Google zahlt 27 Millionen Euro an europäische Medien-Projekte aus

Google zahlt 27 Millionen Euro an europäische Medien-Projekte aus

Google-Chef Sundar Pichai.

Google wird aus seinem Innovationsfonds für Medien in einer ersten Runde 27 Millionen Euro an Projekte aus 23 europäischen Ländern ausschütten. Das kündigte Google-Chef Sundar Pichai in Paris an. Österreichische Projekte werden in der ersten Finanzierungsrunde mit insgesamt 258.600 Euro unterstützt.

Die Aktion von Google ist Teil der "Digital News Initiative" (DNI), für die der Internetkonzern insgesamt einen Fördertopf von 150 Millionen Euro eingerichtet hat. Aus Deutschland haben bereits rund 30 Verlage die Mitarbeit an der DNI angekündigt: Neben den beiden Gründungsmitgliedern "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Die Zeit" sind unter anderen auch Spiegel Online, der Bauer-Verlag, das Internetportal 1&1, die Deutsche Welle oder die Funke Mediengruppe mit an Bord.

Andere Verlage wie Axel Springer haben sich bewusst gegen eine Teilnahme an der DNI entschieden. Springer pocht darauf, dass Google auf Basis des Leistungsschutzrechts für Verlage Lizenzgebühren für Verlagsinhalte zahlt. Google lehnt eine entgeltpflichtige Nutzung der Presseinhalte auf seinen Seiten ab. Ähnlich lautete in der Vergangenheit auch die Kritik des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Dennoch meldeten sich auch hierzulande zahlreiche Medienunternehmen für von Google geförderte Projekte an. In Österreich haben mehr als 40 Medien und Institutionen Interesse an einer Mitarbeit an der DNI angekündigt. Dazu gehören etwa die "Kronen Zeitung", "Heute", oe24.at, der "Kurier" oder die Vorarlberger Russmedia.

Google will mit Facebooks "Instant Articles" konkurrieren

Zur ersten Runde der DNI-Förderung startete Google am Mittwoch auch die separate Darstellung von Nachrichtenseiten in der Google-Suche, die sich als sogenannte Accelerated Mobile Pages (AMP) besonders schnell auf einem Smartphone laden. Mit dem offenen technischen Standard, der für eine vierfache Ladegeschwindigkeit sorgen soll, tritt Google unter anderem gegen die "Instant Articles" des Wettbewerbers Facebook an. Zum Start des Projektes schalteten Medien aus sechs europäischen Ländern ihre Seiten frei, die als Accelerated Mobile Pages für Mobilangebote optimiert wurden. Da es sich bei AMP um einen offenen Standard handelt, können aber nicht nur Medienseiten dieses Verfahren nutzen. So gibt es beispielsweise für das populäre Wordpress-System eine Erweiterung, mit der automatisch AMP-Seiten generiert werden können.

Pichai kündigte in Paris auch die Initiative "Project Shield" an, um insbesondere News-Webseiten und Online-Auftritte von kleineren Organisationen gegen sogenannte DDoS-Attacken zu schützen. Die Abkürzung DDoS steht für "Distributed Denial of Service" und beschreibt ein Verfahren, bei dem Webserver in einer abgestimmten Aktion mit unzähligen Datenanfragen aus unterschiedlichsten Quellen überflutet werden, bis sie in die Knie gehen. In der Vergangenheit wurden auch Medien-Website mit DDoS angegriffen, wenn sie kritische Berichte veröffentlicht hatten.

Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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