"Das mittlere Burgenland": Monsoon-Chefin Renate Mackay porträtiert ihre Wahlheimat

Renate Mackay, General Manager des Modelabels Monsoon in Österreich, ist im Burgenland sesshaft geworden. Im Mai präsentiert sie den ersten Buchband über ihre geliebte Wahlheimat.

Renate Mackay, 53, ist der Beweis dafür, dass nichts im Leben unmöglich ist. Man muss nur wollen und flexibel sein. Die gebürtige Wienerin war mehr als zwanzig Jahre lang in der Flugbranche tätig. Bekam zwischenzeitlich ein Kind, ehelichte in London einen Schotten und entschloss sich mit fünfzig, zum ­Accessoire- und Modeeinzelhandel zu wechseln. Das war vor drei Jahren. Damals eröffnete die Karriere-Lady den ersten Flagship-Store des britische Modelabels Monsoon in Österreich. Als General Mana­ger Austria hat sie noch einige Expan­sions­pläne: Zu den vier bestehenden Läden in Wien, Graz (zwei) und Salzburg werden im Kaufhaus Tyrol, im Donauzentrum und in der Shopping City Süd Geschäfte eröffnet.


Die Frau hat jedenfalls allerorts zu tun. Dennoch steckt sie auch in ihrer Freizeit voller Tatendrang. Mackay schreibt gerade an ihrem ersten Buchband „Das mittlere Burgenland“, der im Mai im Novum ­Verlag erscheinen wird. Dass sich die ­Managerin gerade auf diese touristisch ­wenig erschlossene Gegend konzentrierte, hat mit ihrem Ehemann Malcolm zu tun. „Als wir vor ein paar Jahren nach Wien zogen, vermisste mein Mann die Natur in der Stadt. Er sah aus dem Fenster und erblickte nur Grau in Grau“, erzählt Mackay. „An den Wochenenden fuhren wir raus aus der Stadt, um nach einer Bleibe im Grünen Ausschau zu halten.“ Alsbald fanden die beiden ein Bauernhäuschen mit ­viertausend Quadratmeter Grund am Fuße des Geschrie­ben­steins, inmitten der malerischen Idylle des Mittelburgenlandes, in der Marktgemeinde Lockenhaus. Die Mackays waren von der Umgebung gleich angetan, fanden aber bald heraus, dass diese Region literarisch ziemlich vernachlässigt wurde. „Wir fanden keine Bücher und kaum Hinweise über unsere neue Heimat.“

Kaestn, Mühlen, jüdische Gemeinden
So entschloss sich die Managerin kurzerhand, ein Buch über das mittlere Burgenland zu schreiben. Ein mutiges Unterfangen. Die zugereiste Wienerin hatte zuvor weder geschrieben noch eine Fotokamera professionell bedient. Keine Hürde für Mackay; kaum dass die Idee geboren war, verfasste sie ein Konzept und präsentierte dieses dem Novum Verlag. Dem gefiel die Idee. „Mir wurden ein Laptop und eine Kamera ausgefolgt, und dann ging es los“, erinnert sich Mackay. Sie recherchierte bei allen Bürgermeistern der Region, besuchte Schlösser, Mühlen, den Naturpark Rechnitz, aß sich durch die Genussregion mit ihren Kaestn (Edelkastanien) und Nüssen und wandelte auf den Spuren der ehemaligen jüdischen Gemeinden. „Das Land ist geprägt von der herzlichen Art und der natürlichen Freundlichkeit der Bewohner, die bei mehr als 300 ­Sonnentagen im Jahr die Sonne auch im Herzen tragen“, schwärmt Mackay. Gut drei Jahre lang hat die Managerin ihre Recherchen und optischen Eindrücke zusammengetragen.

Sanft hügelig wie in Schottland
Einfühlsam schildert sie ihre Wahlheimat, die eingebettet ist zwischen Buckliger Welt im Westen und der ungarischen Grenze im Osten, dem Leithagebirge im Norden und dem Naturpark Geschriebenstein im Süden. „Sehr charakteristisch ist die Hügellandschaft, die mich und meinen Mann ein wenig an Schottland erinnert“, schildert die Autorin. Freilich hat nicht alles von Anfang an geklappt. „Einige Interviewpartner begegneten mir mit Skepsis, glaubten, ich wolle Anzeigen verkaufen.“ Und nicht jedes Bild ist gleich ein Meisterwerk geworden. „Ich habe einfach drauflosgeknipst, bis die Fotos entsprachen“, gesteht sie. Angst, neue Ufer zu erforschen, war Mackay immer fremd. Sie ging immer forsch an neue Dinge heran. Einen ­Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie mit ihren Eltern auf Reisen. Geblieben ist ihr die Neugier auf andere Länder und deren ­Kulturen, der bei ihrer langjährigen Karriere in der Flugbranche Rechnung getragen wurde. Jetzt sind noch ein paar kleine Korrekturen nötig, ehe der Band „Das mittlere Burgenland“ im Mai erscheint. Aber auch dann wird das Leben der Mackays nicht von Langeweile dominiert werden. „Unser Bauernhaus ist zwar winzig, wir müssen aber noch viertausend Quadratmeter Grund bewirtschaften“, freut sich Mackay schon auf den Frühling.

Gabriela Schnabel

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