Wahl zum Bundespräsidenten: Wie das Internet im Endspurt versagte

Wahl zum Bundespräsidenten: Wie das Internet im Endspurt versagte

Der ORF zeigte "Weißblaue Geschichten", während die Bürger angespannt auf das Ergebnis warteten.

Alexander van der Bellen hat das Rennen um die Hofburg für sich entschieden. Dabei machte nicht nur der knappe Ausgang die Wahl zu seinem spannenden Ereignis - sondern auch, dass kurz vor der Bekanntgabe die meisten Onlinedienste - von Google bis zum ORF - kläglich versagten. Die Pleiten und Pannen.

Das Interesse an der endgültigen Entscheidung in der Bundespräsidentenwahl 2016 war so gewaltig, dass die Websites der heimischen Medienhäuser reihenweise zusammenbrachen. trend.at war bei weitem nicht die einzige Seite, die aufgrund des großen Andrangs zwischenzeitlich nicht erreichbar war. Auch derStandard oder diepresse.com kämpften mit dem gleichen Problem.

Live-Streams brachen zusammen, der ORF ließ die Zuschauer wieder und wieder auf sich warten, einzelne Medien verkündeten den Wahlsieger deutlich vor der offiziellen Bekanntgabe durch den Innenminister. Die Wähler suchten via Facebook, Twitter und Google nach Informationen, doch selbst dort gab es die eine oder andere Panne: Suchte man am etwa Montagnachmittag auf Google nach den Begriffen "Präsident Österreich" oder "Bundespräsident Österreich", so verkündete die Suchmaschine, dass Norbert Hofer in diesem Amt auf Heinz Fischer folge.

Screenshots sorgten auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter für Verwirrung. Nicht zuletzt deshalb, weil in die Websites einzelner österreichischer Medien und auch jene des britischen TV-Senders BBC bereits Alexander van der Bellen als neuen Bundespräsidenten verkündeten, als dieser noch nicht offiziell feststand.

Die österreichische Nachrichtenagentur Apa dagegen hielt sich bis zum Schluss bedeckt. Während einzelne österreichische, aber auch internationale Online-Dienste die Interessierten mit aktuellen Zwischenständen auf dem laufenden hielten, beschäftigte man sich bei den Austro-Nachrichtenspezialisten lieber mit Tennis oder dem Besteckspezialisten WMF.

ORF: "Weißblaue Geschichten" statt Live von der Wahl

Online-Streams wurden zwar von einen Medien angeboten - doch sie funktionierten mehr schlecht als recht. Die Community auf Twitter oder Facebook nahm es gelassen und amüsierte sich über die zusammenbrechenden Live-Streams und darüber, dass der ORF seelenruhig sein Nachmittagsprogramm fortsetzte, während die Bürger unruhig an ihren Fingernägeln knabberten: "Weißblaue Geschichten" und "#juliawegezumglück" gehörten an diesem Tag zu den beliebtesten Schlagwörtern in den Sozialen Netzwerken.

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