Tourismus: TUI rechnet noch mit einer langen Flaute

Bei TUI, dem weltweit größten Tourismusunternehmen, geht man davon aus, dass der Tourismus noch lange Zeit durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt sein wird. Bei der zu dem Unternehmen gehörenden Fluglinie Tuifly wird jetzt die Hälfte aller Mitarbeiter gekündigt.

TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen

TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen

Wie verbringt man im Jahr 2020 den Sommerurlaub? Mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nicht auf einer Fernreise und auch nicht in einer großen All-Inclusive-Anlage mit hunderten anderen Gästen aus aller Welt.

Für TUI, dem nach der Pleite von Thomas Cook weltweit größten Tourismusunternehmen, heißt es daher wie für den Großteil aller Reiseveranstalter umdenken, Pläne über den Haufen werfen und den Gürtel enger schnallen. Zumal TUI besonders stark auf Angebote und Arrangements gesetzt hat, die durch die Corona-Pandemie zu No-Gos geworden sind.

50 Prozent weniger Touristen

"Wir werden dieses Jahr nicht mehr als die Hälfte der Touristen haben, die wir ansonsten auf die Kanaren und Balearen bringen", prognostizierte TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen im Rahmen einer Videokonferenz des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland. Er stellt sich zugleich darauf ein, dass mit Blick auf das Gesamtgeschäft erst im Spätsommer die Hälfte des normalen Volumens an Flügen erreicht wird. Dies dürfte dann auch in der Wintersaison so bleiben: "Wir hoffen dann, dass der Sommertourismus im nächsten Jahr wieder einigermaßen normal läuft und wir wieder erhebliches Wachstum im Sommer 2022 sehen werden."

Das Schlimmste dürfte aus Sicht des Konzernchefs zwar überstanden sein: "Wir haben im Augenblick auf unseren Internet-Seiten schon wieder ungefähr 80 Prozent der normalen Buchungen. Also man sieht, wie schnell das zurückkommt", sagte Joussen. Ab Mitte Juni solle es mit Flügen auf die Balearen und Portugal losgehen und ab Juli das Tourismusgeschäft in den südeuropäischen Ländern breiter geöffnet werden. In der Türkei und Ägypten könnte es dann vielleicht vier bis sechs Wochen später wieder anlaufen.

Tuifly wird zusammengestutzt

Für Großbritannien peilt Joussen Anfang August an, doch dieser Zeitplan steht noch auf wackligen Beinen. Denn zur Vermeidung einer zweiten Infektionswelle gilt auf der Insel für alle nach Großbritannien Einreisenden eine zweiwöchige Quarantänepflicht. Verstöße werden mit Geldstrafen von 1.000 Pfund (1.118 Euro) geahndet. Die Regel soll alle drei Wochen überprüft werden. Solange diese nicht gekippt werde, sei an eine Rückkehr des Tourismusgeschäfts nicht zu denken, meint Joussen: "Das funktioniert nicht. Dann wird der Tourismus auf dieser Basis eher nicht stattfinden können." Es sei aber wichtig, dass das Pandemie-Geschehen in England zunächst weiter abflache.

Angesichts der wohl noch länger andauernden Flaute greift TUI bei der zu dem Unternehmen gehörenden Fluglinie Tuifly zu einer drastischen Maßnahme. Rund 50 Prozent der Vollzeitstellen werden gestrichen. "Wir reden über 900 Vollzeitstellen", sagte der Vorstandschef der TUI Group. Bei der Fluglinie sind aktuell noch 2.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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