Online-Werbemarkt wächst prächtig - trotz Adblocker

Online-Werbemarkt wächst prächtig - trotz Adblocker

In Österreich und Deutschland kommt ein immer größerer Teil des Werbekuchens dem Online-Geschäft zugute. Und das, obwohl die Verwendung von Adblockern das Wachstum von Display-Werbung bremst.

Rund sechs Prozent ist der deutsche Markt für digitale Display-Werbung im Jahr 2015 wachsen, heuer sollen es dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zufolge 6,3 Prozent sein. "Das entspricht einem im intermedialen Vergleich abermals überdurchschnittlichen Jahreswachstum, wodurch das Internet erneut das am stärksten wachsende Werbemedium war", heißt es vom Verband in einer Presseaussendung.

Insgesamt wurden in Deutschland mit digitaler Displaywerbung (online und mobil) im vergangenen Jahr 1,676 Milliarden Euro netto umgesetzt. Der stärkste Treiber war die Werbung auf mobilen Endgeräten - also Smartphones und Tablet-PC: Hier wuchs der Umsatz um 53 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 204 Millionen Euro.

Österreich: 2016 netto 11,6 Prozent Wachstum

Ähnlich optimistisch sind die Aussichten für Österreich, wenn man einer Prognose von werbeplanung.at Glauben schenkt: Diese sieht hierzulande für heuer ein Wachstum von 11,6 Prozent bei Online-Werbung. Damit werde das Wachstum der vergangenen Jahre fortgeschrieben, heißt es: Seit Jahren lege Onlinewerbung in allen Spielarten im zweistelligen Bereich zu.

Das stärkste Wachstum sieht man bei werbeplanung.at in der "klassischen Onlinewerbung" - hier stehen heuer 13.9 Prozent Wachstum an. „Das Wachstum ist allerdings, wie man bei genauerem Hinsehen merkt, nicht so sehr einem Boom beim Display-Advertising – also Banner-Werbung in allen Formen und Größen – geschuldet," sagt Werbeplanung.at-Herausgeber Bernd Platzer: "sondern eher einem deutlichen Plus bei Social-Media-Advertising, Bewegtbildwerbung und Mobile Advertising“. Facebook und Twitter legen in Österreich kräftig zu - die klassische Displaywerbung bewegt sich hierulande hingegen eher seitwärts.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam Anfang Februar auch das Marktforschungsinstitut Focus: Print sei zwar noch der Platzhirsch am Werbemarkt, heißt es von den Experten - aber Online holt auf: Der Print-Werbemarkt soll heuer um 3 Prozent schrumpfen, während Online zweistellig wächst.

Feindbild Adblocker

„Die digitale Display-Werbung hat sich in 2015 in einem heraus­fordernden Marktumfeld solide behauptet", sagt Paul Mudter vom deutschen Online-Vermarkterkreis (OVK) anlässlich der BVDW-Prognose - und geizt nicht mit einem Seitenhieb auf die Anbieter von Adblockern: "Bedenkt man, dass die Umsatzeinbußen der Vermarkter durch Adblocker zehn bis 20 Prozent betragen, lässt sich ermessen, um wie viel positiver die Gesamtentwicklung des Nettovolumens für digitale Display-Werbung in 2015 hätte ausfallen können.“

Die Rahmenbedingungen für 2016 deuten laut Mudter auf eine gute Entwicklung des Gesamt­werbemarktes hin - und insbesondere digitale Werbung soll von dem positiven Umfeld profitieren: "Digitale Inhalte und Services spielen eine wichtige Rolle im Lebensalltag der Konsumenten," sagt er: "Entsprechend ist auch die Relevanz von digitaler Werbung in der Kommunikations­strategie von Werbung­treibenden ungebrochen – denn die Werbung­treibenden wollen da sein, wo auch ihre Zielgruppen sind." Daher geht er heuer von einem noch stärkeren Wachstum aus - trotz der Adblocker.

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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