Claro-Tabs-Erfinder Josef Dygruber zeigt sich in allen Lebenslagen sportlich

Josef Dygruber, Erfinder der Claro-Geschirrspültabs, beweist, dass man sich immer Zeit für Sport nehmen kann: Er radelt 35 Kilometer ins Büro und holt sich so die Fitness für diverse Marathonbewerbe.

Der Terminkalender ist gespickt voll: Drei Tage Teheran, ein kurzer Zwischenstopp in Wien, und schon am nächsten Morgen nimmt Josef Dygruber, 43, den Flieger nach Amsterdam. Dass der Erfinder der Geschirrspültabs mit dem Namen Claro „total wenig g’schlafen“ hat, merkt man ihm nicht an. Im Gegenteil, sein jungenhafter Charme, seine Bodenständigkeit und sein Witz lassen nicht vermuten, dass der gebürtige Halleiner und zweifache Familienvater den Job eines gestressten Unternehmers ausübt.

Sepp, der eiserne Mann

„Ich bin sicher in Balance“, sagt Dygruber. Und die Ausgeglichenheit erhält er sich hauptsächlich mit sportlichen Aktivitäten in der freien Natur: Ob Schwimmen, Radfahren oder Laufen, der Sepp, wie ihn alle nennen, baut diese Disziplinen auch in seinen Arbeitsalltag ein. Wenn er in der Heimat weilt, schwingt er sich um sechs Uhr morgens aufs Radl und ist um halb acht in der Unternehmenszentrale in Mondsee. Dusche und Anzug hat er vor Ort. „Das sind 35 Kilometer, und am Abend fahr ich wieder heim. Dann hab ich 70 Kilometer im Grundlagenbereich gemacht, und laufen tu ich, wenn’s mich freut“, schildert der Tabsproduzent. Normale Distanzen sind das freilich keine.

Der Mann bestreitet mindestens einmal im Jahr einen Halb-Iron-Man. Bei diesem Wettbewerb legt man erst eine Schwimmdistanz von 1,9 Kilometern zurück, danach eine Radfahretappe von 90 Kilometern, und zu guter Letzt läuft man einen Halbmarathon mit 21,2 Kilometern – alles direkt hintereinander. Dygruber bewältigte diesen Bewerb der eisernen Männer zuletzt in St. Pölten in 6:28:40 Stunden. Doch nicht der Sieg steht für ihn im Vordergrund. „Mein Ziel ist nicht, dass ich wettkampfmäßig performe, sondern dass es mir ganz einfach taugt“, erklärt Dygruber.

Sportliche Aktivitäten begleiten den Salzburger von klein auf. „Ich hab Fußball gespielt wie jeder andere Bub, aber dort, wo ich aufgewachsen bin, im Wiestal nächst Hallein, ist die Natur ein Wahnsinn. Du glaubst, du bist in Kanada: keine Häuser, viel Wald und ein wunderschöner See.“ Grund genug für den Sportsfreund, den Wiestal-Triathlon ins Leben zu rufen. Die Distanzen sollten allerdings für jedermann machbar sein: 300 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Das letzte Mal hat dieser Bewerb 2010 stattgefunden, 500 Menschen haben daran teilgenommen. Das nächste Ziel hat Dygruber schon vor Augen: Er trainiert für den Mondsee-Triathlon, der im August stattfindet.

Ausdauernd und sportlich ambitioniert war Dygruber auch in seiner beruflichen Laufbahn. Nach einer kurzen Bankerkarriere bei Raiffeisen wechselte der Kaufmann zu Benckiser Austria, wo er vom Controlling bis zum Verkauf alle Abteilungen durchlief. Zuständig war er zuletzt für das Geschäft mit den Markenartikeln Quanto, Calgonit und Calgon. Die Globalisierung vor Augen und die Angst, „dass die Hütte zugedreht wird“, haben Dygruber und den damaligen Benckiser-Produktionschef Erich Fabianitsch dazu veranlasst, sich mit Spülmaschinentabs selbständig zu machen. „Gewartet hat freilich keiner auf Claro“, erinnert er sich. Doch seine Idee, mit Privatlabels, den sogenannten Eigenmarken des Handels, zu starten, war damals eine Novität.

Verhandlungen mit Zilk im Bademantel

Sein erster Kunde war Hofer, es folgten Billa, Bipa und Merkur. Nachdem er Miele als Werbepartner gewonnen hatte, wurde Claro auch beim Rest der Großfilialisten gelistet. Das war der Durchbruch für Dygruber und Claro. Er war auch der Erste, der wasserlösliche Hüllen für die Tabs erfand, und Dagmar Koller machte das Produkt dann österreichweit bekannt. „Es war eine schöne Zeit mit Dagi und Zilk“, erzählt Dygruber. Verhandelt wurde in der Wohnung des Promi-Ehepaars in der Wiener Naglergasse, immer per Handschlag. „Der Zilk saß im Bademantel neben mir, aß eine Cremeschnitte und sagte: Du hast es eh so schwer gegen die Großen, da müssen wir zusammenhalten.“ Und das taten sie auch fünf Jahre lang. Heute macht Claro 18 Millionen Umsatz, wobei 50 Prozent im Ausland erzielt werden.

Die jüngste Innovation, phosphatfreie Produkte von Claro, wurden von Stiftung Warentest zum Sieger gekürt, vor allen deutschen Konkurrenten, aber auch den großen Markenartiklern. „Man muss nur an eine Sache glauben, dann gelingt sie auch“, ist Dygruber überzeugt. Geglaubt hat der Mann auch an seine Landsfrau, die Skirennläuferin Anna Fenninger, die Dygruber mit Claro sponsert. Und Glaube versetzt offensichtlich Berge, denn die Halleinerin errang den Weltmeistertitel in der Super-Kombination bei der Ski-WM 2011. Ein claro Fall, oder?

– Gabriela Schnabel

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