Hoteliers widersprechen IHS-Studie: Es herrscht Fachkräftemangel

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) widerspricht dem Institut für Höhere Studien (IHS), das keinen Fachkräftemangel in der Gastronomie feststellen konnte. "Fachkräftemangel herrscht, wo nicht genügend gut ausgebildete Mitarbeiter gefunden werden. Im Gaststättenwesen ist genau das der Fall", so ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer, die heute von einer "absurden" Studie sprach.

Hoteliers widersprechen IHS-Studie: Es herrscht Fachkräftemangel

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer: "absurde" Studie.

Das IHS argumentierte, dass unter anderem die geringe Bezahlung in der Branche dafür spreche, dass es eben diesen Mangel an Fachkräften nicht gebe. Bei einem echten Fachkräftemangel steigen üblicherweise die Gehälter und Überstunden, so das IHS. Auf Wirtshäuser und Co. habe das aber im Beobachtungszeitraum 2005 bis 2010 nicht zugetroffen.

Auffallend ist die hohe Arbeitslosenrate im Tourismus. Sie legte im Februar um 6,3 Prozent zu, womit der Bereich zu den Spitzenreitern gehörte. Gleichzeitig meint Reitterer: "So viele gute Mitarbeiter, wie wir brauchen, lassen sich so schnell nicht finden.(...) Seit Jahren führen Kellner und Köche die Listen an: Und wir wissen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist."

Für die Gewerkschaft vida liegt das überschaubare Interesse an den Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche. Laut einer aktuellen Umfrage stehen 47 Prozent der Beschäftigten im Schnitt drei bis vier Sonntage pro Monat im Job. Mehr- oder Überstunden erhalten 47 Prozent in Freizeit und nur 17 Prozent in Geld abgegolten, 11 Prozent gar nicht. Nur gut jeder Zweite in der Tourismusbranche würde seinen Beruf zu den derzeit herrschenden Arbeitsbedingungen nochmals wählen. Um mehr Menschen für die Branche zu begeistern, müssten die Arbeitsbedingungen "endlich spürbar besser werden", fordern die Gewerkschafter.

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