"Spiegel"-Chefredakteur Brinkbäumer zum Thema "Lügenpresse"

"Spiegel"-Chefredakteur Brinkbäumer zum Thema "Lügenpresse"

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wehrt sich gegen den Vorwurf der ferngesteuerten deutschen Mainstream-Medien. "Kein Politiker, kein Anzeigenkunde sagt uns, was wir zu schreiben haben", sagte Brinkbäumer in seinem Vortag bei den Österreichischen Journalismustagen am Donnerstag in Wien. Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, müsse man Journalismus erklären.

Laut Brinkbäumer hängen der Medienwandel und die Debatte über die Glaubwürdigkeit zusammen. Die Verbreitung der Wahrheit sei nicht mehr an finanzielle Mittel gebunden, die der Unwahrheit aber auch nicht. Bei den Lesern entstehe dadurch eine Orientierungslosigkeit, die das Grundvertrauen in die Medien erschüttere, so Brinkbäumer.

Für den Spiegel-Chefredakteur waren die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht ein "Brandbeschleuniger". Den deutschen Medien werde eine "naive Willkommenskultur" vorgeworfen, so Brinkbäumer, was aber nicht stimme. Allerdings: "Wir wollen nicht eine latente Ausländerfeindlichkeit schüren", wie es der "Spiegel" in der Vergangenheit "möglicherweise" getan habe, gab sich Brinkbäumer selbstkritisch.

Der Vorwurf der "Lügenpresse" werde nach Ansicht von Brinkbäumer nicht mehr verschwinden. "Die Kritiker der Medien haben entdeckt, dass sie ein Megafon haben." Damit müsse man leben. Brinkbäumer glaubt aber nicht, dass sich die gesamte Gesellschaft abgewendet hat. Die Kritiker seien nur lauter. "Irritierend" seien die Briefe von langjährigen Lesern, "die trotzdem voller Wut sind", sagte Brinkbäumer.

Brinkbäumer sprach auch die Böhmermann-Äffare an. "Wer Jan Böhmermann kennt, weiß, dass das ein Spiel ist". In der Türkei, von Präsident Recep Tayyip Erdogan, werde die Satire hingegen nicht verstanden. Erdogan wolle seinen Stolz retten und mache sich dadurch lächerlich.

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