"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über das Bild der "Lügenpresse"

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über das Bild der "Lügenpresse"

Nach Einschätzung von "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo ist es ein relativ kleiner, aber meinungsstarker Teil der Bevölkerung, der Medien als "Lügenpresse" kritisiert. Es sei Aufgabe von Journalisten, durch gute und transparente Arbeit zu zeigen, "dass wir in Deutschland ganz hervorragende Medien haben".

Sie dürften aber auch keine Themen ausblenden, sagte di Lorenzo dem Internetportal "katholisch.de" der katholischen Kirche in Deutschland. "Ein Journalismus, der bestimmte Themen nicht stattfinden lässt, aus Angst, das könnte die Falschen munitionieren, macht sich angreifbar", so der Chefredakteur der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung: "Insofern glaube ich, dass die Ereignisse von Köln nicht nur für unser Land ein Wendepunkt waren, sondern auch für den Journalismus."

Unbegreiflich sei außerdem, dass ein Ereignis wie die sexuellen Übergriffe in Köln, das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag stattfinde erst am Montag in den Medien Niederschlag finde. "Das darf uns nicht noch einmal passieren."

Die "Zeit" ist gerade 70 Jahre alt geworden. Die erste Ausgabe der Hamburger Wochenzeitung erschien am 21. Februar 1946. Im Jahr vor dem Jubiläumsjahr hatte der "Zeit"-Verlag seine Erlöse gesteigert. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 67 auf rund 600.

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