Investoren beruhigt: Springer wird doch keine KGaA

Die Börse in Frankfurt erlebt einen turbulenten Wochenstart

Die Börse in Frankfurt erlebt einen turbulenten Wochenstart

Der Kapitalmarkt hat positiv auf die Entscheidung des Verlags Axel Springer reagiert, den geplanten Wechsel der Rechtsform abzublasen. "Ich sehe das nicht negativ, das diszipliniert den Vorstand", sagte Analyst Jochen Reichert vom Bankhaus MM Warburg. Die Konzernspitze um Mathias Döpfner müsse "wie in der Vergangenheit auch genau schauen, in was investiert wird".

Die Aktien des Medienhauses legten am Montag rund drei Prozent zu. Springer hatte am Freitag angekündigt, den Konzern doch nicht in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umzuwandeln. Damit wollte man sich ursprünglich stärker für externe Investoren öffnen, um das geplante Wachstum zum weltweit größten Digitalverlag zu finanzieren - und dabei gleichzeitig die Kontrolle der Verlegerwitwe Friede Springer zu sichern.

Der Konzern begründet den Schritt mit der komplexen Struktur einer KGaA und einer negativen Reaktion des Kapitalmarktes. "Es haben sich Investoren zurückgezogen, die gesagt haben: wir sehen das skeptisch, was ihr da vorhabt", räumte eine Springer-Sprecherin ein, betonte aber: "Es gab keine Massenflucht aus der Aktie raus." Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe sagte, die angedachte Struktur wäre nicht optimal für Investoren gewesen. Er bewertete es als positiv, dass man nun an der "klassischen Bedeutung des Stimmrechts festhalte".

Springer will seinen Wachstumskurs fortsetzen und "bei Bedarf dafür andere geeignete Optionen der Kapitalbeschaffung nutzen". Details dazu stellte der Konzern für seine Bilanzpressekonferenz Anfang März in Aussicht. Reichert geht davon aus, dass die Berliner "auch zukünftig im Wesentlichen mit Fremdkapital und Eigenmitteln auskommen". Zuletzt habe der Konzern Investitionen auch mit Partnern getätigt - "etwa beim Joint Venture mit Ringier für Mittel- und Osteuropa". Schlienkamp hält auch eigenkapitalähnliche - sogenannte hybride Finanzierungsmittel - für eine Option.

Springer dementierte zudem einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wonach es im Aufsichtsrat Streit um die langfristige Regelung des Erbes von Friede Springer gebe. "Das trifft nicht zu", sagte die Konzernsprecherin. Das Blatt hatte berichtet, die Verlegerwitwe plane ihre Springer-Anteile in eine Stiftung nach dem Vorbild der Krupp-Stiftung einzubringen. Dabei sollte die Anwältin und Springer-Vertraute Karin Arnold eine wichtige Rolle übernehmen, was auch auf Kritik Döpfners stoße, schrieb die Zeitung. Das Unternehmen und Arnold wollten sich dazu nicht äußern. Die 73-Jährige Friede Springer hält direkt 5,1 Prozent am Konzern und kontrolliert weitere 47,3 Prozent.

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

Werbung, Marketing & PR

"Die Digitalbranche ist zu sehr auf Klicks fixiert"

XXXLutz Marketingleiter Thomas Saliger (li.) und Premedia-CEO Wolfgang Erlebach.

Wirtschaft

Digitalisierung bei XXXLutz: Werbung automatisch persönlich

Werbung, Marketing & PR

Markenwertstudie: Google bleibt Erster vor Apple und Microsoft

Werbung, Marketing & PR

Confare IDEAward 2017 – das sind die Gewinner