Social Business-Hotel Magdas: 22.000 Gäste im ersten Jahr

Social Business-Hotel Magdas: 22.000 Gäste im ersten Jahr

Im Magdas Hotel im zweiten Wiener Gemeindebezirk arbeiten Menschen aus 16 Nationen unter einem Dach.

Vor einem Jahr ist das von der Caritas betriebene Hotel "magdas" beim Wiener Prater eröffnet worden. Das Besondere an dem Projekt: 20 anerkannte Flüchtlinge arbeiten dort und kümmern sich gemeinsam mit zehn Hotellerieprofis um die Gäste. Nun wurde erste Bilanz gezogen: Im ersten Jahr nächtigten dort knapp 22.0000 Gäste, die Durchschnitts-Auslastung betrug 55 Prozent.

"Man weiß es nie: Wird es angenommen? Kommt es gut an? Ich glaube, die Erwartungen haben sich übererfüllt", sagte Gabriela Sonnleitner, Geschäftsführerin von "magdas" Social Business, über die Anfänge. Zunächst habe es Anlaufschwierigkeiten gegeben, doch im September und Oktober stieg die Auslastung gar auf 80 Prozent. Interessantes Detail: "50 Prozent der Menschen, die zu uns kommen, wissen gar nicht, dass eine soziale Idee dahinter steckt."

Die Mitarbeiter kommen aus 16 verschiedenen Nationen - zum Beispiel Syrien, Afghanistan oder Tschetschenien. "Die meisten unserer Mitarbeiter starten ohne Vorkenntnisse in der Hotellerie und Gastronomie", erzählte Sonnleitner. Sie betonte außerdem: "Wir sind keine Zweigstelle des Himmels auf Erden." Die Angestellten müssten hart arbeiten und viel lernen: "Wir wollen die Menschen hier fit für den Arbeitsmarkt machen."

Das Hotel ist eine 100-prozentige Tochter der Caritas der Erzdiözese Wien und befindet sich in einem früheren Pensionistenwohnheim in der Laufbergergasse 12. Aktuell stehen 78 Zimmer zur Verfügung, ab März werden es 88 sein. Die Übernachtung kostet ab 62 Euro. Das Projekt ist laut Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien, auf fünf Jahre angelegt. Die Projektkosten betrugen 1,5 Millionen Euro. Die Mittel gab es in Form eines Kredits, der in diesen fünf Jahren zurückgezahlt werden soll. Für das Vorhaben gab es keine speziellen Förderungen, die nicht andere Hotelleriebetriebe auch erhalten würden.

Break-even in ein bis zwei Jahren

Besonders gut nahmen die Kunden auch die Möglichkeit an, im Hotel Seminare abzuhalten, hieß es heute. Weiters wurden bisher sechs Hochzeiten gefeiert. Der Nachmittagsbetrieb im Cafe könnte allerdings besser sein, so Sonnleitner: "Die Spaziergänger im Prater haben uns noch nicht wirklich entdeckt. Wahrscheinlich, weil wir auf der Hauptallee keine Hinweisschilder anbringen dürfen."

Was die finanzielle Situation des Hotels betrifft: "Unser Ziel ist natürlich ist, dass wir gewinnbringend sind, oder dass wir zumindest eine schwarze Null schreiben", so Sonnleitner. Der Break-even soll in ein bis zwei Jahren erreicht sein. Überhaupt ist sie "zutiefst" überzeugt, dass ein solches Projekt funktioniere, wenngleich es aufgrund des höheren Personalstocks nicht so hohe Gewinne abwerfen könne. Daher warb sie um "Nachahmer": "Wir hatten ganz viele Interessenten aus ganz Europa, die sich nach unserem Konzept erkundigt haben. Unser Ziel ist, dass wir ein Modellprojekt sind, dass wir zeigen, dass Leute mit Fluchthintergrund wunderbare Mitarbeiter sind, dass sie ganz viele Stärken haben, motiviert sind und mit uns gemeinsam ein Haus führen können."

Und auch Schwertner betonte: "Wenn wir in einigen Jahren in vielen europäischen Städten ähnliche Projekte haben, dann wäre das der schönste Erfolg. Aber wir haben nicht den Anspruch, dass wir als 'madgas' oder als Caritas all diese Projekte selber betreiben." Laut Sonnleitner hat die Caritas Kärnten ein "magdas" in Planung - dabei handle es sich aber nicht um ein Hotel, sondern voraussichtlich um ein Restaurant.

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