Ötztal: Radmarathon als Tourismusfaktor

Während die Wintersport-Elite in PyeongChang in Südkorea um Olympia-Medaillen kämpft und im Ski-Mekka Sölden im Ötztal Skifahrer auf meterhoch verschneiten Hängen unterwegs sind, wird im Ort der größte Event des Sommers vorbereitet: Der Ötztaler Radmarathon, seit fast 40 Jahren die härteste Prüfung für Amateur-Rennradfahrer und mittlerweile ein veritabler Tourismsusfaktor . Die Anmeldung ist noch bis Ende Februar möglich.

Der Ötztaler Radmarathon hält Radsportler und den Sommertourismus im Ötztal seit fast 40 Jahren in Schwung.

Der Ötztaler Radmarathon hält Radsportler und den Sommertourismus im Ötztal seit fast 40 Jahren in Schwung.

Februar 2018: Am Timmelsjoch, dem auf 2.474 Metern Seehöhe gelegenen Passübergang, der das Ötztal mit dem Passeier im Südtirol verbindet, liegen etwa drei Meter Schnee. Auf der Mautstraße, die vom beliebten Wintersportort Sölden über Obergurgl und Hochgurgl zur Staatsgrenze führt, gilt seit Anfang November die offizielle Wintersperre und es wird vermutlich bis Ende Mai dauern, bis die Straße wieder frei von Schnee und Eis ist und nach St. Leonhard in Südtirol befahren werden kann.

Noch gehört die Region den Wildtieren und den Wintersportlern, die auf den tief verschneiten Hängen im hinteren Ötztal ihre Schwünge ziehen. Dennoch ist die Timmelsjoch Hochalpenstraße, deren 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2018 begangen wird, im Februar im Fokus einer Gruppe anderer Sportler: Den Amateur-Rennradfahrern, die seit knapp 40 Jahren alljährlich im Spätsommer ins Ötztal reisen, um von Sölden ausgehend zur härtesten Ein-Tages-Prüfung, die es weltweit für sie gibt, anzutreten: Dem Ötztaler Radmarathon.

Vom 1. bis zum 28. Februar läuft die Online-Anmeldephase für die 38. Auflage des Kultrennens, das diesmal am Sonntag, dem 2. September abgehalten wird. Doch bei weitem nicht jedem, der an dem Rennen teilnehmen möchte, wird das auch gegönnt sein. Um den Bewerb in einem für die Organisatoren überhaupt noch administrierbaren Rahmen zu halten und den Sportlern faire Chancen zur Teilnahme zu geben werden die 4.500 Startplätze seit dem Jahr 2008 verlost. "Wir rechnen auch in diesem Jahr wieder mit knapp 15.000 Personen, die sich an der Verlosung der begehrten und limitierten Startplätze beteiligen“, sagt Oliver Schwarz, Direktor von Ötztal Tourismus.

Wirtschaftsfaktor Radmarathon

Mit 4.500 Teilnehmern, deren tausenden Begleitpersonen und den hunderten Händlern, die aus aller Welt zu dem Bewerb ins Ötztal kommen, ist der Radmarathon für die Tourismusregion Sölden auch ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Die Sportler samt Anhang bleiben nämlich in der Regel zwei bis vier Tage als Gäste vor Ort, um das Rennen auch ausgeruht in Angriff nehmen zu können. Athleten werden aus 50 Nationen anreisen. Geschätzte 50.000 Übernachtungen gehen auf das Konto des Radmarathons, hinzu kommen noch die erheblichen Umsätze, die rund um das Rennen in der Gastronomie und in den Söldener Sportgeschäften erwirtschaftet werden.

2017 fand erstmals in der Geschichte des "Ötzis", wie das Rennen in Sportlerkreisen genannt wird, auch ein Profi-Rennen statt, der dem Rennen mit Fernseh-Übertragungen in zahlreiche Länder zusätzliche Popularität bescherte, der "Pro Ötztaler 5500". Nur ein Drittel der Teilnehmer kam dabei ins Ziel. Obwohl die Veranstaltung dennoch ein Erfolg war steht die Zukunft des "Pro Ötztaler" dennoch in den Sternen. Die Terminfindung mit dem Radsport-Weltverband UCI gestaltet sich als schwierig, und schließlich will man den "Ötzi" auch weiterhin als die Veranstaltung belassen, als die er groß geworden ist: Als ultimative Prüfung, die nahezu jeder ambitionierte Hobby-Rennradfahrer auf seiner Bucket-List hat.


Ötztaler Radmarathon 2018 - der Rennbericht

trend-Redakteur Peter Sempelmann hat sich auf das Abenteuer Ötztaler Radmarathon eingelassen und die Strapazen auf sich genommen. Den Bericht dazu finden Sie unter dem folgenden Link: Ötztaler Radmarathon 2018 - Tour de Force


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