österreich und Deutschland kann den schönen Künsten beruflich wie privat frönen. „Wenn ich von Tiffany erzähle, zaubert das meist ein Lächeln auf das Gesicht meines Gegenübers, denn die meisten Menschen verbinden unsere Marke mit Romantik und Liebe.“ Nicht zuletzt wegen des weltberühmten Films „Frühstück bei Tiffany“ mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle.

Tiffany: "Immer positive Resonanzen"
Dabei hat der weltgrößte Juwelier nicht einmal die Rechte am Spielfilm. „Wir müssen für jede Erwähnung, die mit dem Film zu tun hat, zahlen, wie jeder andere“, klärt Lambsdorff auf. Die andere Assoziation, die man mit Tiffany verbindet, sind die berühmten Verlobungsringe der Kollektion „Tiffany Settings“. Der absolute Klassiker dabei: ein Ring in Platin mit einer Sechs-Krabben-Fassung, ohne den zumindest in den USA kein Mann um die Hand seiner Zukünftigen anhalten kann. „Ich bin in einem Job tätig, der immer positive Resonanzen hervorruft“, resümiert die Gräfin. Trotzdem gönnt sich die adelige Managerin auch eine Auszeit vom schmucken Geschäft. Den schönen Dingen bleibt sie auch in ihrer Freizeit treu. Privat liebt sie es, mit Freunden gut essen zu gehen. Im Sommer zieht es sie nach Salzburg, um dort die Festspiele zu besuchen. Und wenn es ihr Spaß macht, schlendert sie durch Galerien, um sich das eine oder andere Werk zeit­genössischer Künstler anzueignen.

Gespür für Ästhetik und klare Formen
Beides hatte Gräfin Lambsdorff schon in früher Jugend. Das war auch der Grund, weshalb sie in Mailand Architektur studierte. 17 Jahre lang war die gebürtige Boznerin auch als selbständige Architektin tätig. Einziger Wermutstropfen: „Ich bin in dieser Zeit so häufig umgezogen, dass ich schluss­endlich diesen Job an den Nagel hängte.“ Es dauerte nicht lange, bis man sie zum Luxusschmuckhersteller Cartier holte. Für den veranstaltete die Lady viele Jahre lang in Salzburg während der Festspielzeit Aus­stellungen. „Seit damals bin ich ein großer Fan der Festspiele, insbesondere der großen Opern“, erzählt sie. Ihr Favorit ist nach wie vor „La Traviata“ mit Netrebko und Villazón. „Diese Aufführung wird für mich unvergesslich bleiben. Ich war zu Tränen gerührt.“

Verkauf im Kaufmannsladen
Ihre echte Begabung war eigentlich nie das Planen von tollen Eigenheimen. „Mein wirkliches Talent war immer schon das ­Management und das Organisieren“, so Lambsdorff. Schon in ihrer Kindheit war der Kaufmanns­laden ihr liebstes Spielzeug. „Das waren quasi schon meine ersten Erfahrungen im Verkauf.“ Die kommen ihr im heutigen Brotberuf durchaus zugute. Denn auch am Luxury-Bereich geht die Krise nicht spurlos vorüber. „Besonders Schmuckstücke, die mehr als 50.000 Dollar kosten, finden jetzt schwer Abnehmer“, ­gesteht sie. Neben dem Besuch von Opern und anderen Musikveranstaltungen sind vor allem die Kunstgalerien ein Must. „Fast jedes Mal, wenn ich in Salzburg bin, kaufe ich mir ein Stück Kunst.“ Im vergangenen Jahr war es eine kleine Bronzefigur, an die Lambsdorff ihr Herz verlor. „Kunst kaufe ich intuitiv, nicht wegen der Geldanlage, Kunst muss einfach Freude machen“, beschreibt sie ihre Affinität. Zu ihren Lieblingsgalerien in Salzburg zählt die von Rudolf Budja. Dort erstand sie auch das Bild „Michael“ – einen süßen Jungen, der ins Wasser springt – vom Wiener Christian Pölzler, der unter dem Markennamen Heidi Popovic arbeitet.

Kunst im Rahmen
Lambsdorff greift überhaupt gern zu österreichischen zeitgenössischen Künstlern. Solche, die schon bekannt, aber nicht unbezahlbar sind. „Ausgaben für Kunst müssen bei mir einfach im Rahmen bleiben“, erklärt sie. Einer, der zumindest von der Größe her aus dem Rahmen fällt, ist der Angelus in Öl, den der ­Maler Martin C. Herbst auf eine zwei mal drei Meter große Aluminiumtafel aufge­arbeitet hat. Aber auch Werke des niederösterreichischen Künstlers Gunter Damisch finden sich an den Wänden des Münchner Domizils von Lambsdorff. Wenn sie in Wien weilt, steigt sie im Do&Co-Hotel ab. In Salzburg wohnt sie seit Jahren im Art-Hotel Blaue Gans. Das ist auch Ausgangspunkt für ihre kunstsinnigen Ausflüge in der Stadt an der Salzach. Ihr zur Seite sind meist ihr Lebensgefährte und ihr Schwager, beide ebenfalls kulturell sehr beflissen. „Gemeinsam mit den beiden macht das Besuchen von Musikveranstaltungen und Galerien noch mehr Spaß. Manchmal zieht es uns auch nach Venedig, und dann grasen wir dort den Kunstmarkt ab.“

Von Gabriela Schnabel, Carolina Burger

Body & Soul

Raiffeisen-Holding Generaldirektor Klaus Buchleitner - der virtuose Problemlöser

Doris Felber gab nie klein bei. Jetzt feiert sie - und gleichzeitig die Bäckerei - ein Jubiläum.
 

Body & Soul

"Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen"

Zum Abschied gibts noch eine große Party im Wiener Odeon Theater.
 

body and soul

Hermann Becker, Grandseigneur der
Porsche-Holding, geht in Pension