15 Millionen Dollar verschenkt: Wie der Komiker John Oliver TV-Geschichte schrieb

15 Millionen Dollar verschenkt: Wie der Komiker John Oliver TV-Geschichte schrieb

Der TV-Komiker John Oliver setzt stets auf eine Kombination aus tiefgehender Recherche und schrillem Humor. Bei seiner jüngsten Aktion übertraf er sich aber selbst.

Der US-amerikanische Moderator John Oliver ist bekannt dafür, bissigen Humor mit tiefgehender Recherche zu kombinieren - was ihm bereits oft die Aufmerksamkeit der Internet-Gemeinde einbrachte: Der YouTube-Kanal seiner Sendung "Last Week Tonight" bringt es auf knapp 3,5 Millionen Abonnenten. Oliver traf bereits den NSA-Aufdecker Edwand Snowden, um mit ihm über sichere Passwörter zu sprechen. Und vor zwei Jahren fasste er in einer kurzweiligen Analyse die korrupten Machenschaften der Fifa anlässlich der Fußball-WM in Brasilien zusammen. Vergangenes Wochenende ging der Mann mit der ikonischen Buchhalter-Brille einen Schritt weiter - und schrieb dadurch TV-Geschichte.

In einem rund 20 Minuten dauernden Monolog unter dem Thema "Debt Buyers" fasste er die Machenschaften der US-amerikanischen Inkassofirmen zusammen. Der wie stets detailliert recherchierte und humorvoll präsentierte Beitrag endete mit Olivers Aussage, dass "jeder Idiot eine Inkassofirma gründen kann". "Und ich kann das beweisen, denn ich bin ein Idiot, und ich habe eine Inkassofirma gegründet", fügt er anschließend aufgeregt hinzu. Die Gründung seines Unternehmens "Central Asset Recovery Professiionals" (CARP) hat bloß 50 Dollar gekostet, schon bald wurde ihm der Kauf von Schulden angeboten: Knapp 60.000 Dollar legte er auf den Tisch, um so an die Daten von 9000 Schuldnern im Ausmaß von knapp 15 Millionen Dollar zu kommen.

"Fick dich, Oprah!"

"Freilich könnten wir nun das Geld von den Schuldnern eintreiben", sagt Oliver: Das wäre zwar legal, aber moralisch verwerflich. Daher, so Oliver, erlässt er seinen Schuldnern (die anonym bleiben) ihre Schulden - nicht nur, so betont er, weil es die moralisch richtige Handlung ist, sondern auch, weil er damit TV-Geschichte schreibt. Denn das bisher größte Massengeschenk, das im Fernsehen gemacht wurde, war Oprah Winfreys Entschluss, jedem Menschen im Publikum ein Auto zu schenken - damals wurden fast acht Millionen Dollar verschenkt, also etwa halb so viel wie jene 15 Millionen Dollar Schulden, die Oliver den Menschen erlässt.

Und so drückt der Mann, der nach Eigenangabe "aussieht wie ein Papagei, der in einer Bank arbeitet", am Ende der 20 Minuten auf einen großen roten Knopf, erlöst dabei 9000 Menschen von ihren finanziellen Sorgen und steht in einem Regen aus Banknoten. "Fick dich Opera," brüllt Oliver zum Schluss: "Jetzt bin ich die neue Königin der Daytime-Talkshows!". Man könnte Oliver in solchen Momenten für eine Witzfigur halten - wäre da nicht das Wissen, dass hinter seinem schrillen Gehabe stets tiefe Recherchen und wichtige politische Botschaften stehen.

John Oliver erlässt 9000 Mencshen ihre Schulden im Ausmaß von 15 Millionen Dollar.

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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