Diesseits von Afrika: Uniqa-Turm-Bauer uHeinz Neumann begibt sich auf Großwild-Pirsch

Architekt und Uniqa-Turm-Bauer Heinz Neumann liebt wie Ernest Hemingway die Großwildjagd. Auch Krokodile – "diese seelenlosen Tötungsmaschinen" – nimmt er aufs Korn.

Heinz Neumann, 63, ist gespannt wie ein Bogen. Der Puls schlägt ihm bis zum Hals. Die Minuten werden zu Stunden. Es raschelt, endlich kommt der Löwe aus dem Dickicht. Er richtet sich auf und langt mit der Pranke nach dem Büffelfleisch, das als Köder am Baum hängt. Neumann legt seine 375er olland & Holland an, zielt und schießt. Der Löwe bäumt sich auf, sprintet auf Neumann zu und bricht zehn Meter vor dem Jäger tödlich getroffen zusammen. "Wenn ich zur Jagd gehe, habe ich das Gefühl, in die Ökologie eingebettet zu sein. So wie der Hund noch heute die Urinstinkte des Wolfes in sich trägt, ist die Jagd für den Menschen eine Selbstverständlichkeit", beschreibt Architekt Neumann, was viele nicht nachvollziehen können und wollen.

Von der Wildnis infiziert
Der Träger des Adolf-Loos-Architekturpreises - sowohl Uniqa Tower als auch Saturn- und Porr-Tower tragen seine Handschrift - entdeckte seine Leidenschaft für die Großwildjagd vor vierzig Jahren. Damals weilte Neumann als Kameraassistent der Thalia-Film in Äthiopien, um die monolithischen Kirchen von König Lalibela zu filmen. Bei dem Anlass besuchte das Filmteam auch Kaiser Haile Selassie, in dessen Park sich Geparde, Leoparden und Löwen frei bewegten. "Damals wurde ich von der Wildnis infiziert", erinnert sich Neumann.

Pirsch mit Ernst August
Wieder zurück in Österreich, entschloss sich der Jungspund, den Jagdschein zu machen. "Meine Familie hat mich ausgelacht. Wir hatten weder eine eigene Jagd, noch hatte ein Verwandter oder Bekannter den Schein." Das Jagdfieber ließ ihn nicht los. "Anfänglich war ich auf Einladungen angewiesen. Ich habe jede Gelegenheit wahrgenommen, ob bei der Hochwildjagd mit Ernst August in der Grünau oder bei gewöhnlichen Niederwildjagden." Sein eigenes Revier am Hochschwab in der Steiermark pachtete Neumann erst vor 15 Jahren.

Wider Grünen-Terror
Dass man ihn als Tiertöter bezeichnet, stört den Großwildjäger nicht. "Bis vor 50 Jahren war das Jagen in der Öffentlichkeit kein Thema. Erst seit Massentierhaltung, penicillininfizierten Hühnern und BSE-verseuchten Rindern wird das Jagen infrage gestellt. Das ist der Terror der Grünen und dieser vollnarkotisierten Bewusstseinsbankrotteure", wettert Neumann. "Viele essen lieber verseuchtes Fleisch, als auf natürliche Ressourcen zurückzugreifen. Meine Frau Maria und ich ernähren uns zu neunzig Prozent von selbst erlegtem Wild." (Sogar die Fleischsauce für die Pasta asciutta wird selbst "geschossen".)

Großwildjagd im Wildreichtum
An der ersten Großwildjagd partizipierten die Neumanns vor zehn Jahren. "Wir sind nach Tansania geflogen. Dort gibt es endlose Weiten und einen Wildreichtum von der Hyäne bis zum Elefanten. Die schießt man übrigens mit einer 470 Nitro Express oder zumindest mit einer 416er Rigby", expliziert Neumann. Die erste Pirsch fand im Massailand am Kilimandscharo statt. Von Arusha flog man mit dem Buschbomber Cessna 150 ins Camp Kitingara. "Dort hat schon Hemingway gejagt und sein Buch Green Hills of Africa' geschrieben."

Seelenlose Tötungsmaschine Krokodil
Nach seinen Emotionen beim Abschuss befragt, antwortet Neumann: "Ein Krokodil schieße ich mit einer gewissen Aggression, weil es eine seelenlose Tötungsmaschine ist. Gazellen jage ich andächtig. Und bei Raubkatzen, diesem wehrhaften Wild, sind meine Sinne geschärft." Sein brisantestes Erlebnis: "Wir brieten uns das Fleisch einer Antilope und gingen gesättigt zu Bett. Plötzlich rüttelt mich Maria, da sie Geräusche vor dem Zelt hört. Big cats', flüstert sie. Ich lade meine 375er durch, den Finger am Abzug. Sechs Löwen belagerten uns drei Tage lang."

Von Gabriela Schnabel

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