Abschied auf Raten: Land Niederösterreich finanziert Ötscherlifte noch zwei Jahre

Das Land Niederösterreich springt nun doch - zumindest vorübergehend - als Retter für das Skigebiet am Ötscher ein. Die Lifte werden noch zwei weitere Saisonen betrieben, Einnahmen aus dem Hochkar sollen Verluste in Lackenhof abfedern.

Abschied auf Raten: Land Niederösterreich finanziert Ötscherlifte noch zwei Jahre

Die Ötscherlifte im niederösterreichischen Lackenhof werden - entgegen der Ankündigung vergangene Woche - zumindest vorerst doch nicht geschlossen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat angekündigt, dass das Land Niederösterreich das Skigebiet Hochkar von der Schröcksnadel-Gruppe kaufen und mit dem Gebiet in Lackenhof (Ötscher) fusionieren will. Damit sei es möglich, die Ötscherlifte für die nächsten beiden Saisonen weiterzubetreiben. Ziel sei es, eine Ganzjahresdestination zu schaffen.

Der Skibetrieb in Lackenhof (Bezirk Scheibbs) soll starten, sobald es die Wetterbedingungen zulassen, sagte Sportlandesrat Jochen Danninger. Die Ötscherlifte werden jedoch fix in zwei Jahren abgebaut. In diesem Zeitraum soll ein Konzept ausgearbeitet werden, um einen Ganzjahrestourismus in dem Ort zu ermöglichen.

Während die Anlagen am Hochkar den Angaben zufolge zuletzt Gewinne machten, schrieb das Skigebiet Lackenhof Verluste. Mit der Übernahme der Anteile der Schröcksnadel-Gruppe, dem Mehrheitseigentümer von Hochkar und Lackenhof, durch das Land schaffe man wirtschaftliche Spielräume, um die Skilifte in Lackenhof für einen kurzen Zeitraum - diese und nächste Saison - weiter betreiben zu können, erklärte Mikl-Leitner. Die Landeshauptfrau sieht "eine ganz große Chance, Lackenhof auf neue Beine zu stellen, damit ein ganzjähriger Tourismus auch möglich wird". Das habe das Land in St. Corona am Wechsel (Bezirk Neunkirchen) unter Beweis gestellt.

Auf Dauer nicht rentabel

Das Skigebiet Lackenhof sei nicht wirtschaftlich zu betreiben, hieß es. Ein Grund sei die mangelnde Schneesicherheit auf rund 800 Metern Seehöhe. "Finanziell war die letzte Saison - auch wegen Corona - mit weniger als 47.000 Gästen wirtschaftlich ein wahrliches Desaster", sagte Danninger. Einige Jahre zuvor habe der Ort noch 150.000 Eintritte verzeichnet. Eine gemeinsam mit der Schröcksnadel-Gruppe ausgearbeitete Fusion sei vom Unternehmen abgesagt worden, weil sich die Lage auch aufgrund der Pandemie nicht entspannt habe.

"Es braucht ein Angebot, das Gäste zu allen Jahreszeiten in die Region lockt", betonte Danninger und nannte als Beispiele Trail Running, Wandern und Tourenskigehen. Dazu brauche es auch die Initiative aus der Gemeinde. Das Land stellt zwei Mio. Euro aus der ecoplus-Regionalförderung für die strategische Planung zur Verfügung und darüber hinaus eine Mio. Euro für die Erhöhung der Bettenanzahl von derzeit 800 sowie die Modernisierung der Zimmer, um die Nächtigungszahlen zu steigern. Der Großteil der Unterkünfte im Ort - zehn Hotels und mehrere Privatzimmervermieter - sei im Ein- und Zwei-Sterne-Bereich angesiedelt, was nicht stark nachgefragt werde. Die von Danninger bereits angekündigten drei Millionen Euro werden in eine Gastgeberförderung umgewandelt.

Rückzug der Schröcksnadel-Gruppe

Die Schröcksnadel-Gruppe "verabschiedet sich in aller Freundschaft aus Niederösterreich", meinte Danninger. Zum Kaufpreis hieß es, dass ein Verkehrswertgutachten erstellt werden soll. "Wir reden hier von der Bandbreite eines einstelligen Millionenbetrages, was die Anteile der Schröcksnadel-Gruppe am Hochkar betrifft", so der Landesrat.

Das Aus für die Ötscherlifte war am 26. November, wenige Tage vor Freitag verkündet worden. Als Grund hatten die Schröcksnadel-Gruppe als Mehrheitseigentümer und das Land Niederösterreich, das über die ecoplus Alpin GmbH 40 Prozent der Gesellschaft hielt, mangelnde Wirtschaftlichkeit genannt. Eine Petition zum Erhalt des Skigebietes verzeichnete am Freitagnachmittag 18.600 Unterstützer.

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