ORF: Wrabetz will mehr "gemeinschaftlich" Entscheiden

ORF: Wrabetz will mehr "gemeinschaftlich" Entscheiden

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kann sich Änderungen in der Geschäftsordnung des Öffentlich-Rechtlichen vorstellen, "die gemeinschaftliche Entscheidungen der gesamten Geschäftsführung in wesentlichen Fragen" bringen sollen. Das sagte er dem "Standard" am Freitag, rund drei Monate vor der Wahl des ORF-Chefs. Außerdem will er der Redaktion bei Personalentscheidungen mehr Rechte einräumen.

Ernennungen von Führungsfunktionen hatten in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung gesorgt, weil Wrabetz gegen das Votum der Redakteure entschieden hatte. Nun will er "einen großen Schritt weiter": "Die Redakteure sollen etwa ein Jahr nach Dienstantritt neuerlich über diese Führungskraft abstimmen können." Und da könne sie mit einer "qualifizierten Mehrheit" wieder abgewählt werden: "Das wäre ein bindendes Votum."

"Fix" ist für Wrabetz, dass die Geschäftsführung künftig "gemeinschaftliche Entscheidungen" treffen soll. Dass dies als Signal an den ORF-Finanzdirektor - und möglichen Konkurrenten bei der GD-Wahl am 9. August - zu deuten ist, verneint er aber. "Ich will keine Doppelspitze für den ORF. Die entspringt dem Gedanken eines Systems der Zweiten Republik, das spätestens vorletzten Sonntag abgewählt wurde", so der ORF-General mit Blick auf die schlechten Ergebnisse von SPÖ und ÖVP bei der BP-Wahl. Der ORF müsse noch stärker "medien- und ressortübergreifend arbeiten", und "das muss in der Geschäftsführung beginnen".

Für die Wahl zeigt sich Wrabetz zuversichtlich: "Meine Bilanz und meine Zukunftspläne sprechen für eine klare Mehrheit im Stiftungsrat", meinte er selbstbewusst.

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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