Wie sich Superreiche in Europa einkaufen

Wie sich Superreiche in Europa einkaufen

Besitzer eines deutschen Reisepasses genießen die größte Reisefreiheit.

Vielreisende Geschäftsleute besitzen am besten einen deutschen Reisepass, denn mit diesem genießen Weltenbummler die größte Reisefreiheit. Einige Länder bieten Visa oder gar Staatsbürgerschaften gegen Investitionen an, auch Österreich.

Die Deutschen belegen seit dem Jahr 2014 beim Thema Reisefreiheit den ersten Platz. Sie können mit ihrem Reisepass ungehindert in 177 von 218 Ländern und Gebiete reisen, ohne Visa hierfür zu beantragen. Hinter der Spitzenposition liegt Schweden, Österreich belegt in der Untersuchung des Visabeschränkungsindex von Henley & Partners Platz fünf.

Frankreich, Finland, Italien und Großbritannien belegen mit dem Zugang zu 175 Ländern den dritten Platz, US-Bürger können in 174 Länder ungehindert reisen, ebenso wie Belgier, Dänen und Niederländer.

Die "schlechtesten" Reisepässe der Welt sind aus Somalia, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. Die Befreiung der Visumspflicht spiegelt die diplomatischen Beziehungen unter Ländern wider. Visaanforderungen ergeben sich auch durch die wechselseitigen Visaregelungen, Sicherheitsrisiken, sowie die Risiken bei Verletzung von Visa- und Einwanderungsregeln.

Auf das Bild klicken, um zu einer interaktiven Karte des Visa-Rankings zu gelangen.

Die interaktive Grafik des Reports zeigt auch, welche Länder in den letzten Jahren stark aufgeholt haben: Tonga, Palau, Kolumbien und Timor-Leste in Südostasien konnten sich im Ranking viel besser platzieren.

Auch Portugal gehört seit 2012 zu den Top 10. Allerdings ist das iberische Land nicht frei von Kritik: Portugal belohnt ausländische Investoren mit dem käuflichen "goldenen Visa" - einem Programm, mit dem sich der Investor eine vollwertige Aufenthaltsbewilligung von mindestens einem Jahr erkaufen kann. Ein Verkaufsschlager vor allem in China, wodurch sich das krisengebeutelte Portugal vollere Kassen erwirtschaftet hat - als "Gegenleistung" dafür müssen die Chinesen in Portugal investieren. Kritiker sehen diesen "Ausverkauf der Wirtschaft" an Nicht-Europäer gegen Visabewilligungen mit dem damit zusammenhängenden, ungehinderten Zugang zu allen Schengen-Ländern als problematisch.

Henley&Partner sind führend im Beratungsgeschäft "Investment Migration" und beraten eben genanntes Klientel bei der internationalen Residenz- und Staatsbürgerschaftsplanung. Auf der Webseite des Unternehmens wird auch Österreich zum "Staatsbürgerschafts-Shoppen" feilgeboten. Laut Gesetz ist der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch besondere Leistungen möglich. Dazu gehört das Schaffen von Arbeitsplätzen, das Tätigen großer, aktiver Investitionen oder der Import neuer Technologien. Die bisherige Staatsbürgerschaft kann übrigens weiterbehalten werden. Als Draufgabe erwähnt Henley&Partner, dass sich Interessierte nicht tatsächlich in Österreich aufhalten müssen und keine Steuern fällig werden, wenn sie sich nicht niederlassen und der Sprung in die Schweiz nahe liegt.

CNN: Verkauf europäischer Staatsbürgerschaften (Englisch)

St. Kitts und Nevis und Dominica fahren das "Residence-by-Investment-Programm" schon seit den 1980er bzw. 90er Jahren. Aber auch Malta, Zypern, Antigua und Barbuda bieten eine zweite oder dritte käufliche Staatsbürgerschaft für Reiche an, die vor der heimischen Steuer flüchten. Vielreisende Geschäftsleute aus Ländern mit hohen Restriktionen profitieren dann, wenn sie sich die neuen, vorteilhaften Pässe kaufen.

Arton Capital ist ein weiteres Unternehmen auf dem Markt "global citizenship". Das interaktive Online-Ranking dieser Agentur ist vor allem für all jene interessant, die sich für die Farben und Wappen von Reisepässen interessieren.

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