Worauf Unternehmen bei einer Reiseversicherung achten sollten

Die Nachfrage nach Geschäftsreisen steigen wieder. Doch wie Mitarbeiter die ins Ausland reisen gerade in Zeiten von Corona am besten versichern? Worauf es bei Reiseversicherungen für Unternehmen ankommt.

Worauf Unternehmen bei einer Reiseversicherung achten sollten

Es geht wieder los mit den Business-Trips. Gute Absicherung ist in Covid-Zeiten besonders ratsam.

Endlich sinken die Corona-Infektionszahlen. Die fast logische Folge: die Zahl der Businesstrips nimmt rund um den Globus wieder zu. „Wie touristisches Reisen zieht auch die Nachfrage nach Geschäftsreisen an“, so Wolfgang Lackner, Vorstand der Europäischen Reiseversicherung.

Dass die Versicherung in absehbarer Zeit auch das Prämien-Niveau von 2019 wieder erreichen kann bezweifelt er jedoch: „Es wird mehr hybride Lösungen geben, bei der Firmen auf eine Kombination aus virtuellen Meetings und Geschäftsreisen setzen. Der Wunsch nach einer zusätzlichen Absicherung der Mitarbeiter, die ins Ausland reisen, steigt jedoch.“

Der Grund: die normale Krankenversicherung deckt bei einer nötigen Behandlung meistens nur einen Teil der Kosten ab. Für nicht gedeckte Beträge empfiehlt sich dagegen eine Reiseversicherung abzuschließen - das gilt auch für Unternehmer, die ihre Mitarbeiter ins Ausland schicken.Die Europäische Reiseversicherung bietet standardisierte Produkte für Unternehmen an. Unter dem Titel „Corporate Travel Insurance“ können verschiedene Module zusammengestellt werden, wie beispielsweise für medizinische Leistungen, Schäden beim Auto oder etwa eine Reisehaftpflichtversicherung. Zudem gibt es für Klein- und Kleinstunternehmen zwischen einem und 60 Mitarbeitern spezielle Offerte.


1. Finanzielle Absicherung von Mitarbeitern im Ausland

Firmen sind von Gesetzes wegen verpflichtet, für sämtliche Kosten, die Mitarbeitern während einer Dienstreise aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit entstehen, aufzukommen. Diese Kosten lassen sich eine Reiseversicherung abdecken. Darin inkludiert sind beispielsweise die Abdeckung sämtlicher Kosten vor Ort, die durch Krankheiten oder Unfälle entstehen und nicht von der Krankenversicherung gedeckt sind, sowie nötige Rücktransporte. Meistens sind auch Privatgegenstände der Mitarbeiter versichert, wenn diese verloren gehen oder beschädigt werden.


2. Berufliches Reisen versichern

Nicht alle Anbieter versichern Risiken bei Geschäftsreisen. Viele sind nur auf touristisches Reisen spezialisiert. Unternehmen sollten daher vor dem Abschluss einer Versicherung daher genau, welches Risiko gedeckt ist. Neben der Europäischen Reiseversicherung bietet etwa auch Allianz Travel eine Versicherung für Dienstreisen.


3. Corona-Aufschläge

Ob eine Reiseversicherung für Kosten, die durch eine Corona-Erkrankung oder den Verdacht darauf entstehen einen Aufschlag verrechnen hängt von den Geschäftsbedingungen der jeweiligen Assekuranz ab. Bei klassischen Reiseversicherern daraus entstehende Kosten - wie etwa auch für Hotelkosten während einer Quarantäne - inkludiert.


4. Können alle Berufsgruppen versichert werden?

Hier gibt es wieder Unterschiede unter den Angeboten. So ist es beispielsweise bei einigen Anbietern nicht möglich, Mitarbeiter, die eine manuelle Tätigkeit ausüben, zu versichern.


5. Welche Kosten übernimmt die Versicherung bei Corona?

„Wer eine Reiseversicherung abschließt und Corona bekommt, braucht sich keine Sorgen zu machen, dass er nicht die medizinische Versorgung bekommt, die nötig ist und auch nicht um die Kosten, die durch den so nötigen Aufenthalt entstehen oder durch eine dadurch verursachte frühzeitige oder verspätete Abreise“, versichert Wolfgang Lackner.

Je nach Versicherung werden bei Verdacht auf Corona etwa die Kosten für einen PCR-Test ersetzt sowie sämtliche Zusatzkosten, die für eine Behandlung nach Ausbruch der Krankheit entstehen. Bei Allianz Travel sind ebenfalls Reiseabbruch und mögliche Kosten für eine Extrarückreise bei einer Erkrankung an COVID-19 gedeckt. Dies gilt gleichermaßen für den Verdachtsfall auf eine Corona-Virusinfektion. Bei einer Corona-Erkrankung inkludiert ist, wenn nötig, auch eine Rückholung mit einem Rettungswagen aus dem benachbarten Ausland oder mit einer Flugambulanz sind.


6. Regelungen für Reisen in Risikogebiete

Bei touristischen Reisen entfällt damit der Versicherungsschutz. Anders sieht die Sache jedoch bei geschäftlichen Reisen aus. Wenn sich die Reisewarnung nur auf Corona bezieht und eine Geschäftsreise dahin aber nötig ist, bleibt der Versicherungsschutz dennoch aufrecht. Würde es sich allerdings um eine dienstliche Reise in ein Kriegsgebiet handeln, wäre der Versicherungsschutz durch die Assekuranz auch bei einer Dienstreise aufgehoben. Dennoch rät Lackner auch bei Reisewarnungen aufgrund von Covid „ein risikoadäquates Verhalten an den Tag zu legen und die Verhältnisse vor Ort vorher zu prüfen, die Reisepläne den Verhältnissen anzupassen und die Reise gegebenenfalls auch zu verschieben.“ Die aktuellsten Informationen zu Reisewarnungen liefert das Außenministerium auf seiner Website.


7. Notfallhilfe

Die Stornokosten sind für Unternehmen eher nebensächlich. Was zählt, ist ein professionelles Notfallmanagement, besonders für Unternehmen, die Mitarbeiter in entlegene Regionen senden, wo die medizinische Infrastruktur mangelhaft sein kann. Rund um die Uhr besetzte Hotlines sind dabei essenziell.

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