Gastronomie und Hotellerie gegen Fleisch-Herkunftsbezeichnung

Gastronomie und Hotellerie gegen Fleisch-Herkunftsbezeichnung

Die Landwirtschaftskammer plädiert für eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung bei Fleisch, die Hoteliervereinigung ist dagegen.

Die von der Landwirtschaftskammer vorgeschlagene verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Eier in Restaurants und Kantinen wird von der Gastronomie und Hotellerie abgelehnt. "Bitte lassen wir es bei einer Empfehlung und machen kein Gesetz", sagte Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), bei einer Agrar-Tagung in Wien.

Reitterer warnte davor, nach der Allergen-Verordnung die Branche mit weiteren Bürokratiemaßnahmen zu schädigen. Dies würde den Gastro-Trend zu vorgekochten Convenienceprodukten von Nahrungsmittelgroßkonzernen wie Nestle oder Kraft Food verstärken, weil die noch selber kochenden, kleinen Betrieb vor den Vorschriften kapitulieren würden. Beim Thema Fleisch-Herkunftskennzeichnung sollte lieber auf den Grundsatz "Beraten statt Strafen" gesetzt werden, wünschte sich Reitterer bei der Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wien.

Der Präsident der Landwirtschaftkammer, Hermann Schultes, forderte bei der Tagung eine verpflichtende Fleisch- und Eier-Herkunftsbezeichnung in Gastronomie, Hotellerie und Großküchen in den nächsten ein bis zwei Jahren. Wenn der Betrieb billige Gerichte kochen will, dann sollte man es auch zugeben, etwa "Wiener Backhuhn (Polen) mit Salat", betonte Schultes. "Ich habe nichts gegen Polen. Es sollte aber möglichst ehrlich mit den Konsumenten umgegangen werden." In der Schweiz gebe es bereits eine Fleisch-Herkunftsbezeichnung.

Kennzeichnung führt zu Bürokratielawine

Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, warnt hingegen vor einer Fleisch-Herkunftsbezeichnung. Eine solche Kennzeichnung würde "zu einer weiteren Bürokratielawine für die Gastronomie führen". Die Schweizer Kollegen würden nun dagegen kämpfen, dass die nur für Fleisch gesetzlich vorgeschriebene Herkunftskennzeichnung auch noch auf alle anderen Zutaten ausgedehnt wird. Derzeit verwenden 1.300 von 60.000 Gastronomiebetriebe in Österreich das AMA-Gütesiegel, das die Herkunft der Zutaten aus Österreich bestätigt.

Der Chef der Schweinebörse, Johann Schlederer, sieht eine verpflichtende Fleisch-Herkunftskennzeichnung positiv. Im Großhandel für die Gastronomiebetriebe würden hierzulande 50 Prozent des Schweinefleischs aus dem Ausland kommen. Ausdrücklich lobte Schlederer den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel, "der es verstanden hat" und nur heimisches Schweinefleisch anbiete.

Rewe-International-Chef Frank Hensel (u.a. Billa, Merkur) forderte bei der Wintertagung ein Bekenntnis der Großküchen, etwa Kantinen, zu österreichischen Produkten. Derzeit werde dort nach dem Prinzip "nur das Billigste" gekocht. "Auch beispielsweise im Landwirtschaftsministerium würden in der Kantine wenige österreichische Produkte angeboten.

Organisator Gery Keszler wird den Life Ball 2019 zum letzten Mal veranstalten.

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