Fast jeder zweite Urlauber bleibt im Sommer in Österreich

3,2 Millionen Reisen (47 Prozent) wurden laut Statistik Austria im Jahr 2015 innerhalb Österreichs verzeichnet. 3,6 Millionen Reisen führten ins Ausland (53 Prozent). Neben Österreich sind Italien und Kroatien die beliebtesten Reiseziele der Österreicher. Urlaub in "Balkonien" ist leicht rückläufig:1,76 Millionen machen keinen Urlaub - aus verschiedenen Gründen.

Fast jeder zweite Urlauber bleibt im Sommer in Österreich

Wien. Die Österreicher fahren im Sommer immer öfter auf Urlaub. In den vergangenen zehn Jahren (2006 bis 2015) hat sich die Zahl der Reisen in den Monaten Juli, August und September um rund 17 Prozent auf 6,8 Millionen erhöht, wie aus den aktuellen Daten der Statistik Austria von heute, Donnerstag, hervorgeht. Fast die Hälfte der Urlaube (46,7 Prozent) wurde im Vorjahr im Inland verbracht.

Die Treue zum Urlaub in Österreich blieb mit in Summe 3,18 Millionen Reisen relativ stabil erhalten - der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre seit 2006 für Sommerreisen im Inland liegt bei 45,7 Prozent. Allerdings wird im eigenen Land öfter, aber kürzer geurlaubt. Der Trend zu Kurzreisen (mit ein bis drei Nächtigungen) ist ungebrochen - hier gab es im Zehnjahreszeitraum einen massiven Zuwachs von 48,6 Prozent; die Zahl der Haupturlaubsreisen innerhalb Österreichs hingegen ging um 3 Prozent zurück.

Parallel zu dieser Entwicklung haben die Ferienaufenthalte der Österreicher im Ausland im Zehnjahreszeitraum um fast 12 Prozent auf 3,63 Millionen kräftig zugelegt. Damit wurden für etwas mehr als die Hälfte der Urlaube (53,3 Prozent) Destinationen außerhalb des Landes gebucht. Auch hier nahm die Zahl der Kurzreisen mit einem Plus von 29,5 Prozent wesentlich stärker zu als jene der Hauptreisen (vier oder mehr Nächtigungen) mit einem Anstieg von nur 7,3 Prozent.

In den Sommerferien zog es die Österreicher 2015 - außer ins eigene Land - vor allem nach Italien (24,1 Prozent der Auslandsreisen), Kroatien (16,6 Prozent) und Deutschland (13,9 Prozent). Dahinter folgten Griechenland (6 Prozent), Spanien (5,4 Prozent) und in die Türkei (4,1 Prozent).

Das beliebteste ausländische Reiseziel Italien gewann in den vergangenen zehn Jahren Anteile dazu (plus 1,4 Prozentpunkte), ebenso Deutschland (plus 3,9 Prozentpunkte) und Kroatien (plus 1,6 Prozentpunkte). Spanien entwickelte sich stabil (plus 0,2 Prozentpunkte). Einbußen verzeichneten hingegen Griechenland (minus 2,8 Prozentpunkte) und die Türkei (minus 0,7 Prozentpunkte). Deutlich gesunken ist im Vorjahr gegenüber 2006 auch der Anteil der Fernreisen, also Urlaub in Ländern außerhalb Europas und der Türkei - nur noch 4,9 Prozent (2006: 6,1 Prozent) der Auslandsreisen führten vergangenes Jahr in die Ferne.

Rund zwei Drittel der Sommerurlaubsreisen werden mit dem eigenen Auto angetreten - das war auch schon vor zehn Jahren so. Der Anteil der Flugreisen ging seit 2006 von 18,2 auf 16,6 Prozent leicht zurück. Dafür gewannen Zug- oder Busreisen mit 15,2 Prozent (2006: 12,9 Prozent) an Bedeutung.

Auch der Urlaub im Ausland wurde 2015 mehrheitlich (52,3 Prozent) mit dem Pkw absolviert - vor zehn Jahren waren es mit einem Anteil von 54 Prozent noch etwas mehr. Bei einem schwachen Drittel der Auslandsurlaube (31,2 Prozent) reisten die Österreicher im Vorjahr mit dem Flugzeug an, etwas weniger als 2006 (32,4 Prozent).

Ihren Sommerurlaub organisieren sich die meisten selbst: Rund 71 Prozent aller Reisen werden ohne Unterstützung durch ein Reisebüro bzw. einen Reiseveranstalter durchgeführt; das trifft auch auf mehr als die Hälfte der Auslandsreisen (gut 56 Prozent) zu.

Allerdings ist der Anteil der privat organisierten Urlaube seit 2006 insgesamt gesunken - damals lag er mit rund 78 Prozent noch wesentlich höher (bei Auslandsreisen rund 65 Prozent). In Österreich werden also verstärkt Reisebüros bzw. Reiseveranstalter in die Urlaubsplanung einbezogen - insgesamt mischten diese im Vorjahr bei 29 Prozent aller Reisen mit (2006: 22 Prozent), bei den Auslandsreisen waren es fast 44 Prozent (2006: 36 Prozent).

Urlaub in Balkonien

Die Mehrheit der Österreicher hat längst Urlaubspläne für den Sommer geschmiedet, doch es gibt auch viele, die gar nicht verreisen. 2015 entschieden sich rund 1,76 Millionen der Über-15-Jährigen für "Urlaub auf Balkonien", wie aus den Zahlen der Statistik Austria von heute, Donnerstag, hervorgeht.

Gut ein Viertel der Daheimgebliebenen (26,5 Prozent) hatte im abgelaufenen Jahr einfach keine Lust - sie hatten "keine Beweggründe zum Verreisen"; ein Fünftel (20,6 Prozent) führte "gesundheitliche Gründe oder eingeschränkte Mobilität" als Grund an. Jeder Sechste (16,7 Prozent) kann sich eine Reise schlichtweg nicht leisten.

Auch Zeitmangel ist für viele ein Problem: bei 15,4 Prozent ist dieser berufsbedingt; weitere 13,7 Prozent können wegen familiärer Verpflichtungen nicht weg.

Eine nur untergeordnete Rolle bei der Entscheidung, im Sommer nicht zu verreisen, spielen Sicherheitsbedenken: Angst vor Terror oder sonstigen politischen Spannungen führen nur 1,8 Prozent der Nichtreisenden als Grund fürs Daheimbleiben an.

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