Umfrage zeigt schlechtes Image der Tourismusbranche

Umfrage zeigt schlechtes Image der Tourismusbranche

Kellner im Schweizerhaus im Wiener Prater.

Rund 200.000 Menschen arbeiten im heimischen Tourismus, nur jeder Zweite würde einer Umfrage zufolge den Beruf zu den derzeitigen Bedingungen nochmal wählen. Nachtarbeit, Rufbereitschaft und Wochenenddienste empfinden zudem viele als starke Belastung. Das Image der Branche ist schlecht, die Gewerkschaft ortet deutliches Verbesserungspotential.

Die rund 200.000 Beschäftigten im heimischen Tourismus müssen dann arbeiten, wenn die Gäste Zeit für Erholung haben, also auch oft zum Wochenende. 47 Prozent stehen im Schnitt drei bis vier Sonntage pro Monat im Job, wie aus einer Umfrage der Gewerkschaft vida hervorgeht. Mehr- oder Überstunden erhalten 47 Prozent in Freizeit und nur 17 Prozent in Geld abgegolten, 11 Prozent gar nicht.

"Da kann die Branche sich 17-mal eine Imagekorrektur verpassen, da wird es ein Problem, was die Rekrutierung betrifft", ärgert sich der vida-Fachsekretär für den Bereich Tourismus, Andreas Gollner, darüber, dass es noch Fälle gibt, wo die Mehrleistung eines Arbeitnehmers überhaupt nicht abgegolten wird. "Der Durchrechnungszeitraum wurde ohnehin von 13 auf 26 Wochen erhöht - die mehr gemachten Stunden sind auszubezahlen", sagte Gollner heute, Montag, vor Journalisten in Wien. Und wenn in Zeit abgegolten werde, "dann am besten in ganzen Tagen und nicht stundenweise, weil das den höheren Wert der Freizeit ausmacht", so die Vorstellung der Gewerkschaft.

Nachtarbeit und Wochenenddienst belastet viele

Tatsächlich empfindet fast jeder zweite Befragte (49 Prozent) geteilte Dienste (zwei oder mehr Dienste pro Tag) als "sehr belastend". Viele fühlen sich auch von Rufbereitschaft (38 Prozent), Nachtarbeit (33 Prozent) und Wochenenddiensten (25 Prozent) stark belastet. Fast drei Viertel der Beschäftigten (73 Prozent) ist es der Umfrage zufolge "sehr wichtig", mindestens einen Sonntag oder Samstag im Monat frei zu haben. 68 Prozent wünschen sich eine Einhaltung der vereinbarten Arbeitszeit. Immerhin jeder Fünfte gibt an, dass sich der Dienstplan nach Bekanntgabe "oft" ändere. Knapp ein Drittel der Befragten erbringt zwei- bis dreimal im Monat zusätzliche Dienste zum regulären Betrieb. Nur 31 Prozent müssen keine zusätzlichen Dienste machen.

Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) ist mit der Dienstplangestaltung "weniger" oder "gar nicht" zufrieden. "Es würde die Zufriedenheit der Arbeitnehmer sicherlich erhöhen, wenn sie bei den Dienstplanänderungen ausreichend mitreden könnten", betonte der vida-Vorsitzende des Bereichs Tourismus, Berend Tusch. Nur 29 Prozent haben da eigenen Angaben zufolge Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Hotel- und Gastgewerbe "eher familienfeindlich"

Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben lässt zu wünschen übrig: 42 Prozent der Befragten gab an, ihren Job "schlecht" bzw. "sehr schlecht" mit familiären Verpflichtungen und privaten Interessen unter einen Hut bringen zu können. Das Hotel-und Gastgewerbe sei "nach wie vor eher familienfeindlich", folgert die Gewerkschaft. Nur gut jeder Zweite in der Tourismusbranche würde seinen Beruf zu den derzeit herrschenden Arbeitsbedingungen nochmals wählen. Um mehr Menschen für die Branche zu begeistern, müssten die Arbeitsbedingungen "endlich spürbar besser werden", fordern die Gewerkschafter.

Seit Ende 2015 laufen Reformgespräche zwischen der Gewerkschaft, der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und der Wirtschaftskammer. "Der Prozess wird ein bis zwei Jahre dauern, wenn das Ergebnis gut sein soll", betonte Tusch. Die aktuellen Lohnverhandlungen für die Branche, die schwerpunktmäßig auf den März und den April fallen, seien bewusst von den Reformgesprächen entkoppelt worden.

Organisator Gery Keszler wird den Life Ball 2019 zum letzten Mal veranstalten.

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