FlyNiki mit Business Class, Air Berlin und Condor ohne Gratis-Getränke

FlyNiki mit Business Class, Air Berlin und Condor ohne Gratis-Getränke
FlyNiki mit Business Class, Air Berlin und Condor ohne Gratis-Getränke

Die FlyNiki-Mutter Air Berlin will heuer ebenso mit einer Business Class bei Deutschland- und Europa-Flügen anbieten. Gratis-Getränke wollen hingegen Air Berlin und Condor auf Europa-Flügen abschaffen. Niki streicht Gratis-Getränke "vorerst nicht". Bei Lufthansa werden diese Bemühungen aufmerksam beobachtet.

Wien/Schwechat. Die Air-Berlin-Tochter FlyNiki will im Rahmen der Neuausrichtung noch in diesem Jahr eine Business Class auf Europa-Flügen anbieten. Auch die schwer angeschlagene Air Berlin startet heuer eine Business Class auf den Flügen innerhalb Deutschlands und Europas.

"Für NIKI ist die Einführung einer Business Class auf der Kurz- und Mittelstrecke ein wichtiger strategischer Schritt bei der weiteren Entwicklung der Airline", so Niki-Chef Oliver Lackmann am Freitag in einer Aussendung. Die Entscheidung für ein Business Class-Angebot auf innereuropäischen Strecken soll ein "noch komfortableres Reiseerlebnis" bieten.

Die verlustträchtige deutsche Fluglinie Air Berlin lässt sich Getränke und Snacks an Bord künftig bezahlen. Noch heuer müssen Passagiere auf Inlands- und Europa-Strecken für Kaffee, Wasser, Bier und Snacks in den Maschinen Geld zahlen, wie eine Air-Berlin-Sprecherin am Freitag sagte. Bisher waren die Leistungen im Flugpreis inbegriffen.

Eine Sprecherin der Air Berlin-Tochter "FlyNiki" sagte auf APA-Anfrage, man werde "vorerst nicht" dabei mitziehen und die Gratis-Getränke nicht abschaffen.

Auch die Thomas-Cook-Tochter Condor gab bekannt, dass Economy-Gäste außer auf der Langstrecke nur noch bis Ende Oktober Wasser, Kaffee und Tee umsonst erhalten. Für andere Getränke und Essen verlangt Condor schon bisher Geld. Zuerst hatte die Fachzeitschrift "fvw" über die Änderung berichtet.

Wann genau bei Air Berlin die Umstellung erfolgt und wie viel Geld die zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin damit spart, sei derzeit nicht klar. Gleichzeitig richtet der Lufthansa-Konkurrent in den Jets seiner Europa-Flotte eine Business Class ein. Die erste Reihe der Flugzeuge werde künftig für Passagiere der Buchungsklasse reserviert. Speziell angefertigte Sitze werde es aber nicht geben, dafür bleibe der Mittelsitz zwischen den Passagieren frei. Die Anordnung findet sich auch bei anderen europäischen Airlines.

Der Kranich als Retter

Die mit ihrem Mallorca-Shuttle bekannt gewordene Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses und einer unklaren Strategie tief in der Krise. In den vergangenen acht Jahren wurden unter dem Strich nur einmal schwarze Zahlen eingeflogen. Vergangenes Jahr erreichte der Nettoverlust mit knapp 450 Millionen Euro Rekordhöhe. Großaktionär und Geldgeber Etihad - eine staatliche Fluglinie vom Persischen Golf - drängt verstärkt auf eine Trendwende.

Ein Ende der Misere könnte Branchen-Insidern zufolge ausgerechnet durch Lufthansa kommen. Der Erzrivale verhandelt Branchen-Insidern zufolge mit den Berlinern über den Kauf eines Teils des Geschäfts. Konkret gehe es um die Übernahme von etwa 40 der 150 Maschinen aus der Air-Berlin-Flotte samt Crews, hatten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen Mitte Juli zu Reuters gesagt.

Die Flugzeuge seien vor allem auf touristischen Strecken abseits der beiden Air-Berlin-Drehkreuze Berlin und Düsseldorf unterwegs. Die Lösung hätte auch Charme für Etihad, da die schnellwachsende Gesellschaft vor allem daran interessiert ist, über Air Berlin mehr Passagiere an das eigene Drehkreuz nach Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu lotsen.

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