ÖBB-Kampagne mit Staatspreis für Kommunikation ausgezeichnet

ÖBB-Kampagne mit Staatspreis für Kommunikation ausgezeichnet
ÖBB-Kampagne mit Staatspreis für Kommunikation ausgezeichnet

Die ÖBB Kampagne rund um die Flüchtlingskrise 2015 mit dem Staatspreis Public Relations 2016 ausgezeichnet. Die Kampagne "Menschlichkeit fährt Bahn" wurde von der Agentur Agentur Pick & Barth Digital Strategies durchgeführt.

Die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 brachte die ÖBB an ihre Kapazitätsgrenzen. Von August an kamen täglich tausende Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof an. Der Westbahnhof wurde mit anderen Bahnhöfen des Landes zu einer zentralen Drehscheibe im Flüchtlingsstrom. Und blieb das über Monate hinweg für die aus Syrien und anderen Kriegsgebieten nach Österreich gekommenen Menschen.

Der damalige ÖBB-Chef und heutige Bundeskanzler Christian Kern ergrifft persönlich Initiative. Er ließ die Bahnhöfe für die Flüchtlinge öffnen, Helfer-Organisationen wie die Caritas konnten dadurch alleine am Wiener Westbahnhof täglich rund 10.000 Menschen betreuen. Und Kern sorgte auch dafür, dass die Flüchtlinge so schnell als möglich weitertransportiert wurden. "Wenn die Menschen nicht mit der Bahn fahren hätten können, dann wären sie auf den Schienen, Straßen oder Autobahnen gegangen", erklärte Kern später. Die Folge wäre ein landesweites, womöglich sogar europaweites Verkehrschaos gewesen.

Begleitet wurde die Initiative der ÖBB von der mit der Wiener Agentur Pick & Barth Digital Strategies. "Wir haben einen Digitalen Newsroom zur Krisenkommunikation eingerichtet, über den die Hilfsorganisationen, private Helfer, und Einsatzkräfte koordiniert wurden", berichtet Geschäftsführer Josef Barth. Und es ging es darum, Gerüchten und Falschmeldungen, die sich über die Sozialen Netzwerke wie ein Lauffeuer verbreiten hätten können, zu entgegnen. "Es gab dutzende solcher Gerüchte. Wir konnten sie schnell einfangen und widerlegen", sagt Barth. "Vor allem aber ging es darum, die Menschenströme zu lenken und den Bahnbetrieb so normal wie nur möglich weiterlaufen zu lassen."

Gleichzeitig wurde eine crossmediale Sofort-Kampagne gestartet, um bei den Kunden Verständnis für die außergewöhnliche Situation der Bahn und ihrer Mitarbeiter zu schaffen. Binnen weniger Stunden war die Kampagne vom ÖBB-Vorstand abgesegnet. Es wurden Flyer und Plakate gedruckt, auf denen zu lesen war: "Menschlichkeit fährt Bahn - Der Kunde im Vordergrund. Der Mensch im Mittelpunkt. Jeder Mensch." Die Bahnkunden wurden damit auf den Bahnhöfen und in den Zügen um ihr Verständnis und ihre Mithilfe bei der Bewältigung der Ausnahmesituation gebeten.

Flyer der Kampagne "Menschlichkeit fährt Bahn"

Zusammenrücken hieß es im Sommer und Herbst 2015 in den Zügen der ÖBB. Die Kunden wurden um ihr Verständnis und ihre Kooperation gebeten.

Doppelt geehrt

Nun wurde die Kampagne mit dem Staatspreis Public Relations 2016 des Wirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Es ist bereits die zweite Ehrung, die der ÖBB und Pick & Barth dafür zuteil wird. In Deutschland wurde "Menschlichkeit fährt Bahn" bereits mit dem deutschen Preis für Onlinekommunikation 2016 ausgezeichnet.

Für den Staatspreis waren insgesamt 55 Kampagnen eingereicht worden. Die Expertenjury begründete ihre Entscheidung unter anderem damit, dass des sich um eine "erfolgreiche strategische Kommunikation in einem herausfordernden Umfeld" gehandelt habe. Die Bundesbahnen hätten in einer höchst angespannten Situation eine umfassende Medien- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Gleichzeitig sei eine Kommunikation mit den ÖBB-Kunden, großen Hilfsorganisationen und hunderten Privatinitiativen erfolgt.

Es ist übrigens auch schon zum zweiten Mal in Folge, dass eine ÖBB-Kampagne den Staatspreis erhalten hat. 2015 wurde die Kampagne zur Eröffnung des Wiener Hauptbahnhofs ausgezeichnet.

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