Ski-Lockdown: Österreich und Schweiz gegen den Rest

Im Zerren um die Öffnung von Skigebieten in den Alpen heißt es weiterhin Österreich und die Schweiz gegen den Rest. Appelle, Pisten Weihnachten und Silvester nicht zu öffnen, werden bislang nicht gehört. Franzosen, Deutsche, aber auch Italiener sollen nicht ins Ausland in den Skiurlaub fahren können.

Ski-Lockdown: Österreich und Schweiz gegen den Rest

Noch ist nicht enstschieden, ob Skigebiete zu Weihnachten öffnen werden.

Was wiegt mehr? Ein paar Tage Skispaß, verbunden mit dem Risiko von erneuten Corona-Clustern, einem Aufflammen der Infektionszahlen und einem möglicherweise folgenden dritten Lockdown? Oder doch der Verzicht auf das Vergnügen? Zuhause bleiben, die Weihnachtszeit im kleinen Kreis verbringen und die Hoffnung auf ein Sinken der Infektionszahlen und ein möglichst baldiges Ende der Corona-Beschränkungen?

Im vorweihnachtlichen Corona-Lockdown sorgt die Frage, ob Wintersportorte in den Weihnachtsferien geöffnet werden und das Skifahren erlaubt werden soll, im ganzen Alpenraum für hitzige Diskussionen. Österreich und die Schweiz wollen die Pisten und die Lifte so schnell wie möglich öffnen, Italien, Deutschland und Frankreich halten ihre Anlagen geschlossen und appellieren an die befreundeten Nachbarländer, das ebenfalls zu tun. Auch wenn sich "unsere Freunde" in Österreich und der Schweiz jede Einmischung verbieten, könne er am Ende des Tages nur raten, es wie Deutschland zu tun, ruft Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann auf. Statt die Pisten, Hotels und Lifte zu öffnen, sollten die von der Schließung betroffenen Branchen lieber 75 Prozent der Umsätze vom Staat erstattet bekommen und die Skigebiete geschlossen bleiben.

Aufruf: Gemeinsam gegen die Pandemie

Herrmans Argumente sind stichhaltig und im Corona-Jahr 2020 hinlänglich bekannt: Um das gemeinsame Ziel zu erreichen, die Pandemie zu bekämpfen, müssten Kontakte und Reisebewegungen reduziert werden. Er erinnert an das Frühjahr, als sich viele Touristen aus ganz Europa im Skiurlaub gegenseitig angesteckt haben und die Pandemie aus den österreichischen Wintersport-Hochburgen wie Ischgl nach ganz Europa getragen wurde.

Ein Déjà-vu wolle keiner, so Herrmann. Daher müsse hinter dem normalen Ski- oder Winterurlaub ein großes Fragezeichen gemacht werden. In Bayern sind die Skigebiete dagegen per Infektionsschutzverordnung geschlossen. Es ist davon auszugehen, dass dies auch über die bisherige Befristung bis zum 20. Dezember hinaus bis Jänner verlängert wird.

Österreich und die Schweiz aber trotz sehr hoher Corona-Infektionszahlen in beiden Ländern ihre Skigebiete in der bei Touristen beliebten Weihnachtszeit öffnen. Teilweise sind sie sogar schon geöffnet. Bayern will nun dem Grenzverkehr nach Österreich und in die Schweiz einen Riegel vorschieben. Wer dennoch zum Skifahren oder Wandern über die Grenze etwa nach Österreich fährt, muss nach der Rückkehr in Quarantäne. Das ist zwar an den Grenzen nicht lückenlos "administrierbar", Skifahrer und andere Wintersportler seien aber etwa in ihren Autos gut erkennbar, so Herrmann.

Frankreich: Abschreckende Maßnahmen für Touristen

Deutschland wünscht sich in der Frage der Winterurlaube generell ein eurpoaweit einheitliches Vorgehen. Unterstützung kommt dabei aus Frankreich, das seine Bürger ebenfalls davon will, zu Weihnachten in Skigebiete im Ausland zu reisen. Wenn es Länder gebe, die ihre Skigebiete offen halten, werde man Kontrollmaßnahmen haben, um die Franzosen davon abzuhalten, sich in diese Gebiete zu begeben, erklärte Präsident Emmanuel Macron. "Also ja, wir werden restriktive und abschreckende Maßnahmen haben."

In Frankreich selbst werden die Skigebiete geschlossen bleiben. Premier Jean Castex hat bereits erklärt, dass die Skilifte in Frankreichs Skigebieten geschlossen bleiben sollen.

Österreich denkt anders

In Österreich denken viele dennoch anders. Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer, drängt auf eine "baldige Wiederaufnahme" des Skibetriebs. "Wir sind keine reine Tourismusattraktion, sondern ein unverzichtbares Angebot für Erholung und Sport für die Bevölkerung", betonte er in einer Aussendung.

Reisewarnungen und Quarantäneregelungen im Ausland ändern "nichts daran, dass wir für unsere Leute da sein wollen und ihnen ein qualitativ hochwertiges, möglichst flächendeckendes Angebot und sichere Rahmenbedingungen bieten möchten", unterstrich der Tiroler Wirtschaftsbundobmann. Auch die Skihütten sollen Hörls Wünschen zufolge geöffnet werden. Es sei "unverantwortlich, den Menschen den Zugang zu einer Stärkung, einer Aufwärmpause oder zu einem Schluck Tee zu verwehren. Eine gewisse Grundversorgung muss bei einer Öffnung der Skigebiete sichergestellt sein."

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