Ein Herz für die Musik: Donatella Flick engagiert sich für Dirigentennachwuchs

Donatella Flick, geborene Prinzessin Missikoff von Ossetien, engagiert sich seit Jahren für Nachwuchsdirigenten. In dieses Hobby floss ein Großteil ihres Vermögens aus der Flick-Scheidung.

Donatella Flick ist eine schillernde Persönlichkeit. Und wohnt entsprechend. „Das ist der Raum, in dem Churchill starb, exakt hier“, erklärt die Mäzenatin der Donatella Flick Conducting Competition, eines Dirigentenwettbewerbs, den die Millionärin vor zehn Jahren in London ins Leben gerufen hat.

Hyde-Park-Domizil
Die charmante Lady lebt seit Jahren mit ihrem heute 22-jährigem Sohn Sebastian im ­letzten Domizil des früheren Premiers Winston Churchill in der Nähe des Hyde-Parks. Stühle und Pölster in den monochromen Farben Schwarz und Weiß sind mit den ­Initialen D und S von Mutter und Sohn gezeichnet. Die Wände zieren zeitgenössische Kunstwerke. Fragen, die ihre Finanzen betreffen, wehrt sie erfolgreich ab. „Ja, ich war mal sehr reich, das bin ich aber schon lange nicht mehr. Sind die Leute so naiv, zu glauben, dass eine Frau zehn Jahre nach ihrer Scheidung noch vermögend ist? Ich bin eine alleinerziehende Mutter, die spätabends noch Spaghetti kocht, ich kaufe bei H&M ein und wasche mein Haar selbst.“

32 Millionen Pfund-Abfindung
So verarmt möchten viele gerne sein. Als sich Donatella, die Tochter von Prinz Georg Missikoff von Ossetien und einer italienischen Mutter, von Gert-Rudolf Flick, auch Muck genannt, 1996 scheiden ließ, wurde sie mit 32 Millionen Pfund abgefunden. Beinahe so viel, wie Heather Mills von Ex-Beatle Paul McCartney bekam. Doch anstatt ihr Vermögen für ein entsprechendes Luxusleben auszugeben, fördert die geborene Prinzessin Nachwuchsdirigenten.

Dirigenten-Wettbewerb
Die Donatella Flick Conducting Competition wurde von ihr mithilfe des 1997 verstorbenen großen Meisters Sir Georg Solti ins Leben gerufen, um jungen Dirigenten aus EU-Ländern zu einem Karriere­schub zu verhelfen. Die Competition findet alle zwei Jahre statt. Zu den früheren Preisträgern gehören etwa Michal Dworzynski, Fabien Gabel, Christophe Mangou, Pablo Gonzalez und François-Xavier Roth.

Preisträger wird Dirigentenassistent
Den heurigen Wettbewerb, der am 2. Oktober in der Barbican Hall in London unter der Schirmherrschaft von Prinz Charles stattfand, gewann der deutsch-amerikanische Dirigent David Afkham. Der Student der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar bekam 20.000 Euro Preisgeld und eine Assistenz beim London Symphony Or­chestra für ein Jahr. Während dieser Zeit wird er dem Chefdirigenten Valery Gergiev zur Seite stehen.

Kammermusik in Marrakesch zu
Die Liebe zur klassischen Musik hat Flick von ihrem Vater. „Der sagte immer, Geschäftsleute sind ohnedies reich, Musiker, insbesondere Dirigenten, darben hingegen dahin, sie müssen unterstützt werden“, erinnert sich Flick. Das tut sie ausreichend. 2007 wurde die russischstämmige Lady von Montblanc als Kulturmäzenatin des Jahres ausgezeichnet. Und sie hat auch schon neue Pläne in der Schublade: „Ich überlege, ein Kammermusikfestival in Marrakesch zu veranstalten.“ Gespräche mit dem König von Marokko, Mohammed VI., finden gerade statt.

Lieber Buch als Party
Viele Beobachter halten Donatella für ein oberflächliches Party-Girl. Darüber ­gerät die Prinzessin in Wut: „Ich hasse ­Partys, liege lieber im Bett und lese ein gutes Buch. Viele Leute beleidigen meine Intelligenz. Ich komme aus einer intel­lektuellen Familie und habe Philosophie studiert. Aber wen interessiert das schon? Wenn ein Mann gut aussieht, fragt auch kein Mensch, welchen Grad an Intelligenz er besitzt“, sagt sie achselzuckend.

Belohnung nicht im Visier
Flick hat schon einige Male überlegt, mit dem Fördern aufzuhören und sich nach Miami Beach zurückzuziehen. Doch sie fühlt sich ihrem Vater zumindest in dieser Hinsicht verpflichtet. Sie tut es letztlich auch persönlich gern, ohne spätere Belohnung zu erwarten. „Es ist mir völlig egal, ob mein Name in einem Stein oder an einem Sessel im Konzertsaal verewigt wird. Mir ist nur wichtig, dass die Dirigenten eine Chance bekommen, sich zu verwirklichen.“

Von Gabriela Schnabel

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