Eine Strafanzeige und ein Grimme-Preis für Jan Böhmermann

Eine Strafanzeige und ein Grimme-Preis für Jan Böhmermann

Nach dem Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Mainzer Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Es werde wegen des Verdachts der Beleidigung von Organen oder Vertretern ausländischer Staaten geführt, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel online".

Zuvor seien rund 20 Strafanzeigen von Privatpersonen eingegangen. Böhmermann hatte das Gedicht mit Formulierungen, die unter die Gürtellinie zielen, in seiner TV-Sendung "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo vorgetragen.

Preis für Varoufakis-Bluff

Für einen anderen Aufreger wird Böhmermann dagegen ausgezeichnet: Für seine freche Fake-Fake-Satire rund um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis soll der 35-Jährige am Freitag in Marl den Grimme-Preis entgegennehmen. Böhmermann hatte in der Griechenland-Krise Verwirrung gestiftet, als er behauptete, ein umstrittenes Youtube-Video mit Varoufakis gefälscht zu haben.

Böhmermann gebühre das Verdienst einer großen Medienkritik, hatte die Grimme-Preis-Jury ihre Entscheidung begründet. Er habe die Medienrepublik in Aufruhr versetzt und dafür gesorgt, dass es einen Moment des Innehaltens gegeben habe. Für Böhmermann ist es bereits der zweite Grimme-Preis.

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