Servus TV: Betriebsratsgründung als Anfang vom Ende

Servus TV: Betriebsratsgründung als Anfang vom Ende

Red Bull Haupteigentümer - und damit auch Servus TV Chef - Dietrich Mateschitz.

Red Bull Chef Dietrich Mateschitz bestätigt, dass der Versuch, einen Betriebsrat zu installieren in direktem Zusammenhang mit dem Ende von Servus TV steht. Die Mitarbeiter hatten gegen die Gründung eines solchen Unterschriften gesammelt.

BITTE BEACHTEN SIE DAS UPDATE ZU DIESEM ARTIKEL: Servus TV bleibt bestehen - Kündigungen wurden zurückgenommen.

Red Bull Chef Dietrich Mateschitz hat bestätigt, dass Initiativen zur Gründung eines Betriebsrats mit dem gestern erklärten Aus des TV-Senders Servus TV zusammenhängen. "Dass diese Vorgehensweise bei der Entscheidung in der aktuellen Situation nicht gerade dienlich war, ist evident", erklärte er in einem Statement

Über 200 Mitarbeiter des vor dem Aus stehenden Fernsehsenders Servus TV hatten allerdings einen Offenen Brief unterschrieben, in dem sie sich gegen einen Betriebsrat aussprechen. "Die anonyme Umfrage über die mögliche Gründung eines Betriebsrates unterstützen wir - und das ist die überwältigende Mehrheit aller Mitarbeiter von ServusTV - ausdrücklich nicht", heißt es in dem Schreiben.

"Wir wollen und brauchen keinen Betriebsrat", halten die Mitarbeiter fest. "Darüber hinaus verbitten wir uns ausdrücklich jedwede (auch gewerkschaftliche) Einmischung und Stellungnahme von außen." Ihnen sei kein Unternehmen bekannt, das einen derart sozialen und loyalen Umgang mit seinen Mitarbeitern pflegt, wie Servus TV bzw. Red Bull." Es gebe zudem mehrere Hinweise, dass die anonyme Initiative womöglich von außerhalb des Unternehmens angestoßen wurde.

"Es ist ein Schock" schreiben die Mitarbeiter zu der auch für sie überraschenden Entscheidung. "Sieben Jahre lang hatten wir die Gelegenheit an einer Vision von einem anderen Fernsehen mit zu bauen, das es so nirgendwo gibt und damit einzigartig ist. Ein Programm mit Anspruch, positiver Grundhaltung und politischer Unabhängigkeit. Weit weg von Trash und bad news."

Überraschendes Aus

Die gestern öffentlich gemachte Erklärung vom Ende des TV-Senders hat dessen Belegschaft völlig überraschend getroffen. Es gab für sie eigentlich kein Indiz für die Einstellung. Auch die Arbeitnehmervertreter aus der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft sowie Medienminister Josef Ostermayer zeigten sich bestürzt.

"Was soll an der Vorgehensweise über Betriebsratswahlen nachzudenken nicht dienlich sein?", fragt AK-Präsident Siegfried Pichler in der gemeinsamen Aussendung mit Forcher. Ihm platze der Kragen, wenn so über die betriebliche Mitbestimmung gedacht werde. Sich gewerkschaftlich zu organisieren sei ein Grundrecht. "Die jetzt an den Tag gelegte Haltung ist eines Herrn Mateschitz nicht würdig", erklärte Gerald Forcher, Geschäftsführer der GPA-djp Salzburg. "Wir leben in Österreich und nicht auf irgendeiner Bananenrepublik."

Forcher und Pichler stärken Mateschitz - und somit dem wichtigen Salzburger Arbeitgeber Red Bull - allerdings auch den Rücken. "Wir haben Herrn Mateschitz bislang als sehr verantwortungsvollen und ehrbaren Unternehmer geschätzt, der sich auch seiner sozialen Verantwortung stets bewusst war."

Der ORF signalisierte Interesse daran, aus den Resten von ServusTV Übernahmen zu tätigen, um die "geschaffene Substanz zumindest teilweise zu erhalten." Das Ende des Senders sei " traurig für den österreichischen Medien- und Produktionsstandort."

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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