Registrierkasse: Almbauern klagen über Zusatzbelastung

Österreichs Almbauern stehen angesichts der Registrierkassenpflicht vor der Aufgabe, ihre Einnahmen aufzuzeichnen und versteuern zu müssen. Für etliche scheint sich das Geschäft daher nicht mehr zu rechnen.

Registrierkasse: Almbauern klagen über Zusatzbelastung

Einkehren nach der Wanderung beim Almbauern? Manche Hütten könnten geschlossen bleiben.

Wanderer oder Mountainbiker, die nach einer ausgedehnten Tour durstig und mit einem gesunden Appetit in einer der heimischen Berghütten einkehren möchten, sollten sich in diesem Sommer noch besser als bisher erkundigen, ob die von ihnen angepeilten Hütten auch tatsächlich geöffnet haben. Angesichts der Registrierkassenpflicht, die natürlich auch auf Berghütten gilt, klagen Almbauern nun, dass sich ihr Geschäft nicht mehr rechnet und ihre Hütten daher geschlossen bleiben müssten. Sie hoffen nun auf Nachverhandlungen.

Bereits im Winter hatten etliche Almbauern in einer Petition gegen die Registrierkassen auf den Almhütten protestiert: "Sollte die Registrierkassenpflicht für alle schlagend werden, sehen sich viel Almbesitzer gezwungen, den Almausschank gänzlich einzustellen. Eine Schließung der bewirtschafteten Almen zieht fatale Folgen für die Hotellerie und Gastronomie sowie für den gesamten Sommertourismus und auch die einheimische Bevölkerung nach sich", war darin zu lesen.

Die Begründung der Hüttenwirte: Aus technischen Gründen seien Registrierkassen auf vielen Almen nicht möglich. So fehle etwa oftmals ein Stromanschluss. Zudem sei der bürokratische Aufwand neben der täglichen Almarbeit nicht zu bewältigen.

Almbauern wollen Gesetzesänderungen

Die Almbauern forderten daher Gesamtumsatzgrenze, ab der eine elektronische Registrierkasse verpflichtend vorgeschrieben ist, von 15.000 auf 30.000 Euro anzueben. Touristiker befürchten eine Beeinträchtigung für den Sommertourismus, da Almen nicht mehr bewirtschaftet würden, später öffnen oder früher schließen könnten, um die Umsatzgrenze nicht zu erreichen.

Alleine mit bürokratischen, administrativen oder technischen Hürden ist der Widerstand gegen die Registrierkasse allerdings nicht zu erklären. Fakt ist, dass die Hüttenwirte mit der verpflichtenden Registrierkasse jeden Umsatz entsprechend elektronisch verbuchen und in der Foilge auch versteuern müssen. Für das Finanzministerium ist das ein effizientes Mittel zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft und zu einer gerechten Steuerverteilung. Im Gastgewerbe hatten die Finanzkontrolleure in der Vergangenheit mitunter einen etwas lockereren Umgang mit der Aufzeichnung der Einnahmen erkannt.


Service: Informationsbroschüre zur Registrierkassenpflicht zum Download

Infromationsbroschüre zur Registrierkassenpflicht

Informationsbroschüre zur Registrierkassenpflicht, zum Download auf das Bild klicken

Weitere Informationen zum Thema Registrierkasse: Website des Bundesministeriums für Finanzen (BMF)

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