Am liebsten am Attersee: Brau Union-Chef Markus Liebl findet Entspannung am Wasser

Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich, lebt für die Arbeit, wohnt „unbestimmten Aufenthalts“, da er ständig auf Achse ist. Sein Element ist das Wasser, da kann er gut abschalten.

In den Adern dieses Mannes fließt tatsächlich Bier. Dabei genoss Markus Liebl, 54, Generaldirektor der Brau Union Österreich AG, den Gerstensaft erstmals im Alter von 16 Jahren. „Ich war sicher nicht einer der ­Ersten beim Biertrinken“, erinnert sich der Spross aus der Linzer Bier-Dynastie. Sein Urgroßvater gründete im Jahr 1921 die Österreichische Brau AG, sein Großvater war langjähriger Aufsichtsrat der Brau AG, und sein Onkel Christian Beurle führte viele Jahre die Brau AG und war 25 Jahre Obmann des Verbandes der Brauereien. Kein Wunder, dass auch Liebl in die Zunft der Brauer eingestiegen ist – könnte man meinen.

Hopfen und Malz nicht verloren
Dabei war sich der heutige Manager in seiner Jugend gar nicht sicher, ob er in die Fußstapfen des Urgroßvaters, des Großvaters und des Onkels steigen wollte. Auch seine Eltern hatten mit Bier nichts am Hut. Liebls Vater arbeitete damals als Techniker bei der Voest, seine Mutter im Büro des Onkels. Der Gärgeruch war ihm dennoch gut bekannt, denn während seiner Schulzeit jobbte Liebl bereits in der Braue­rei Hürlimann in der Schweiz und in Zipf. „Ich entschied mich sicherheitshalber damals für zwei Ausbildungen und studierte an der Universität für Bodenkultur Gärungstechnologie und an der Universität Wien und Salzburg Rechtswissenschaften“, erzählt der Generaldirektor der Brau Union. Doch schon bald war klar, wohin der promovierte Jurist und Diplomingenieur der Lebensmittel- und Gärungstechnologie tendierte: natürlich ins Bierfach. Erst lehrte Liebl an der Berufsschule für Brauer und Mälzer, arbeitete dann an der Versuchsstation für das Gärungsgewerbe, bevor er an der Bodenkultur Lektor für das Fach „Technologie der Brauerei“ wurde. Es folgten mehrere Auslandsauf­enthalte, bis Liebl 1984 in die Öster­reichische Brau AG eintrat und dort in verschiedensten Funktionen in Linz, Schwechat und Liesing und ab 1990 in Ungarn arbeitete.

Immer dem Bier hinterher
„Meine Frau und ich sind ständig umgezogen, immer dem Bier hinterher“, erinnert sich Liebl. Auch heute ist der Bier-Manager stets unterwegs. Fünf Abende die Woche kommt der Mann abends eher spät nachhause. Im Jahr legt er sicherlich 80.000 Kilometer mit dem Wagen hierzulande zurück. Immerhin gilt es, zig Brauereien (Zipf, Göss, Puntigam, Schwechat, Wieselburg, Kaltenhausen, Schladming) in Österreich zu besuchen, ganz zu schweigen von den vielen Wirtshäusern und Gastronomie­betrieben. Doch ab und zu kann Liebl das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, denn auch seine vier Kinder sind über ganz Österreich verstreut, und die werden gleich in einem Aufwaschen besucht. „Ich habe einen Vierundzwanzigstundentag, da Bierbrauen Teil meines Lebens ist“, erklärt Liebl. Und wenn ihn jemand fragt, wo er wohnt, dann antwortet er lachend: „Ich wohne unbestimmten Aufenthalts.“ Klingt anstrengend für einen Nicht-Brauer. Doch für den gebürtigen Linzer ist das überhaupt kein Problem: „Wenn man so einen Job wie ich macht, muss man ihn lieben, sonst kann man ihn sicher nicht ­ausüben.“

Wasser ist sein Element
Doch auch ein Bierbrauer muss einmal entspannen. Und das kann Liebl ganz gut am Wasser. Dieses Element ist dem Oberösterreicher seit seiner Kindheit vertraut. „Ich bin sehr wasserorientiert, vor allem im Sommer“, so Liebl. Die Eltern hatten eine Wohnung am Attersee, und so konzentrierte Liebl schon als Knirps seine sportlichen Aktivitäten auf das Wasser. Liebls Bruder Georg lehrte ihn im Alter von zehn Jahren das Segeln. „Mein erstes Boot war eine Flying Dutchman“, erzählt der Brau-Chef. Als Jugendlicher ist er dann zwischen der Ortschaft Zipf und dem Attersee mit seinem Puch Maxi hin- und hergefahren, um dem Wassersport zu frönen. Jetzt besitzt er eine Yngling, ein kleines Kielboot (siehe Bild) , mit dem er auch an Regatten teilnimmt. Der Schnellste ist Liebl freilich nicht, gemäß dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Bei der Soling Zipfer Trophy vom Union-Yacht-Club Attersee belegte er mit seinen Mitstreitern Peter Schaup und Nikolaus Blaschke zuletzt Platz 27.

Am liebsten am Attersee
Während andere gerne am Meer herumschippern, genießt Liebl die heimischen Binnengewässer. „Ich unternehme auch gerne Segeltörns mit Freunden am Meer, bevorzuge aber dennoch den Attersee, an dem wir vor drei Jahren ein kleines, schmuckes Anwesen aus dem Jahre 1935 samt Seegrund und Bootshaus erwarben.“ Ideal für den Bier-General, denn das Haus liegt in der Nähe der Brauerei Zipf und eine knappe Stunde vom Linzer Büro entfernt. „Ob Rudern, Segeln oder Schwimmen, Wasser entspannt mich total. Da vergesse ich berufliche Sorgen und kann gut abschalten“, schwärmt Liebl. Bis in den Oktober hinein kann er noch die Segel hissen. Dann wird das Schiff winterfest gemacht. Doch auch dann genießt die Familie Liebl den Attersee. „Dann unternehmen wir wunderbare Wanderungen auf den Schafberg, den Schoberstein oder den Sonnstein.“

Von Gabriela Schnabel

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