Wintertourismus: Österreich setzt auf FFP2-Masken und 3G-Nachweis

Österreichs Tourismuswirtschaft bereitet sich auf den zweiten Corona-Winter vor. Verpflichtende FFP2-Masken und 3G-Nachweise sollen eine nahezu normale Saison ermöglichen.

Wintertourismus: Österreich setzt auf FFP2-Masken und 3G-Nachweis

Im Winter 2021/22 sollen Skifahren, Winterurlaub und Après-Ski in Österreichs Skigebieten wieder möglich sein. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat in Zeitungen der Funke-Mediengruppe einen "sicheren" Winterurlaub samt Après-Ski in Österreich in Aussicht gestellt. Bei einem Anstieg der Infektionszahlen würden aber nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, so Kurz.

Die Auflagen werden allerdings streng sein: In Seilbahnen - also in geschlossenen Gondeln - soll die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) sowie die ausnahmslose FFP2-Maskenpflicht gelten.

Im vergangenen Winter war der Skitourismus in Österreich zwar möglich, allerdings gab es Beförderungsbeschränkungen, Lokale und Hotels mussten geschlossen bleiben. Kapazitätsbeschränkungen soll es 2021/22 nicht geben, auch Abstandsregeln wie im Vorjahr nicht.

3G-Regel für Gastronomie und Weihnachtsmärkte

Gastronomie und Hotellerie sollen geöffnet sein, allerdings werden Gäste dort ebenfalls einen 3G-Nachweis erbringen müssen. Ab Stufe 3 der Auslastung der Intensivbetten wird laut Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ein PCR-Test erforderlich sein.

Die Regeln für Après Ski sollen sich an den Regeln für die Nachtgastronomie anlehnen. Orientieren will sich die Regierung dabei an den allgemeinen Coronabeschränkungen, die von der Auslastung der Intensivbetten abhängen. Hierfür gibt es einen 3-Stufenplan. Die 3G-Regel wird auch auf den Weihnachtsmärkten gelten.

Für Geimpfte und Genesene soll es aber kaum noch Einschränkungen geben. Der Erfolg der Wintersaison werde auch vom Impffortschritt abhängen. "Das Impfen wird entscheidend sein, wie gut wir über die nächsten Monate kommen werden und wie wirtschaftlich erfolgreich der Tourismus sein wird", erklärt Köstinger. Und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein betont: "Einschränkungen werden die Ungeimpften betreffen."

Unbeschwert Skiurlaub?

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der deutschen Bundesregierung, hält eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski ebenfalls für möglich. "Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen. Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist", erklärte er. Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben. Die Impfung bleibe das A und O, erklärte Bareiß.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte kritisch auf den Vorstoß aus Österreich. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. Er würde aus heutiger Sicht "eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern" und verwies auf Impfdurchbrüche.

Zufriedene Wirtschaftsvertreter

Vertreter der Tourismuswirtschaft begrüßen die von der Regierung bekannt gegebenen Maßnahmen grosso modo, hoffen aber auf weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen. "Dank Impfung, mittelfristiger Planung und engmaschigem Test-Netz geht Österreichs Tourismus optimistisch in die Wintersaison", ließ die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, in Reaktion auf die vorgestellten Pläne wissen.

Auch die Wirtschaftskammer zeigt sich erfreut: "Mit dem präsentierten Winterkonzept und dem Stufenplan der Bundesregierung haben wir taugliche und für unsere Branchen bereits bekannte Instrumente in der Hand, um die anstehende Wintersaison für Gäste, Mitarbeiter und Betriebe planen zu können," teilten die Obleute der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker, in einer Aussendung mit. Planungssicherheit habe, gerade in den kommenden Wochen, in denen traditionell der Winterurlaub gebucht werde, höchste Priorität für die Betriebe und die Urlauber.

In Jubel bricht die Branche freilich nicht aus - Corona wird weiterhin deutlich auf das Geschäft drücken. Die Buchungen dürften nicht nur heuer, sondern voraussichtlich noch längere Zeit deutlich hinter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 zurückbleiben, betonte etwa das Tourismusberatungsunternehmen Prodinger. Der angestrebte Neustart werde damit "zu einer riesigen Herausforderung, ein einfaches 'Herausimpfen' wird sicher nicht genügen", um die Tourismusbetriebe wirtschaftlich abzusichern.

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