Jobben in Australien: Neue Steuer macht Backpackern das Leben schwer

Jobben in Australien: Neue Steuer macht Backpackern das Leben schwer

Arbeiten in der Fußstapfen von Crocodile Dundee: Ein Traum für Backpacker, ein Geschäft für den australischen Fiskus.

Arbeiten auf einer Farm in Australien, nachdem man in Thailand von seinem Ersparten gelebt hat: Was bei vielen Weltreisen zum fixen Teil der Route gehört, wird nun vom Fiskus erschwert. Denn Backpacker müssen in Australien nun auch Steuern zahlen. Und an ein passendes Visum zu kommen ist auch gar nicht mal so einfach.

Junge Europäer, die das Abenteuer suchen, haben für ihre Weltreise oft eine Traumroute im Kopf: In Indien und Thailand leben sie eine Zeit lang bei geringen Alltagsausgaben von ihrem Ersparten, bevor sie nach Australien aufbrechen. Dort arbeiten sie auf einer Farm, um sich ihr Reisebudget wieder aufzufrischen und anschließend nach Süd-, Mittel- und Nordamerika aufzubrechen. Von der Situation profitieren die jungen Abenteurer ebenso wie die Bauern, die dadurch an motivierte, aber zugleich günstige Arbeitskräfte kommen. Mit dem "Working Holiday Visum" unterstützt die Regierung auch diese Symbiose zwischen Unternehmern und Abenteurern - doch nun macht der Fiskus den Partnern einen Strich durch die Rechnung.

Denn nach einem Beschluss des Kabinetts von Canberra müssen auch die ausländischen Arbeiter nun Einkommenssteuer zahlen - bisher blieben Einkünfte bis zu 18.000 australischen Dollar (12.200 Euro) im Jahr steuerfrei, mehr als den genannten Betrag verdienten die jungen Hilfsarbeiter so gut wie nie. Ab 1. Jänner 2017 fällt ein Steuersatz von 19 Prozent an, ein ursprünglicher Vorschlag hatte einen Steuersatz von 32,5 Prozent vorgesehen. Viele Farmer hatten vehement gegen die Steuer protestiert - denn sie fürchteten, nun keine billigen Hilfskräfte mehr zu finden. Der Präsident des Bauernverbandes, Brent Finlay, zeigte sich jedoch letztenendes zufrieden mit dem Kompromiss.

Strenge Regeln für das Work-and-Travel-Visum

Gut 225.000 junge Leute bekamen im Haushaltsjahr 2014/15 ein Work-and-Travel-Visum, das es ihnen erlaubt, ein Jahr lang in Australien zu arbeiten und zu reisen. Ziel des Visums ist allerdings laut Angaben der Regierung nicht das Geldverdienen per se, sondern der interkulturelle Austausch. Dementsprechend gibt es strenge Regeln für die Vergabe des Visums: Etwa darf der Antragsteller nicht älter als 30 Jahre sein und muss die Staatsangehörigkeit eines Partnerlandes besitzen: Deutsche haben Anrecht auf dieses Visum, Österreicher und Schweizer hingegen nicht.

Die meisten Work-and-Travel-Visa gehen an Briten. Deutsche stellen die zweitgrößte Gruppe mit fast 25.000, gefolgt von Südkoreanern, Franzosen und Taiwanesen.

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