DocLX-Chef Knechtsberger schlägt in seiner Freizeit gerne auf kleine weiße Base-Bälle

Alexander Knechtsberger, Erfinder der DocLX Maturareisen, schlägt ein wenig aus der Art. Anstatt Jurist wurde er Eventmanager, anstatt Fußball spielt er ­Baseball.

Splish, splash, yeah! Rein ins kühle Nass, and let’s make party. Alexander Knechtsberger, 42, animiert gerade Tausende Maturanten im türkischen Chervo Club Sirene in Belek, sich im türkisblauen Pool zu einem großen X zu formieren. Das macht Spaß, klick, klick, und schon ist das Erinnerungsfoto der Maturareisenden im Kasten. Insgesamt 10.000 österreichische Absolventen des Jahrganges 2010 haben sich ­entschieden, bis zum 9. Juli mit „DocLX X-Jam“ im Fünf-Sterne-De-luxe-Resort den Eintritt in einen neuen Lebens­abschnitt zu feiern.

Summer of '98

Die erste der inzwischen legendären DocLX-Event­reisen startete Erfinder Knechtsberger im Sommer 1998 mit 65 Maturanten auf der griechischen Insel Antiparos. Heute erzielt der promovierte Jurist mit seinem Partner Hannes Strobl, mit 30 fixen und 300 freien Mitarbeitern, einen Umsatz von 18 Millionen Euro. Was einmal aus Jux und Tollerei begann, ist heute längst ein professionelles Unternehmen namens DocLX Holding, zu dem ein Event- und ein Reise­bereich gehören. Im Portfolio befindet sich neben den Maturareisen auch Europas größte Studentenreise „MTV Spring Jam“ sowie die „University of Snow“, ein Ski-Opening, das der Doc gemeinsam mit dem Touristiker Rudolf Tucek auf dem Nassfeld betreibt.

Partys statt §-Dschungel

Als Knechtsberger 1991 neben seinem Studium der Rechtswissenschaften den „Tuesday4Club“ im Wiener U4 gründete, dachten seine Eltern noch, der Sohnemann habe einen Spleen. Doch der promovierte Jurist dachte auch später nicht daran, seinen coolen Job mit einem Bürosessel in einer seriösen Rechtsanwaltskanzlei zu tauschen. „Meine Eltern sind echt ausgezuckt“, erinnert er sich lachend. Der junge Mann bekam ein Jahr Galgenfrist von seiner Familie, da war er 26 Jahre alt. Doch just in diesem Jahr entwickelte sich sein Event-Business ­rasant. Es folgten Megaevents im Naturhistorischem Museum, in der Börse, im Kursalon und an der Galopp­rennbahn Freudenau. An einen Advokatenjob dachte der Clubbing-Manager jetzt freilich nicht mehr, und auch die Oldies hatten erkannt, dass die Talente des Filius woanders lagen als in der Juristerei.

Als Berufsjugendlicher erfolgreich

Heute ist der Berufsjugendliche in seinem ­Business gut unterwegs, und er plant für die nächsten Jahre, die Idee seiner Matura- und Studentenreisen in die Schweiz, nach Deutschland, Frankreich und England zu exportieren. Operativ ist Knechtsberger kaum noch tätig. Anstatt mit den Youngsters bis in die frühen Morgenstunden zu feiern, kümmert sich der Mann eher um die Akquisition von Sponsoren. Sein Tag ­beginnt täglich um sieben Uhr morgens. „Da wecken mich meine zwei Söhne und wollen von mir beschäftigt werden. Um neun Uhr geht’s ab in den Kindergarten“, erzählt er.

Intensive, kurze Arbeitswoche

Seine Arbeitswoche hat nur vier Tage. Von Freitag bis Sonntag zieht es den Eventguru dann in Roseggers Waldheimat aufs Alpl, wo er sich bei der Jagd und Outdoor-Sport hervorragend erholen kann. „Ich bin null am Abend unterwegs“, verrät er. Familie und Sport gehen einfach vor. Dass der Mann einiges für seinen Body tut, ist nicht zu übersehen. „Ich war früher Zehnkämpfer, habe im Vienna Vikings American Football Club gespielt und war lange Zeit aktiver Baseballer“, so Knechtsberger. Und in dieser Disziplin war der Mann auch wirklich gut. Er war Mitglied der Vienna Bucks und spielte in der öster­reichischen Bundesliga.

Kräftige Körper bevorzugt

Baseball ist hierzulande zwar mit 3.000 Spielern eine Randsportart, doch weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen diesem Sport verfallen. 250 Millionen davon sind aktive Spieler. Doch wie funktioniert Baseball? Bei einem Spiel stehen sich zwei Teams, je neun Spieler (und weitere Auswechselspieler), gegenüber. Eine der beiden Mannschaften ist das Angriffsteam (Offense). Es hat das Schlagrecht und die Möglichkeit, Punkte zu erzielen. Ein Punkt wird dadurch erzielt, dass ein Läufer das Spielfeld von Base zu Base (es gibt vier Bases) umrundet. „Das ist quasi wie beim Fangenspielen, wo du geschützt bis, wenn du im Leo bist. Beim Baseball musst du immer vor dem Ball auf der Base sein“, versucht Knechtsberger das US-Regelwerk vereinfacht zu erklären.

Angriff und Verteidigung

Die andere Mannschaft (Defense) steht mit ihren neun Spielern verteilt auf dem Spielfeld und versucht genau dieses Um­runden des Feldes zu verhindern. Wurden drei Läufer erfolgreich durch die verteidigende Mannschaft am Umrunden des Spielfeldes gehindert, wechselt das Schlagrecht, und die bisherige Offense-Mannschaft geht in die Verteidigung auf das Spielfeld. Knechtsberger war der „3rd Basemann“, der immer nahe dem Schläger steht. „Wenn der Ball mit hundertfünfzig Sachen daherkommt, musst du deinen ganzen Körper reinschmeißen, offen sein und vor allem kräftig“, beschreibt er seine Position.

Faszination Amisport

Die große Faszination an diesem Sport für Knechtsberger: „Mir taugen die amerikanischen Sportarten, man muss schnell, geschickt und technisch versiert sein und vor allem ein Teamplayer sein, wie im Job“, beschreibt er seine Leidenschaft. Heute spielt der Event-Manager freilich nur noch hobbymäßig. An­zutreffen ist er mit seinen Teamkollegen einmal die Woche im Wiener Prater beim Lusthaus. Auch wenn sich die Altherrenpartie schon im fortgeschrittenen Alter befindet, ist höchste Vorsicht geboten, denn Knechtsberger und seine Spezis haben von ihrer Schlagkraft kaum etwas eingebüßt.

Gabriela Schnabel

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