Gun-TV: Wo Männer mit Cowboyhüten von Waffen schwärmen

Gun-TV: Wo Männer mit Cowboyhüten von Waffen schwärmen

Von der Couch aus ganz bequem ein neues Gewehr bestellen? Was in Ländern mit strengen Waffengesetzen befremdlich klingt, ist in den USA nun möglich. Denn seit einigen Wochen gibt es Gun-TV, den Shoppingkanal für Waffen. Wo auf anderen Sendern Porzellanpuppen oder Goldschmuck angepriesen werden, schwärmen die Moderatoren hier von hölzernen Pistolen-Griffen oder dem Namen eines Jagdgewehrs.

Ohne Klischees geht das natürlich nicht. So darf der Cowboyhut bei den Moderatoren nicht fehlen. Als Kulisse im Studio dient wahlweise ein an eine Garage erinnernder Hintergrund oder eine Fototapete, die Vater und Sohn bei der Entenjagd zeigt. Die Moderatoren werden dabei nicht müde zu betonen, dass es ihnen bei ihrer Arbeit auch um den sicheren Umgang mit Schusswaffen geht. In den Werbepausen werden Kinder davor gewarnt, Waffen in die Hand zu nehmen.

Tatsächlich führt der einfache Zugang zu Gewehren und Pistolen in den USA immer wieder dazu, dass selbst Kleinkinder sich selbst oder andere Menschen damit verletzen. Dort sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt - von 100 Einwohnern haben statistisch gesehen 88,8 eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr. Immer wieder kommt es zu tödlichen Schießereien. Jedes Jahr sterben etwa 30.000 Menschen durch Waffengewalt.

Ganz so einfach wie bei den meisten Shoppingkanälen kommt der Kunde bei Gun-TV nicht an seine Ware. Die Firma schickt die Waffen zunächst an einen Händler. Eine Hintergrund-Überprüfung muss zudem klären, ob der Käufer überhaupt eine Waffe besitzen darf.

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